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© Darren Cullen
Bildrechte: Darren Cullen

Münchner Kunstprojekt von Darren Cullen

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Darren Cullens "The Empire Air" Projekt in München

Der britische Künstler Darren Cullen ist bekannt für seine sarkastische Sicht auf die Welt. Auf dem Platz vor der Münchner Oper eröffnet heute Abend "The Empire Air", eine Art Reisebüro mit Bezügen zur Münchner Rüstungsindustrie. Von Julie Metzdorf

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Darren Cullen ist spätestens seit seiner Zusammenarbeit mit dem Street Art-Aktivisten Banksy kein Unbekannter mehr: In dem sarkastischem Vergnügungspark-Projekt „Dismaland“ hatte Cullen einen Fake-Shop eröffnet, in dem sich Kinder ab 3 Jahren hohe Kredit auszahlen lassen konnten – als Sicherheit genügte ihr Taschengeld. (Warum lang sparen, wenn man was sofort haben kann!?). Wer dreimal hintereinander seine Raten nicht zahlen konnte, bekam ein Gratis-Kuscheltier.

Jetzt hat sich Cullen ein Projekt ganz speziell für München ausgedacht: In einem Container-Pavillon am Max-Joseph-Platz zeigt er „The Empire Air“, eine Art koloniales Reisebüro. Natürlich kann man hier nicht wirklich ein Reise buchen. Bei dem sarkastischen Kunstprojekt geht es um die westliche Beziehungen zum Rest der Welt – und die sind laut Darren Cullen noch immer von kolonialem Denken geprägt:

Wir sind immer noch geprägt von der Idee, dass wir einfach irgendwo hingehen können, die Ressourcen der Einheimischen ausnutzen, in ihren Paradiesen Urlaub machen oder Bomben abwerfen, was immer wir wollen… (Darren Cullen)

Unsere Urlaubsländer steuern wir häufig per Flugzeugen an – und sitzen dabei in Maschinen von Boeing oder Airbus. Doch beide Firmen produzieren eben nicht nur zivile Flugzeuge, sondern sind auch dick im Rüstungsgeschäft. Also hat Cullen ein Flugzeugmodell, wie wir es aus den Schaufenstern von Reisebüros kennen, ein bisschen umgearbeitet:

Die Boeing hier hat Bomben, die Boeing selbst auch herstellt, auch eine Nuklearbombe ist dabei, denn es war eine Boing-Maschine, die die Bomben auf Nagasaki und Hiroshima abgeworfen hat.

Eine andere Arbeit zeigt das Modell eines riesigen Kreuzfahrtschiffes, nur dass auf dem Oberdeck keine Sonnenliegen, sondern Panzer platziert sind. Klein daneben und fast zu übersehen: ein Flüchtlingsboot. Das Kreuzfahrtschiff steht hier als Sinnbild der Gesellschaft: 

Wir können euch nicht aufnehmen, weil die Sauna dann überfüllt wäre oder es nicht genug Brötchen zum Frühstück gäbe… Ich meine, es geht um Leben und Tod – und wir sprechen über Komfort!

Organisiert wurde das Projekt vom Münchner Kunstverein "Positive-Propaganda e.V."

„The Empire-Air · Pavillon“ eröffnet heute Abend um 18.30 Uhr und wird bis zum 29. April zu sehen sein, geöffnet ist täglich von 12 bis 19 Uhr, der Eintritt ist frei.