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Bayerische Musik made in Hollywood Entstehung der Musik zu "Der blinde Fleck"

Wie bringt man bayerische Märsche und zünftige Blasmusik mit Elementen der klassischen Thriller-Musik in emotionalen Einklang? Eine besondere Herausforderung für den Filmkomponisten Ian Honeyman.

Stand: 15.01.2014

Panel: Bayerische Musik made in Hollywood | Bild: BR

"Filmmusik, hat keine Grenzen, man kann alle Instrumente und Personen einbinden und hat unbegrenztes Potential."

Ian Honeyman

Wie man aus einem 24-Stunden-Tag 36 Stunden macht, das erfuhren die Gäste des Panels Bayerische Musik made in Hollywood. Autor, Regisseur und Produzent Daniel Harrich ist dieses Zeit-Wunder durch die nächtliche Skype-Zusammenarbeit mit seinem in Los Angeles lebenden und arbeitenden Komponisten Ian Honeyman beim Soundtrack zu Der blinde Fleck gelungen. Der Film über das Oktoberfest-Attentat 1980 erhielt im Rahmen des FILMFEST MÜNCHEN 2013 den Bernhard-Wicki-Preis und ist eine Herzensangelegenheit des Filmemachers:

"Das Thema ist wichtig und hat im Herzen gebrannt, es werden Denkanstöße gegeben – im positiven wie negativen Sinne."

Daniel Harrich

Und auch sein langjähriger Komponist Ian Honeyman sieht keinen Widerspruch in der Tatsache, dass ein US-Amerikaner die Musik zu einem deutschen Thema schreibt:

"Meine Oma war Österreicherin und ich war als Kind oft in Deutschland. Aber letztendlich geht es um die Dramatik und die Geschichte und da muss man kein Deutscher dazu sein."

Ian Honeyman

Die in der Nachwuchsbetreuung sehr aktive BR-Redaktionsleiterin Dr. Claudia Gladziejewski weiß um die Wichtigkeit der Filmmusik beim Gelingen von Projekten:

"Ich rate den jungen Filmemachern immer, sie sollen schon in der Drehbuchphase mit einem Filmkomponisten zusammenarbeiten und viel Budget dafür einplanen."

Dr. Claudia Gladziejewski

Das freut sicher auch den Panelteilnehmer und "Weltbürger mit musikalischen Wurzeln" August Zirner, der in Der blinde Fleck als Staatsschutzbeamter Meier den BR-Redakteur Ulrich Chaussy (Benno Fürmann) bei den Recherchen unterstützt und selbst als passionierter Musiker wie als Schauspieler oftmals auf eine "Search for Tones and Noises" geht.

Lieblingssujet: Dokumentarfilme

Daniel Harrich

Dokumentationen sind seine Spezialität, vor allem als Produzent. So produzierte der gebürtige Münchner Daniel Harrich (*1983) u. a. den Dokumentarfilm "Wirkstoff Profit – Der weltweite Kampf gegen die Medikamentenfälschermafia" und war damit für den Prix Europa 2010 nominiert. Weitere Produktionen: mehrere Folgen der Reihe "Die großen Kriminalfälle" und "Charles Lindbergh: The True Story". Als Regisseur, Produzent und Autor schuf er 2012 den Dokumentarfilm "Ziemlich beste Freunde – Was im Leben wirklich zählt", die wahre Geschichte hinter dem Kino-Welterfolg. Ebenfalls 2012 inszenierte er den BR-Thriller "Ein schmaler Grat" über einen Serienmörder.

Daniel Harrich hat Betriebswirtschaft an der Emory University in Atlanta studiert und wechselte nach dem Abschluss ins Filmgeschäft. 2005 begann er seine Ausbildung am American Film Institute Conservatory in Los Angeles, wo er mehrere Kurzfilme realisierte. Sein Abschlussfilm "Acholiland" (BR, FFF Bayern) über eine Lebensmittellieferung in Nord-Uganda gewann drei Studenten-Emmys der Academy of Television Arts & Sciences, den BAFTA (L.A.) und viele weitere Preise.

Erfolgsteam Harrich & Honeyman

Ian Honeymann

Die Zusammenarbeit zwischen dem US-Filmkomponisten Ian Honeyman und Daniel Harrich beginnt schon 2009 bei Harrichs preisgekröntem Abschluss-Kurzfilm "Acholiland". Ein erfolgreiches Team, auch beim Thriller "Ein schmaler Grat". Ian Honeyman, 1978 geboren, hat die Musik zu Dutzenden von Filmen, preisgekrönten Kurzfilmen und TV-Shows geschrieben. Seine Ausbildung im Studienfach Komposition absolvierte er am renommierten Peabody Conservatoy in Baltimore. Doch bald galt sein Interesse der Filmmusik, vor allem durch die Bekanntschaft mit dem deutschen Filmmusiker Klaus Badelt, einem Mitarbeiter von Hans Zimmer. So wirkte Honeyman u. a. an Badelts berühmter Filmmusik zum Blockbuster "Fluch der Karibik" mit sowie an "Poseidon" (Regie: Wolfgang Petersen) und dem Spielfilm "Miami Vice". Seinen eigenen Soundtrack lieferte Honeyman zu Kinoproduktionen wie dem Actionfilm "Redline", dem Disneyfilm "Hexe Lilli – Der Drache und das magische Buch" und weiteren Filmen dieser Reihe, der Action-Komödie "Operation: Endgame" mit Ellen Barkin und dem Martial-Arts-Drama "Philly Kid" – für die Musik erhielt er u. a. den Global Music Awards. Zuletzt arbeitete Ian Honeyman an der Filmmusik für den Dokumentarfilm "Gore Vidal: the United States of Amnesia".

