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Doris Dörrie

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Doris Dörrie: Sexismus nicht nur in der Filmbranche

Die Regisseurin Doris Dörrie bezeichnet die "MeToo"-Debatte als "sehr gute und auch sehr wichtige Diskussion". Sie hoffe auf eine offene Debatte über "Macht und Missbrauch von Macht", sagt sie in der radioWelt auf Bayern 2.

Über dieses Thema berichtet: radioWelt am .

"Dass dieser Machtmissbrauch so fundamental weit verbreitet ist, von Männern gegenüber Frauen im Arbeitsbereich, also wirklich als sexistischer Machtmissbrauch - das ist schon etwas, was endlich auch in der Breite aufgedeckt wird, und darüber kann man eigentlich nur froh sein", so Doris Dörrie in der radioWelt auf Bayern 2. Man müsse allerdings "sehr vorsichtig sein, dass es jetzt nicht zu einer seltsamen Moraldiskussion wird", meint Doris Dörrie. "Denn darum geht es nicht. Es geht tatsächlich um eine offene und freie Diskussion über Macht und Missbrauch von Macht."

"Wenn dabei übrig bliebe, dass wir insgesamt über Sexismus nachdenken, und dass vor allem die Männer darüber nachdenken, was es bedeutet, für uns Frauen, aber auch für unser Zusammenleben, dann wäre was gewonnen." Doris Dörrie

Sexismus ist nach Dörries Überzeugung kein Problem, das nur den Filmbereich betrifft.

"Ich glaube, dass es in jeder Branche so ist. Das ist jetzt eher zufällig, dass es in der Filmbranche aufgekommen ist." Doris Dörrie

Die Filmbranche sei eine "Metapher fast für etwas, was überall in der Gesellschaft stattfindet."

Auf die Frage, was sie Kolleginnen und Kollegen im Fall von Grenzüberschreitungen rate, antwortete Dörrie: "Ach, ich tue mich da leicht, weil ich immer sofort entweder zugeschlagen habe oder laut gelacht habe oder nie damit wirklich zu kämpfen hatte."
"Je höher die Abhängigkeit ist, um so schwieriger wird es auch, sich zu wehren oder es dann auch laut zu sagen." Doris Dörrie