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"Union der Mitte" wehrt sich gegen Kritik der CSU-Spitze | BR24

© dpa-Bildfunk/Andreas Gebert

22.07.2018, Deutschland, München: Der CSU-Politiker Stephan Bloch, Gründer der «Union der Mitte», aufgenommen in seinem Büro. (zu dpa "Zwischen Rechts und Mitte brennt die Hütte" am 22.07.2018)

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    "Union der Mitte" wehrt sich gegen Kritik der CSU-Spitze

    Die Union ringt um ihren Kurs. Auf der einen Seite die konservative "Werte-Union". Auf der anderen Seite die liberalere Mitgliederinitiative "Union der Mitte". Der Gründer wünscht in einem Brief an die Parteispitze mehr Dialog. Von Björn Dake

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    Stephan Bloch will das nicht auf sich sitzen lassen. "Abspaltung und Sektierertum" hat ihm CSU-Generalsekretär Blume vorgeworfen. In einem Magazin musste er das lesen. Noch bevor ein Schreiben der CSU-Parteizentrale in seinem Briefkasten landete. Dabei trete die "Union der Mitte" doch für die Partei auf und nicht gegen sie.

    "Wir stehen für einen statt spalten. Das ist einer unserer obersten Slogans, weil es uns wichtig ist, alle Gesellschaftsteile abzudecken." Stephan Bloch, Gründer der Union der Mitte

    Bloch ist im Vorstand des Münchner CSU-Ortsverbands Laim-West. Ein einfaches Parteimitglied, dem es bei dem langen Asylstreit zwischen CDU und CSU irgendwann zu viel wurde. Die Partei habe jahrelang nur noch ein Thema gehabt. Das sei der Grund für den Stimmenverlust.

    Gruppe erhält im Netz immer mehr Zulauf

    Der 29-Jährige sieht die "Union der Mitte" als lockeren Zusammenschluss – ohne Satzung und Statuten. Bei Facebook hat die Gruppe mittlerweile etwa 3.300 Likes, bei Twitter folgen ihre 2.500 Menschen – darunter ein Bürgermeister aus Bayern, eine Ministerin aus Schleswig-Holstein und ein Bundestagsabgeordneter aus Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile werde er ernst genommen.

    "Ich habe zunächst gemerkt, dass es eine belächelnde Art war. Aber seit kurzem ist eine Bredouille der Parteiführung zu merken." Stephan Bloch, Gründer der Union der Mitte

    Parteispitzen werden nervös

    CDU und CSU haben zusammen gut 550.000 Mitglieder. Und doch scheint die kleine Gruppe im Netz die Großen in der Partei nervös zu machen. Unions-Fraktionschef Kauder warnte: Die Zirkelbildung stelle die Geschlossenheit der Union in Frage. Auch CSU-Generalsekretär Blume hat seine Probleme mit der "Union der Mitte".

    "Wir möchten nur nicht, dass hier die Idee der Union und auch das Konzept einer Volkspartei erodiert. Ich will da meinen Beitrag leisten, jeden Tag die Dinge zusammenzuhalten, und gleichzeitig appelliere ich natürlich auch an unsere Anhänger und unsere Mitglieder, Selbiges zu tun." Markus Blume, CSU-Generalsekretär

    Erst vor Kurzem hatte die CSU-Spitze die Parteimitglieder aufgerufen, sich mit ihr zur solidarisieren. Unter dem Hashtag #IchBinCSU sollten Unterstützer Fotos in den sozialen Netzwerken posten. Den Rüffel an Bloch und seine Mitstreiter verteidigt Bloch im Deutschlandfunk.

    "Es war uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass CSU vor allem Union heißt, dass wir zusammenstehen und die unterschiedlichen Überzeugungen nach unserer Satzung nicht ausgelagert sind in einzelne Arbeitskreise oder Arbeitsgemeinschaften, sondern ihren Platz haben müssen und auch haben in der ganzen Breite der Christlich-Sozialen Union." Markus Blume, CSU-Generalsekretär

    Strategie gegen Flügelkämpfe unklar

    Ähnliche Stimmen sind aus der CDU zu hören. Angeblich will Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer die Grüppchenbildung innerhalb der Union zum Thema der ersten Vorstandssitzung nach der Sommerpause machen. Noch fehlt eine Strategie, wie die Unionsparteien mit dem Flügelkampf umgehen wollen.

    Die "Union der Mitte" versteht sich dabei als Gegenspieler zur "Werte-Union". Diese Gruppe konservativer Unionspolitiker fordert, dass CDU-Chefin Merkel abtritt. Ihr angeblicher Linksruck sei dafür verantwortlich, dass CDU und CSU im aktuellen ARD-Deutschlandtrend unter die 30-Prozent-Marke gefallen sind. Nötig sei jetzt ein Politikwechsel.

    Union der Mitte macht weiter

    Stephan Bloch von der "Union der Mitte" will genau solchen Stimmen etwas entgegensetzen – auch in Zukunft.

    "Wenn wir sehen, dass sich in unserer Partei gewisse Parteiflügel zusammenschließen und durchsetzen und dabei einen Teil unserer Volkspartei vergessen, dann müssen wir uns einschalten." Stephan Bloch

    Und darauf solle die Parteispitze mit Offenheit reagieren, findet Bloch, nicht mit Panik.