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Taubenhaus Kulmbach
© Jürgen Stündl

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Taubenhaus Kulmbach

Kulmbach hat ein Taubenproblem. Die Population habe zugenommen, immer öfter beschweren sich Bürger bei der Stadt, vor allem über den Taubenkot auf den Gebäuden und Plätzen, sagte Verwaltungschef Uwe Angermann dem Bayerischen Rundfunk.

"Die Tauben suchen in der Stadt nach Futter und belästigen die Bewohner und Besucher der Stadt, zum Beispiel beim Essen im Freien." Uwe Angermann, Verwaltungschef Stadt Kulmbach

Vor allem an den historischen Gebäuden hat die Stadt Kulmbach Taubenschutz anbringen lassen: spitze Metallstäbe oder Drahtseile, die unter Strom stehen und die Tiere am Niederlassen hindern. Außerdem ist das Füttern von Tauben in der Stadt verboten. Überall stehen Schilder mit Piktogrammen, die darauf hinweisen. Es gab auch Überlegungen, die Tiere abzuschießen – doch das sei nicht erlaubt, so Angermann. So richtig geholfen, hat das alles nicht.

Taubenhaus statt Stadthaus

Abhilfe schaffen soll jetzt ein Stadttauben-Konzept, das sich Tierschützer ausgedacht haben. Die Tauben sollen raus aus der Kulmbacher Innenstadt und rein in sogenannte Taubenhäuser oder Taubenschläge. Dort werden die Vögel gefüttert und versorgt.

Vollpension und Geburtenkontrolle

Das erste von drei geplanten Taubenhäusern ist nun fertig und befindet sich im dritten Stock des Parkhauses an der Basteigasse. Mitarbeiter des Bauhofs haben mit einer Mauer zwei Parkplätze abgetrennt. Die Tierschützer vom Verein "Stadttauben-Konzept Kulmbach" haben den Raum taubengerecht umgebaut. Um die Vermehrung der Tauben zu kontrollieren, tauschen die Tierschützer um Jürgen Stündl die Eier zum Teil gegen Gipseier aus. 

"Für den Innenausbau haben wir ungefähr 70 Stunden gebraucht. Bis zu 150 Tauben haben darin Platz. Sie können sich in Sitzfächern und auf Brettern niederlassen, sie bekommen Körnerfutter und frisches Wasser. Wir stellen ihnen auch Stroh und Nistplätze zur Verfügung, sodass sie brüten können." Jürgen Stündl, Verein Stadttauben-Konzept Kulmbach

Zuhause für 500 Tauben

Er wünscht sich, dass die beiden weiteren Taubenhäuser in der Nähe des Busbahnhofs und im Stadtpark schnell umgesetzt werden. "Dann haben in ein paar Jahren alle 500 Tauben ein Zuhause und alle sind glücklich", so Stündl. Um die Tiere zu betreuen, sucht der Verein "Stadttauben-Konzept" ehrenamtliche Helfer, die die Tierschützer unterstützen wollen. Helfen kann man aber auch mit Spenden.

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Mittags in Franken vom 01.02.2018 - 12:05 Uhr