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Tierschützer retten 462 Tiere aus Reihenhaus in Gräfelfing | BR24

© Reptilien-Auffangstation München

Verletzte Python geborgen

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    Tierschützer retten 462 Tiere aus Reihenhaus in Gräfelfing

    Es stank grausam: In einem Reihenhaus in Gräfelfing hat das Veterinäramt 462 Tiere beschlagnahmt: Hunde, Katzen, Hamster, Ratten, Chinchillas, Geckos, Schlangen - sie lebten meist in Kisten eingepfercht und sollten über Ebay verkauft werden.

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    "Es war kein schöner Anblick, wie meistens in solchen Fällen. Vom geruch ganz zu schweigen", sagt Thomas Türbel, Tierarzt an der Münchner Auffangstation für Reptilien. Die 39 Schlangen und vier Geckos aus dem stark verschmutzten Gräfelfinger Reihenhaus sind nun in Sicherheit. Für einen Python kam jede Hilfe zu spät (s. Foto oben): Er kam mit schweren Bauchverletzungen aus der engen Käfighaltung in die Auffangstation, wo er nach einigen Tagen verstarb.

    Viele Tiere waren krank

    Neben den Reptilien fand das Veterinäramt des Landkreises München 87 Meerschweinchen, 30 Vögel, über 150 Mäuse, mehr als 100 Ratten, vier Chinchillas, drei Frettchen und mehrere Hunde, Katzen und Hamster - alle gehalten unter grausamen Bedingungen. Viele Tiere waren krank, einige trächtig.

    In Plastikboxen zusammengepfercht

    Auf Anweisung des Veterinäramtes bargen Tierschützer die gequälten Tiere. Diese beschreiben die Zustände in dem Gräfelfinger Reihenhaus als chaotisch. Kleine, aufeinandergestapelte Plastikboxen beherbergten in drei Räumen die zum Teil über einen Meter langen Schlangen. Meerschweinchen, Hamster, Mäuse und Ratten waren zum Teil zusammengepfercht. Trotzdem attestierte Thomas Türbel zumindest den meisten Reptilien "einen ordentlichen Allgemein- und Ernährungszustand."

    Tierhalterin ist Behörden bereits bekannt

    Jetzt kommt auf die Tierschützer das nächste Problem zu: Wohin mit den geborgenen Tieren? Der Verein Heuwusler, der sich der Meerschweinchen angenommen hat, bittet bereits auf seiner Webseite um Unterstützung.

    Die junge Frau, die die Tiere gehalten hat, ist für die Behörden keine Unbekannte. Die Tiere sollten über die Online-Plattform eBay verkauft werden. Ob ihr diesmal Konsequenzen drohen, etwa das Verbot, bestimmte Tierarten zu halten, muss nun geklärt werden.