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DSGVO

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    Datenschutzverordnung: Vereine sehen Ehrenamt bedroht

    Ab Freitag sollen persönliche Daten besser geschützt werden. Die neue EU-c stellt Vereine in der Oberpfalz aber vor Probleme. Sie bedeutet Bürokratie und eine Bedrohung fürs Ehrenamt.

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    Andreas Michalczyk hat ein Problem. Seit Januar sucht er einen Datenschutzbeauftragten für seinen Verein, den TSV Wacker Neutraubling. In der neuen Datenschutzgrundverordnung steht nämlich: Wenn mehr als neun Personen regelmäßig auf Mitgliederdaten zugreifen, muss ein Datenschutzbeauftragter ernannt werden. Michalczyk als Vorstand darf das nicht machen, intern fand er auch niemanden. Jetzt braucht er einen externen Datenschutzbeauftragten - und der kostet. Michalczyk ist sauer auf die EU: "Die schauen nicht, wo wir das Geld hernehmen oder wie wir das stemmen sollen." 

    150 Euro monatlich für den Datenschutzbeauftragten

    Michalczyk rechnet mit 150 Euro monatlich für den Datenschutzbeauftragten plus einmalig 2.000 Euro für das Anlegen des Datenschutzes. Weil sich der Verein das eigentlich nicht leisten kann, muss jetzt der Mitgliedsbeitrag erhöht werden. Nicht alle Mitglieder sind davon begeistert, meint Michalczyk. Aber er wolle keine Strafen riskieren: 

    "Wenn wir keinen Datenschutzbeauftragten haben, dann wird eine Strafe im fünfstelligen Bereich fällig. Und dann können wir den Verein zusperren." Andreas Michalczyk, Vorstand TSV Wacker Neutraubling

    Das sieht Franz Hohenleutner vom BLSV anders. Er will Vereine beruhigen: Kontrollen gibt es keine, meint er. Das Landesamt für Datenschutz schalte sich nur ein, wenn Beschwerden vorliegen. Außerdem wären jetzt erst einmal die großen Firmen für die Ämter interessant, nicht die Vereine. Die sollen sich nur mit dem Datenschutz beschäftigen. "Ich finde, es ist noch ehrenamtlich zu stemmen. Man muss einfach anfangen und dann schaffen wir das auch", sagt Hohenleutner.

    Genehmigung für jedes Foto

    Dennoch: Michalczyk findet die EU-Verordnung übertrieben. Für jedes Mannschaftsfoto, für jedes Video, für jedes Foto eines Verstorbenen braucht er jetzt Genehmigungen. Heißt für ihn: mehr Bürokratie, mehr Seminare im Bereich Datenschutz und weniger Zeit für die wirkliche Vereinsarbeit mit Kindern und Sport. 

    "Die Zeit, die wir opfern, die kann man nicht entschädigen. Die EU-Verordnung greift das Ehrenamt an." Andreas Michalczyk, Vorstand TSV Wacker Neutraubling

    Was Michalczyk ärgert, sehen mehrere Vereine so. Wie dem Freien Turn- und Sportverein in Regensburg. Die EU-Grundverordnung mache den Weg für Vereine noch steiniger als er bisher schon sei, findet Präsident Anton Zimmermann. Er selbst würde jetzt nicht mehr ehrenamtlich helfen wollen: "Mir ist das jetzt schlichtweg zu viel. Es wird immer engmaschiger und kleinteiliger, sodass ich auch die Lust verliere, zum Beispiel Feste zu organisieren, weil man die Bedingungen fast nicht mehr erfüllen kann."

    Sendung

    Regionalnachrichten aus der Oberpfalz

    Von
    • Sarah Beham
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