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Nikolaus - der Heilige vom Mittelmeer | BR24

© pa/dpa/Rainer Hackenberg

Türkei - Nikolausstautue mit Kindern

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    Nikolaus - der Heilige vom Mittelmeer

    Der Nikolaus kommt hierzulande am 6. Dezember und beschenkt Kinder. In der katholischen Kirche häufig als Nothelfer angerufen, von orthodoxen Christen als Wundertäter bezeichnet, gilt er als einer der meistverehrten Heiligen des Christentums.

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    Der echte Bischof Nikolaus lebte um das Jahr 340 als Bischof in der Stadt Myra. Die antike Küstenstadt Myra heißt heute Demre und liegt im Süden der Türkei, nahe der Touristenhochburg Antalya. Allerdings gehörte Myra zu Lebzeiten des Heiligen Nikolaus zum Römischen Reich. Genauer gesagt: zum lykischen Staatenbund. Die Lykier waren ein Volk mit eigener Kultur, Sprache und Schrift und blieben auch unter römischer Herrschaft relativ unabhängig. 

    Nikolaus galt als barmherzig und mildtätig, denn er soll seinen ganzen Besitz und alle Spenden, die er erbetteln konnte, an Arme und Kinder verschenkt haben. Nach seinem Tod an einem 6. Dezember (sein Todes-Jahr ist unbekannt) lebte er in vielen Legenden fort.

    Kult um Nikolaus

    Der Kult um den Heiligen Nikolaus entwickelte sich jedoch erst im 6. Jahrhundert. Als Kaiser Justinian dem historischen Nikolaus eine Kirche in Konstantinopel weihte, verbreitete sich der Brauch, am 6. Dezember seiner zu gedenken, zunächst in Griechenland, anschließend auch in vielen slawischen Ländern. In Russland, wurde Nikolaus über die byzantinische Tradition zu einem der meist verehrten Volks-Heiligen. Viele Kirchen tragen dort seinen Namen.

    Im April 1087 entwendeten Abenteurer aus Bari die Gebeine des Nikolaus aus dem Marmorgrab in Demre, wo der Heilige begraben war, und brachten sie in ihre italienische Heimatstadt. Dort errichtete man die monumentale Basilika St. Nicola, die Papst Urban II. im Jahre 1098 weihte.

    In Deutschland wird St. Nikolaus seit dem 10. Jahrhundert verehrt.

    Patron der Kinder

    Nikolaus gilt seit jeher als Patron der Kinder, die er zahlreichen Legenden zufolge reichlich beschenkt haben soll. Eine der überlieferten Geschichte aus dem 9. Jahrhundert erzählt von einem armen Mann, der seine drei Töchter verkaufen wollte, da er ihnen keine Aussteuer bereit stellen konnte. Um dies zu verhindern, warf Sankt Nikolaus drei Klumpen Gold durch den Kamin der Familie. Sie fielen angeblich direkt in die zum Trocknen aufgehängten Socken.

    Daher stammt der Brauch, am Vorabend des 6. Dezember Socken aufzuhängen oder möglichst große Schuhe vor die Tür zu stellen, damit der Heilige sie mit Gaben füllen kann. 

    Knecht Ruprecht und Krampus

    Lange war es üblich, den Nikolaus pädagogisch zu missbrauchen, da er nur die braven Kinder belohnt, die faulen dagegen von einem Gehilfen bestrafen lässt, etwa von Knecht Ruprecht, auch Hanstrapp, Pelzmärtl, Hans Muff, Krampus oder Klaubauf genannt. Ein finsterer Typ in schwarzen Lumpen, mit schweren Ketten und großem Sack, in den er die ganz bösen Kinder packt und mitnimmt.

    Die Begleiter des heiligen Nikolaus unterscheiden sich von Land zu Land. Während der Zwarte Piet (Schwarzer Peter) in Holland sehr farbenfroh gekleidet ist, begleiten in der Slowakei dunkle maskierte Gestalten den heiligen Mann. In Tschechien hingegen ziehen kleine Teufelchen mit dem heiligen Nikolaus durch die Straßen.

    Nikolaus - rund um die Welt

    Während man sich bei uns erzählt, dass der Heilige Nikolaus vom Himmel herunter kommt, sind sich Kinder in England oder in Dänemark sicher, dass der Heilige aus Grönland anreist. Fragt man in Amerika nach der Heimat des heiligen Patrons, so lebe Nikolaus am Nordpol, die finnische Tradition lokalisiert Joulupukkis Heim in Lappland. Manchmal reist er mit einem Schlitten, vor den Pferde oder Rentiere gespannt sind, manchmal geht er auch zu Fuß, von einem Esel begleitet.

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    STATIONEN

    Von
    • Alexandra Späth
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