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AfD-Parlamentarier

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    Weniger Frauen im neuen Bundestag

    Der neue Bundestag wird nicht nur größer als je zuvor - er wird auch männlicher. Das liegt vor allem an den Fraktionen von AfD, Union und FDP. In allen dreien sind vergleichsweise wenig Frauen. Von Nadine Bader

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    Vor 30 Jahren waren Frauen erstmals zweistellig im Bundestag vertreten, auch weil die Grünen 1986 als erste Partei eine verpflichtende Frauenquote eingeführt hatten. Der Anteil kletterte in den folgenden Jahrzehnten auf zuletzt mehr als 36 Prozent im Jahr 2013 - der bisher höchste Anteil seit 1949. Doch der Trend nach oben hat jetzt ein Ende. Im neuen Mega-Parlament sind nur noch gut 30 Prozent Frauen vertreten, ein Rückgang von mehr als sechs Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Bundestagswahl. Geringer war der Frauenanteil zuletzt vor 20 Jahren, als der Anteil in der Legislaturperiode 1994 bis 1998 bei gut 26 Prozent lag.

    AfD, Union und FDP ziehen Schnitt nach unten

    Ein Grund: der Einzug der AfD ins Parlament. Die Fraktion der Partei wird mit Abstand die männlichste im Bundestag sein. Nur zehn der 93 AfD-Abgeordneten sind Frauen, also knapp elf Prozent. Aber auch die FDP und die Unionsfraktion ziehen den Schnitt nach unten. Die FDP kommt auf einen Frauenanteil von knapp 23 Prozent. Das ist weniger als im Jahr 2009, als die Partei zuletzt im Bundestag vertreten war.

    Und auch für die Union nehmen anteilig wieder mehr Männer im Bundestag Platz. 2013 waren etwa ein Viertel der Unionsabgeordneten Frauen, nun ist es nur noch ein Fünftel. Bei der CSU ist der Rückgang noch deutlicher, von 25 auf etwa 17 Prozent. Für die Partei werden acht Frauen im Bundestag vertreten sein und 38 Männer.

    Grüne sind Spitzenreiter

    Dass es auch anders geht, zeigen SPD, Linke und Grüne. Die SPD bewegt sich im Frauen-Ranking im Mittelfeld und kommt auf etwa 42 Prozent, wie auch schon vor vier Jahren. Und für Linke und Grüne sitzen mehr Frauen als Männer im Bundestag. Die Linken kommen auf einen Frauenanteil von knapp 54 Prozent. Spitzenreiter sind die Grünen mit 58 Prozent.

    Den "weiblichen Rückgang" nach dieser Bundestagswahl können SPD, Linke und Grüne mit ihrem vergleichsweise hohen Frauenanteil aber nicht ausgleichen. Vor allem durch die von Männern zahlenmäßig dominierten Fraktionen Union, FDP und AfD wird - anders als 2013 - in dieser Legislaturperiode nicht einmal jede dritte Abgeordnete eine Frau sein.

    Von
    • Nadine Bader
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