© picture-alliance/dpa

Schutzipfung Grippe

Trotz einer hohen Impfquote in Bayern sind auch in diesem Jahr schon zahlreiche Krankheitsfälle aufgetreten: Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) verzeichnete bis Mitte April 20 Masern-, 51 Mumps-, 1.050 Keuchhusten- und 1.292 Windpockenfälle.

Im ersten Lebensjahr

Auch wenn Impfungen in Bayern freiwillig sind, empfehlen Experten, Kinder bereits früh zu impfen: Wenn Kinder ein Jahr alt sind, sollten sie zwei Schutzimpfungen gegen Masern in Kombination mit Röteln und Mumps erhalten. Bereits ab einem Alter von vier Monaten kann erstmalig eine Kombinations-Impfung gegen Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Gelbsucht (Hepatitis B), Diphtherie, Kinderlähmung sowie Hib-Gehirnhautentzündung erfolgen. Auffrischimpfungen sind jeweils im Vorschul- und Jugendalter empfohlen.

Neben der gewöhnlichen Kombinationsimpfung wird von der Ständigen Impfkommission eine Schluckimpfung gegen den Rotavirus empfohlen, sowie bei Säuglingen innerhalb des ersten Lebensjahres eine dreimalige Impfung gegen Pneumokokken.

Auch als Erwachsener auf den Impfschutz achten

Alle zehn Jahre sollten auch Erwachsene ans Impfen denken und den Schutz gegen Tetanus und Diphtherie auffrischen lassen. Inzwischen wird auch empfohlen, damit auch noch die Impfung gegen Keuchhusten zu kombinieren. Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, sollten außerdem ihren Impfschutz gegen Masern überprüfen lassen. Menschen über 60 empfiehlt die Ständige Impfkommission zusätzlich noch eine Impfung gegen Pneumokokken.

Wenn die Influenza zuschlägt

Alljährlich im Herbst stellt sich die Frage: Grippeschutzimpfung oder nicht? Das Robert-Koch-Institut empfiehlt sie vor allem denjenigen, die zu einer Risikogruppe gehören. Also Menschen über 60, Schwangeren, chronisch Erkrankten (Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Menschen, die beruflich viel Kontakt mit anderen haben, sowie natürlich Krankenhauspersonal oder Altenpflegekräften.

Zeckengefahr

Da in Bayern fast überall Zecken beheimatet sind, ist eine Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sinnvoll, vor allem für Menschen, die sich viel draußen aufhalten. Ältere Erwachsene ab 50 Jahren sind die Hauptrisikogruppe für FSME. Da bei Kindern unter drei Jahren Nebenwirkungen bei einer Impfung auftreten können, sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, ob sie notwendig ist.

Gesund unterwegs

Wer seinen Heimatort verlässt, um eine ausgedehnte Reise zu machen, sollte auf jeden Fall seinen Impfschutz überprüfen lassen. Reisen nach Südeuropa und generell Fernreisen (vor allem nach Afrika und Asien) sollten nicht ohne den entsprechenden Schutz angetreten werden. Tropenmediziner informieren darüber, welche Impfungen für das entsprechende Reiseland notwendig sind. Viele Krankenkassen erstatten die Kosten.

Impfgegner sind skeptisch

Folgt man den Empfehlungen der Impfkommission, wird ein Kind in den ersten Jahren im Extremfall rund 30 Mal geimpft. Impfgegner halten Impfungen nicht für notwendig bzw. sehen darin vor allem Risiken. So kann es durchaus zu Impfkrankheiten kommen, das heißt nach einer Impfung bricht die Krankheit aus. In etwa zwei Prozent ist dies bei der Masernimpfung der Fall, allerdings oft in einer leichten Form mit Fieber und abgeschwächtem Hautausschlag. Bleibende Impfschäden sind selten, jedoch bemängeln Impfkritiker, dass die offiziellen Zahlen zu Nebenwirkungen zu niedrig angesetzt seien. Gerade bei den Masern gibt es aber auch Eltern, die diese Krankheit entweder als harmlos oder sogar als nützlich ansehen für ihre Kinder, weil dies ihrer Entwicklung helfe.

Autoren

Birgit Gamböck

Sendung

B5 aktuell vom 23.04.2018 - 15:00 Uhr