| BR24

 
 

Bild

Junge Frau springt glücklich auf einer Wiese in die Luft
© colourbox.com

Autoren

Peter Solfrank
© colourbox.com

Junge Frau springt glücklich auf einer Wiese in die Luft

Der Duden definiert Glück als eine "angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat". Es sei ein "Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung". Glücksforscher sprechen von einem subjektiven Wohlbefinden, das für jeden etwas anderes bedeuten kann. Für Psychologen ist es gekennzeichnet vom häufigen Auftreten positiver Gefühle und seltenem Auftreten negativer Emotionen. 

Die Chemie des Glücks

Wenn etwas geschieht, das besser ist als erwartet, werden die Neuronen im Mittelhirn aktiv: Sie stoßen den Glücksstoff Dopamin aus und leiten ihn ins untere Vorderhirn sowie ins Frontalhirn weiter. Im Vorderhin treibt das Dopamin die dortigen Neuronen dazu an, opiumähnliche Stoffe zu produzieren - die machen uns euphorisch. Im Frontalhirn führt das Dopamin dazu, dass unser Gehirn besser funktioniert und auch gleich zum Empfinden von Glück geschärft wird: Es steigert unsere Aufmerksamkeit, wir merken uns dieses glücklichmachende Ereignis. So lernen wir, was uns gut tut. Eigentlich ist das Glücksgefühl also nur ein Nebenprodukt unseres Lernvermögens. Das Glücksempfinden flaut auch wieder ab - mit einer Überdosis Euphorie würde uns das gleiche Schicksal wie den Ratten im Glück-per-Knopfdruck-Versuch ereilen. 

Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein, aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben." Manfred Spitzer

Unseres Glückes Schmied

Internationalen Studien zufolge wird die Veranlagung zum Glücklichsein zu etwa 50 Prozent von unseren Genen bestimmt. Die Lebensumstände machen rund 10 Prozent aus. Die restlichen 40 Prozent haben wir selbst in der Hand. Was können wir also zu unserem eigenen Glück beitragen?

Was uns glücklich macht

Die UNO hat Glücks-Grundbedingungen aufgestellt:

  • mindestens 2.500 Kalorien pro Tag
  • einen Wasserverbrauch von 100 Litern am Tag
  • mindestens sechs Quadratmeter Wohnraum
  • einen Platz zum Kochen
  • eine sechsjährige Schulbildung

Glücksforscher haben ganz bestimmte Faktoren erhoben, die uns glücklich machen: 

  • eine stabile Beziehung
  • Freundschaft
  • Geselligkeit
  • Gesundheit
  • einen den eigenen Fähigkeiten entsprechenden Beruf
  • Kinder
  • ausreichend Geld zur Erfüllung der Grundbedürfnisse
"Glück besteht aus einem hübschen Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung." Jean Jacques Rousseau

Mehr Zeit fürs Glück

Johannes Hirata, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Osnabrück, hat noch eine weitere Idee: "Ich bin der Überzeugung, dass es uns gut tun würde, wenn wir in Vollzeitjobs weniger arbeiten würden, vielleicht 30 Stunden pro Woche. Wir hätten mehr Zeit füreinander, für unsere Kinder und für uns selbst, könnten die vielen Anforderungen besser unter einen Hut bringen und hätten so weniger Stress."

Am 20. März ist Weltglückstag!

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 20. März zum "Internationalen Tag des Glücks" erklärt. Er soll daran erinnern, dass zum Glück mehr gehört als Wirtschaftswachstum und Umsatz - nämlich Mitgefühl, Gemeinwohl und nachhaltige Entwicklung.

Autoren

Peter Solfrank

Sendung

radioWelt vom 20.03.2018 - 06:05 Uhr