Vom Komödienstar zum Charakterdarsteller

Auch Schauspieler Heiner Lauterbach, 1953 in Köln geboren, arbeitete bereits mit Daniel Harrich: In dessen Thriller "Ein schmaler Grat" verkörpert er den Serienmörder Johannes Heintz. Schlagartig bekannt wurde Lauterbach, der sich mit 18 Jahren für den Schauspielerberuf entschied, durch Doris Dörries Erfolgskomödie "Männer" (1985). Er erhält dafür den Bundesfilmpreis. Lauterbach avanciert zu einem der gefragtesten deutschen Schauspieler. Übernimmt Hauptrollen in Krimireihen wie "Faust", spielt in TV-Filmen wie "Das Mädchen Rosemarie" und "Opernball" sowie in TV-Mehrteilern wie "Der Verleger" und "Der Schattenmann" von Dieter Wedel. Auch auf der Kinoleinwand feierte er in den 90er-Jahren Erfolge mit der Erich Kästner-Neuverfilmung "Das doppelte Lottchen" sowie Sönke Wortmanns "Das Superweib" und "Der Campus". Den Bayerischen Filmpreis bekam Heiner Lauterbach 1997 für seine Rolle als Filmproduzent Oskar Reiter in Helmut Dietls Gesellschaftssatire "Rossini". Mehr und mehr wandelte sich der vielfach preisgekrönte Schauspieler zum Charakterdarsteller. Zuletzt beeindruckte er in verschiedenen Event-Produktionen, darunter "Dresden", "Die Sturmflut" und Ken Folletts "Eisfieber".

Weltenbürger mit musischen Wurzeln

In Komödien fühlt er sich ebenso zu Hause wie in historischen Filmen, hochkarätigen TV-Dramen und anspruchsvollen Theaterstücken: August Zirner. Mittlerweile blickt er auf über 60 Filmproduktionen, und immer bürgt der österreichisch-amerikanische Schauspieler (*1956 in Illinois) für Qualität. 2007 erhält er den Adolf-Grimme-Preis für seine Rolle als verzweifelter Vater im Fernsehdrama "Wut" über die Integrationsproblematik. Weitere Filme mit ihm: "Homo Faber", "Winterkind" und "Die Fälscher", der 2008 mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet wird. Derzeit ist er im Kinodrama "Die Lebenden" zu sehen, in der eine Studentin die SS-Vergangenheit ihrer Familie aufdeckt. Steht der vielbeschäftigte August Zirner einmal nicht vor der Kamera, widmet er sich mit Leidenschaft der Musik. Der Jazz ist seine Welt. Der Sohn eines Musikprofessors spielt nicht nur Gitarre, Saxophon und sein Lieblingsinstrument Querflöte, sondern 2011 erschien auch sein Album "Diagnose: Jazz". 2013 geht er zudem mit seiner Jazzband "Spardosen-Terzett" und eben dem Programm "Diagnose: Jazz" auf Tournee.   

Spezialistin für Spiel- und Dokumentarfilme

Dr. Claudia Gladziejewski studierte Anglistik, Germanistik und Journalistik an der Universität Hamburg und arbeitete nach dem Examen als Lektorin und Dramaturgin für TV-Sender und Filmproduktionen, bevor sie 1997 als Redakteurin zum Bayerischen Rundfunk kam. In der Redaktion Film und Teleclub übernahm sie die Auswahl und redaktionelle Betreuung von zahlreichen Spiel- und Dokumentarfilmen, Kino-Koproduktionen, Kurzfilmen und Debuts. Darüber hinaus nimmt sie Jury-Tätigkeiten bei Film-Festivals und Lehraufträge an Filmhochschulen wahr. Seit 2007 hat Dr. Claudia Gladziejewski die Leitung der Drehbuchwerkstatt Nürnberg übernommen sowie die Redaktionsleitung Kurzfilm und Debut beim BR. Zu ihren realisierten Projekten gehören viele hochwertige und preisgekrönte Produktionen wie "Das Leben der Anderen" (Oscar 2007) und "Die Geschichte vom weinenden Kamel".

Moderator Prof. Dr. Klaus Schaefer

Seit 2001 ist Prof. Dr. Klaus Schaefer Geschäftsführer des FilmFernsehFonds (FFF) Bayern. Der gebürtige Frankfurter (*1952) studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre. Von 1977 bis 1980 war er Stipendiat am Max-Planck-Institut für Internationales Urheber- und Wettbewerbsrecht, 1981 folgte die Promotion über ein urheberrechtliches Thema an der Universität München. Sein Werdegang führte ihn zunächst als juristischer Mitarbeiter ins Bayerische Kultusministerium. Anschließend arbeitete er als Referent für Bildung, Wissenschaft und Kultur in der Bayerischen Landesvertretung in Bonn (1984-1987) und als Referatsleiter in der Bayerischen Staatskanzlei für den Bereich Wissenschaft und Kunst (1987-1989). In der Bayerischen Staatskanzlei wurde er Referatsleiter für Medienpolitik und Medienrecht (1989-1996), bevor er in die Geschäftsführung des FFF Bayern wechselt. Darüber hinaus ist Prof. Dr. Klaus Schaefer Mitglied im Aufsichtsrat der Internationalen Münchner Filmwochen GmbH und im Verwaltungsrat der FFA sowie Honorarprofessor an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

Gäste

Dr. Claudia Gladziejewski | Redaktionsleitung Kurzfilm und Debut, BR

Daniel Harrich | Autor • Regisseur • Produzent

Ian Honeyman | Filmkomponist

Heiner Lauterbach | Schauspieler

August Zirner | Schauspieler • Musiker

Moderation

Prof. Dr. Klaus Schaefer | Geschäftsführer FFF Bayern


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