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Gegen die Schweinepest: Elektrozäune, Jäger und Polizei | BR24

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Zwei Wildschweine

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    Gegen die Schweinepest: Elektrozäune, Jäger und Polizei

    Während die Afrikanische Schweinepest im Baltikum und in Polen massenhaft ausgebrochen ist, gibt es bei unserem Nachbarn Tschechien bislang nur gut 200 Fälle in einem kleinen Bereich ganz im Osten des Landes. Und der ist hermetisch abgeriegelt.

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    Die Zahlen sind alarmierend: 3.918 infizierte Wildschweine und 125 infizierte Hausschweine wurden in Estland, Lettland, Litauen und Polen seit Beginn vergangenen Jahres gezählt. In Tschechien gab es dagegen "nur" 209 Wildschweine, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert waren - und auch nur in einem einzigen Gebiet an der slowakischen Grenze, ganz im Osten des Landes.

    Sicherheitszonen

    Um eine Ausbreitung der für Menschen ungefährlichen, für Schweine aber tödlichen Seuche zu verhindern, haben die tschechischen Behörden in der Region Zlín zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Die Gegend rund um die Fundstellen der erkrankten Tiere wurde in mehrere Sperrbezirke unterteilt: Eine innere Zone höchsten Risikos, eine weitere Zone hohen Risikos, eine dritte Zone, die zwar infiziert ist, von der aber nur ein geringes Risiko ausgeht und eine vierte Zone intensiver Bejagung.

    Elektrozaun, Jäger und Polizei

    Rund um die Hochrisiko-Zone haben die Behörden einen Elektrozaun und einen sogenannten "Geruchszaun" - Pfähle mit einem für das Wild abstoßend riechenden Schaum - errichtet. Rund um die Kernzone patrouillieren zudem Jäger und mit vollautomatischen Waffen ausgerüstete Polizisten. Das Ziel ist, die infizierte Population zu isolieren, bis die Seuche die Tiere dahingerafft hat. Und vor allem: Eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

    Lob aus Bayern

    Aus Sicht der bayerischen Landestierärztekammer ist das konsequente Vorgehen der tschechischen Behörden genau der richtige Weg, so Vizepräsidentin Dr. Iris Fuchs: "Die Kollegen in Tschechien haben hervorragende Arbeit geleistet und tun es noch." Auch in Bayern, so Fuchs, werde sehr viel getan. "Wichtig ist, dass es klare und konkrete Vorgaben für alle Beteiligte gibt, wer wann was wie zu tun hat, falls der worst case mit Auffinden eines toten Wildschweins eintritt." Angesichts der hohen Infektionszahlen in Polen und im Baltikum sei eine Einschleppung dennoch mehr als wahrscheinlich: "Das Virus kommt bestimmt oder ist vielleicht sogar schon mit der Schinkensemmel eingereist, jedoch noch nicht von einer Wildsau gefressen."