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"American Utopia" - das neue Album von David Byrne | BR24

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American Utopia

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"American Utopia" - das neue Album von David Byrne

David Byrne war von 1975 bis 1991 Sänger und Gitarrist der Talking Heads, eine der einflussreichsten New-Wave- und Art-Rock-Bands. Jetzt ist nach 14 Jahren mit "American Utopia" wieder ein Solo-Werk erschienen. Von Bernhard Jugel

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"Jeder Tag ein Wunder / jeder Tag eine unbezahlte Rechnung" singt David Byrne in einem Song seines neuen Albums "American Utopia". Die CD ist wohl als Fortsetzung seiner Multimedia-Vortragsreihe "Reason To Be Cheerful" gedacht, mit der Byrne einen optimistischen Kontrapunkt zu den Frustrationen der Trump-Ära setzen will. "Sicher fragen wir uns, ob dieser Zustand so bleiben muss", schreibt er im Pressetext zum neuen Album. "Es gibt eine Sehnsucht nach anderen Möglichkeiten - und ich glaube, diese Sehnsucht findet in meinen Liedern ihren Ausdruck." 

Byrne hat das Tanzen noch nicht verlernt

Nein, nach Utopie klingt es nicht unbedingt, wenn David Byrne davon singt, dass wir nur Touristen in diesem Leben seien - aber wenigsten die Aussicht sei hübsch. Eher stellen seine Lieder Fragen, was denn anders, was besser sein könnte? Und wie wir der Unbehaustheit unserer modernen Existenz entkommen könnten? Wohlfeile Rezepte bietet Byrne dabei nicht an, aber er macht deutlich, dass er die Hoffnung noch nicht verloren und das Tanzen noch lange nicht verlernt hat. 

Brian Eno mischte mit

Die Musik bewegt sich weitgehend im Rahmen des bei David Byrne üblichen - die Beats sind mal karibisch, mal funky, die Klangfarben changieren zwischen kühl und grell. Die meisten Songs hat er auch diesmal zusammen mit Brian Eno komponiert, bei zwei Tracks war der New Yorker Elektroniker Oneohtrix Point Never beteiligt. Ungewöhnlich am neuen David-Byrne-Alben sind höchstens die vielen eher zurückgenommenen Passagen, etwa wenn Byrne in "Dog's Mind" eine Pressekonferenz beschreibt, wie sie derzeit auch im Weißen Haus stattfinden könnte.

Erinnert sehr an die Talking Heads

"American Utopia" ist ein Album, bei dem sich Verzweiflung immer mit Hoffnung, Ernüchterung mit Optimismus paart. David Byrne, der gebürtige Schotte, der erst 2012 zusätzlich zur britischen Staatsbürgerschaft auch die amerikanische angenommen hat, hat für die zwiegespaltene Sicht auf seine Wahlheimat zwingende Metaphern und originelle Melodien gefunden, die über weite Strecke allerdings sehr an frühere Talking-Heads-Produktionen erinnern.