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Bildrechte: dpa/ Marcel Kusch

Gewitter über München in der Nähe der Heilig-Kreuz-Kirche im Stadtteil Giesing

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    Punktgenaue Vorhersage von Unwettern schwer

    Die Vorhersagen für die schweren Unwetter in Bayern kamen rechtzeitig. Solch frühe Warnungen gelten jedoch als ungenau. Prognosen für einzelne Orte oder konkrete Uhrzeiten zu treffen, sei sehr schwierig, so ein Experte vom DWD. Von Thomas Kempe

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    Der Meteorologe Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bekräftigte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass es auch für den am Freitag vom Unwetter besonders betroffenen Raum in Ostbayern Unwetterwarnungen, gegeben hat. "Mit einigen Stunden Vorlauf, bevor diese Unwetter aufgetreten sind", wie Wolz betont.

    Schon am Freitagmorgen gab es erste Hinweise auf schwere Gewitter - zunächst für die Alpenregion und Teile Frankens. Wie sich solche angekündigten Gewitterfronten genau verhalten, sei allerdings nur durch so genanntes "Nowcasting" zu verfolgen. Prognosen mit über fünf Stunden seien daher ungenau.

    Orkanböen lassen sich kaum vorhersagen

    Beim "Nowcasting" werden Gewitter sozusagen in ihrem Verlauf "verfolgt" und es wird versucht vorherzusagen, welchen Weg sie einschlagen und welche Heftigkeit sie entwickeln könnten. Für einzelne Orte oder konkrete Uhrzeiten Prognosen zu treffen, sei sehr schwierig. Wo genau heftige Orkanböen entstehen - wie es wohl im Raum Passau und im Kreis Freyung-Grafenau der Fall war - ist manchmal gar nicht vorherzusagen, weil die Entwicklung schlagartig erfolgen kann.

    BR-Wetterexperte Michael Sachweh erklärte im Interview, dass die Gewitterböen die sich im ostbayerischen Raum entwickelt hatten, möglicherweise unterschätzt wurden. Man habe mit Sturmböen gerechnet, die hier und da 100 Stundenkilometer erreichen. Das aber volle Orkanstärke erreicht wurde, wie in der Nähe von Passau, sei auch für Meteorologen überraschend gewesen.