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    Schweißfrage: Wer schwitzt mehr? Frauen oder Männer?

    Unterschiedlich schwitzende Menschen beschäftigen die Forscher schon lange. Jetzt ist belegt: Es gibt keinen Geschlechterunterschied. Von Florian Falzeder

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    Männer schwitzen mehr, weil sie aktivere Schweißdrüsen haben - so die bisherige Annahme. Doch weit gefehlt, sagt eine neue Studie. Nicht vom Geschlecht hängt es ab, sondern von der Körpergröße des Menschen.

    „Bisher sind wir falsch an die Sache ran gegangen.“ Sean Notley, Bewegungswissenschaftler

    Hatten Studien bis dato meist in Kategorien „weiblich“ und „männlich“ gemessen, baute der australische Bewegungswissenschaftler Sean Notley seine Analyse anders auf: Zwei Test-Gruppen ließ er zum Training antreten: Eine mit 60 unterschiedlichen Männern und Frauen und eine, in der Frauen und Männer ähnlich groß und fit waren.

    Die Größe ist entscheidend

    Zieht man den Größenunterschied im statistischen Verfahren ab, zeigt sich: Frauen und Männer schwitzen ähnlich viel. Die Erklärung für mehr oder weniger Schweiß insgesamt liegt also nicht im Geschlecht, sondern in der Körpergröße. Es geht schlichtweg darum, wieviel Hautoberfläche hat der jeweilige Mensch zu kühlen. 

    „Die Verdunstungskälte, die wir produzieren, ist hochwirksam.“ Sean Notley, Bewegungswissenschaftler 

    Wir Menschen kühlen unseren Körper über die Haut, indem wir Blut vom Zentrum an die Oberfläche verlagern. Dort verdunstet Schweiß und kühlt das Blut. Wer größer ist, hat mehr Haut und produziert mehr Verdunstungskälte. Er ist aber auch schwerer, hat also mehr Masse und Oberfläche, die es abzukühlen gilt. 

    Je größer jemand ist, desto mehr Masse muss er mit – im Vergleich – weniger Haut kühlen. Und deshalb müssen größere Menschen mehr schwitzen, damit sie die selbe Kühlleistung schaffen. 

    „Schlanke Mädels schwitzen meist ganz wenig, das stimmt. Da kann selbst ich nichts anrichten.“ (Ingrid, Fitnesstrainerin MTV München)