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University:Future Festival Innovationen & Visionen in der Hochschulbildung

Das University: Future Festival 2020 findet vom 6. bis 8. Oktober 2020 komplett digital statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Es bietet einen Blick zurück auf das digitale Sommersemester 2020 – und vor allem einen Blick nach vorne auf die Zukunft der Hochschulen mit zunehmender Digitalisierung – einem "New Normal":

Von: Susanne Bauer-Schramm

Stand: 06.10.2020

Logo von University:Future Festival | Bild: Stifterverband, Hochschulforum Digitalisierung

Über 220 Redner*innen aus verschiedenen Ländern setzen sich in 66 Vorträgen und 30 Workshops mit digitaler Lehre und neuen Lern-Formaten aus der Hochschulwelt auseinander.

Das Future Festival–Programm setzte sich aus drei ganz unterschiedlichen „Days“ zusammen. Zum Start, Kennenlernen und als Warmup gibt es den BarCamp:Day. Am zweiten Tag, dem Conference:Day heißt es, die meiste Zeit zuzuhören. Und am dritten Tag, dem Workshop:Day, kommt es aufs Mitmachen an. In Workshops, mit einer Dauer von meist etwas über eineinhalb Stunden, kann man komplett eintauchen in das „New Normal“ an den Hochschulen – digitale Lehr- und Lernformate, die es bereits gibt und welche, die in die Zukunft der Hochschulbildung weisen.

BarCamp:Day (Dienstag, 06.10.):

Das frei zugängliche BarCamp-Format bietet den Festival-Teilnehmer*innen die Gelegenheit, Anwendungsbeispiele aus der eigenen Projekterfahrung, Lehre oder Hochschule zu präsentieren, zu diskutieren oder gemeinsam mit der Hochschulforum Digitalisierung -Community weiterzuentwickeln. Es gibt vier Barcamp:Sessions - jede BarCamp:Session dauert ca. 60 min. Davor haben alle Referent*innen eine Minute Zeit auf der Bühne für ihr BarCamp zu werben, um möglichst viele Teilnehmer*innen dazu zu bewegen an ihrem BarCamp teilzunehmen. Insgesamt stehen 40 BarCamp-Slots zur Verfügung. Die BarCamp:Sessions werden den Räumen nach den Pitches zugeteilt.
Einen kurzen Überblick, wer alles zum Diskutieren einlädt, verschafft der BarCamp:Session-Link:

Conference:Day (Mittwoch, 07.10.):

In vier parallelen Livestreams referieren am zweiten Tag Expert*innen querbeet durch einzelne Schwerpunkte, die sich mit speziellen Technologien, KI, Lernräumen, Lehren & Lernen wie auch mit digitalen Prüfungen bis hin zu Utopien und Visionen für innovatives Lernen beschäftigen. Deutsche und internationale Expert*innen setzen sich über die Hochschulbildung nach 2020 auseinander, angeführt von Keynotes der EU-Kommissarin Mariya Gabriel, der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz Peter-André Alt.

Workshops:Day (Donnerstag, 08.10.):

In längeren Workshops erarbeiten Teilnehmende gemeinsam Produkte und lernen voneinander. Hier geht’s zum Überblick des Workshop:Day

An allen drei Tagen gibt es auch ein spezielles, virtuelles Festival-Begleitprogramm. Von Meditationsübungen über Schreibtisch-Yoga bis hin zum interaktiven Quizz und Networking bietet das Festival viele Formate zum Entdecken. Am Conference:Day findet inklusive Live-Konzert ab 19.30 Uhr die Preisverleihung des Open Data Impact Award 2020 statt. Der Open Data Impact Award wird 2020 erstmals vergeben. Im Rahmen seines Programms "innOsci – Forum für offene Innovationskultur" hat der Stifterverband eine Fördersumme von 30.000 Euro bereitgestellt. Der Preis soll als Anreiz gelten, Forschungsdaten offen zur Verfügung zu stellen und deren Sichtbarkeit zu erhöhen. 

