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Nicht mal Geld für den Sprit. So geht es aktuell einigen Schaustellern nach der Absage der Weihnachtsmärkte in Bayern. Der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands Lorenz Kalb ist enttäuscht – auch wegen eines Treffens mit der Regierung.

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Schausteller-Chef redet Tacheles: "Wir brauchen Hilfe, schnell"

Nicht mal Geld für den Sprit - so geht es aktuell einigen Schaustellern nach der Absage der Weihnachtsmärkte in Bayern. Der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands Lorenz Kalb ist enttäuscht – auch wegen eines Treffens mit der Regierung.

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Niklas EckertNiklas Eckert
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Das große Karussell mitten auf dem Hans-Sachs-Platz in Nürnberg steht noch. Die Buden außen herum werden fleißig abgebaut. Hier hätte eigentlich die Nürnberger Kinderweihnacht stattgefunden. Die Absage trifft die Schausteller schwer. "Was wir brauchen, ist finanzielle Hilfe und zwar ganz schnell", fordert Lorenz Kalb, der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands.

Die Existenz steht auf dem Spiel

Von den Weihnachtsmärkten in diesem Jahr hatten sich die Schausteller die Einnahmen erhofft, die sie nach fast zwei Jahren Pandemie dringend gebraucht hätten. Genaue Zahlen über die Höhe der Einbußen kann Kalb nicht nennen. Er wisse aber von Kollegen, die sich Geld für Sprit leihen mussten, um die abgesagten Weihnachtsmärkte wieder zu verlassen. "Ich weiß nur, dass ich weinende Leute um mich herum habe, die nicht mehr weiterwissen."

Zum Artikel "Nach Weihnachtsmarkt-Absage: Hoffen auf Alternativen"

Treffen mit der bayerischen Regierung

Um die Existenz des Gewerbes zu sichern, hatte das bayerische Wirtschaftsministerium am Dienstag zu einem runden Tisch eingeladen. Für Kalb war das Treffen aber eine Enttäuschung. "Man hat bloß gehört 'da müssen wir den Bund fragen'. Aber das nützt uns alles nix!". Kalb sieht nicht den Bund, sondern den Freistaat Bayern in der Pflicht, da die Absage der Weihnachtsmärkte eine bayerische Entscheidung war.

Staatshilfen werden dringend gebraucht

Er freue sich für die Kollegen in den anderen Bundesländern, wo Weihnachtsmärkte möglich sind, aber "in Bayern haben wir quasi ein Berufsverbot", wettert Kalb. Deshalb rede er jetzt, wie er selbst sagt, Tacheles: "Ich bitte und fordere die bayerische Staatsregierung auf, uns jetzt zu helfen". Es scheint die letzte Möglichkeit zu sein, das Gewerbe zu retten. Viele Schausteller hätten bei Banken darum gebeten, mit Rückzahlungen bis nach der Weihnachtszeit warten zu dürfen. Die erhofften Einnahmen dafür bleiben jetzt aber aus.

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