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Keine Spontankäufe: Online-Preise schwanken extrem | BR24

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Schaufenster wirbt für Onlineshop

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    Keine Spontankäufe: Online-Preise schwanken extrem

    Schwankende Preise im Online-Handel, für ein und dasselbe Produkt: Je nach Tageszeit und Wochentag müssen Käufer beispielsweise für eine Jeans auch mal doppelt so viel zahlen. Das belegt eine Studie der Verbraucherzentralen. Von Frank Aheimer

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    Dass Kunden im Internet für ein und dasselbe Produkt beim gleichen Online-Händler unterschiedliche Preise zahlen, ist keine Seltenheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentralen. Über einen Monat haben die digitalen Marktwächter insgesamt 1.133 Produktpreise bei 16 deutschen Online-Händlern abgefragt. Mehr als ein Drittel der Preise veränderte sich - teilweise sogar mehrfach, sagt Kirsty Dautzenberg von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

    "Es gibt Branchen, die häufig ihre Preise verändern. Da finden wir vor allen Dingen den Elektrohandel oder Apotheken. Und wir finden große Unterschiede in der Häufigkeit der Preisänderung. So was haben wir bis zu 32 mal gefunden." Kirsty Dautzenberg, Verbraucherzentrale Brandenburg

    Das gleiche Produkt plötzlich doppelt so teuer

    Die Untersuchung zeigt beispielsweise, dass sich die Preise in den Webshops von Obi sowie den Online- Apotheken DocMorris und Sany nahezu täglich für ausgewählte Produkte verändern.

    Die Preisschwankungen sind zum Teil extrem. Kunden müssen mitunter doppelt so viel für das gleiche Produkt zahlen. Kirsty Dautzenberg von der Brandenburger Verbraucherzentrale denkt etwa an Mediamarkt: Dort finde sich die Kombination aus häufiger Preisänderung und starker Preisänderung bei einem sehr gängigen Telefon. "Beim Samsung S8 wurde der Preis sehr häufig verändert. Insgesamt 22 mal. Die Preisdifferenz betrug 220 Euro", berichtet Dautzenberg. Im ungünstigsten Fall konnten Kunden 800 Euro für das Telefon bezahlen. Im günstigsten Fall 580 Euro. 

    Preisschwankungen auch bei Zalando

    Erhebliche Preisunterschiede für ein und dasselbe Produkt fanden die Verbraucherschützer auch beim Online-Händler Zalando. Dautzenberg nennt als Beispiel eine Hose der Marke G-Star. Der Preis startete bei 130 Euro, ging auf 100 Euro runter, dann senkte er sich auf 80 Euro. Plötzlich war die Hose 200 Euro teuer, bevor sie dann wieder 80 Euro kostete und sich schließlich bei 120 Euro einpendelte.  

    Auf der Website von Media Markt wurden die Preise am frühen Abend in der Regel heruntergesetzt. Beim Online-Händler ATU waren Autobatterien und Reifen jeweils am Nachmittag günstiger. Verbraucher sollten deshalb Preise am besten über einen längeren Zeitraum beobachten. Auch empfiehlt sich eine Vermeidung spontaner Käufe.