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Gerlich und Guardini sollen selig gesprochen werden | BR24

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Gerlich und Guardini sollen selig gesprochen werden

Im Erzbistum München und Freising könnte es in einigen Jahren zwei neue Selige geben. Kardinal Reinhard Marx wird im Dezember das Seligsprechungsverfahren für den Religionsphilosophen Romano Guardini und den Publizisten Fritz Gerlich eröffnen.

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Fritz Michael Gerlich (1883-1934) arbeitete zunächst bei den Münchner Neuesten Nachrichten, dem Vorläufer der Süddeutschen Zeitung, bevor er als Herausgeber der Zeitschrift "Der gerade Weg" als scharfer Kritiker Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten an die Öffentlichkeit ging. In der Zeitschrift attestierte er der NSDAP-Parteileitung "eine Mischung aus Kriminellem und Pathologischem". In Hitler sah Gerlich "die Unbedingtheit des Bösen“. Für diese Haltung musste der vom Calvinismus zur katholischen Kirchen konvertierte Publizist mit seinem Leben bezahlen. In der Nacht auf den 1. Juli 1934 wurde Gerlich im Konzentrationslager Dachau ohne Prozess erschossen.

Guardini: Erneuerer der Kirche

Romano Guardini (1885-1968) war katholischer Priester und lehrte von 1948 bis 1962 als Professor für Religionsphilosophie und katholische Weltanschauung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Der gebürtige Veroneser wurde weltweit als Erneuerer der Kirche bekannt und gilt als ein Wegbereiter der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Die Verfahren zur Seligsprechung dauern in der Regel mehrere Jahre. In einer ersten Phase werden in der Erzdiözese Informationen zum Leben und Wirken der beiden Kandidaten gesammelt, anschließend wird das Verfahren an der römischen Heiligsprechungskongregation fortgesetzt.

Die letzte Seligsprechung eines Bistumsangehörigen liegt fast dreißig Jahre zurück: 1987 wurde Pater Rupert Mayer seliggesprochen, der für seinen Widerstand im Nationalsozialismus verehrt wird. 1988 folgte der Redemptoristenpater Kaspar Stanggassinger, der in Gars am Inn als Erzieher tätig war.