Impressionen und erste Einblicke aus dem University:Future Festival

Digitale Klausuren in der Praxis. Ergebnisse einer Begleitstudie an der TU Chemnitz mit Janine Funke, Sascha Schneider, Ulrike Rada
(Conference: Day, 07.10. von 14.50 Uhr bis 15.20 Uhr Room 2)

Online-Klausuren nehmen an Hochschulen einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Durch die Covid-19 Pandemie und den damit zusammenhängenden Kontaktbeschränkungen hat sich die Nachfrage nach digitalen Lösungen nochmals verstärkt. Mitarbeiter*innen der Professur "Psychologie Digitaler Lernmedien" sowie dem hochschuldidaktischen BMBF-Verbundprojekt „Lehrpraxis im Transfer plus“ und SMWK-Projekt "Digitale Hochschulbildung" der TU Chemnitz begleiteten die Durchführung digitaler Klausuren im Sommersemester 2020 wissenschaftlich. Was ist das Hauptproblem mit Prüfungen im Online-Modus? Was ist das Kernergebnis der Studie an der TU Chemnitz? Wie kann eine gute Praxis in der Zukunft aussehen?

Vom Shutdown zum NextNormal – Podcasts zur Zukunft der Hochschulbildung aus Sicht von Studierenden mit Laura Eigbrecht, Patricia Bonaudo und Prof. Dr. Ulf-Daniel Ehlers
(Conference: Day, Mittwoch 07.10. von 14.00 Uhr bis 14.30 Uhr Room 2)

"Studium im Shutdown – wir studieren zu Hause": Seit April hat das Team um die Forschungsgruppe NextEducation an der DHBW Karlsruhe Studierende aus ganz Deutschland interviewt, die aufgrund des Covid 19-Shutdowns plötzlich von zu Hause studieren mussten. Die Interviews wurden als Podcast-Serie veröffentlicht. Im Juli ist der Podcast unter dem Titel "Next Normal – WeStudy@Home" mit neuem Konzept und einer zukunftsorientierten Perspektive gestartet. Welche Rolle spielten Podcasts im Sommersemester 2020? Was haben wir in den letzten Monaten über die Bedürfnisse und Wünsche von Studierenden gelernt?

Laborpraktika und Online-Lehre – Geht das? Mit Prof. Dr. Dirk Burdinski, Campus Leverkusen
(Conference: Day, Mittwoch 07.10. von 16.40 Uhr bis 17.10 Uhr Room 3)

Der vollständige virtuelle Ersatz von Laborpraktika ist in vielen Natur- und Ingenieurwissenschaften schwer vorstellbar und die geforderten, „flexiblen und pragmatischen“ Lösungen zu entwickeln, ist herausfordernd. Welche Probleme ergeben sich für Laborpraktika im Online-Modus? Wie sieht hier das neue Normal aus? Was funktioniert? Wo sind noch Baustellen?

Künstliche Intelligenz und Remote-Formate: Innovative Lehre an Musikhochschulen mit Martin Ullrich, Sebastian Trump
(Workshop: Day, Donnerstag 08.10. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr Raum 4)

Der Workshop widmet sich zwei innovativen Aspekten der Musikhochschuldidaktik: Der Verwendung von Remote-Formaten in der künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Lehre sowie dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Hochschule für Musik Nürnberg betreibt, gemeinsam mit der technischen Hochschule Nürnberg und der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, das LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation. Sie bringt in einem dort gestarteten interdisziplinären Projekt zwischen Informatik und Musikforschung menschliche Musiker*innen, künstliche Intelligenz und einen digital-analogen Hybridflügel in einer Live-Performance zusammen. Welche besonderen Herausforderungen birgt die Online-Lehre für Musikhochschulen? Wie wurde denen im vergangenen Semester begegnet? Welches neue Normal zeichnet sich ab?

Avatar basiertes Lehren und Lernen mit Prof. Dr. Heribert Nacken
(Workshop: Day, Donnerstag 08.10. von16.30 bis 17.30 Uhr Room 3)

Im Rahmen des MyScore Projektes der RWTH wird in einem der Teilprojekte eine Software entwickelt, mit der 3D-VR Szenarien realisiert werden, die für die Online-Lehre zum Einsatz gelangen. Ziel ist es dabei, die Teilnehmenden (Dozierende und Studierende) unabhängig von ihrem realen Standort zusammenzubringen, um in einem VR-Szenario gemeinsame Lehr- und Lernaktivitäten zu realisieren. Welche Chancen bieten Avatare für die Lehre im Online-/Hybrid-Modus?

"Es bietet die Möglichkeit Personen, die sich an unterschiedlichsten realen Standorten auf der Welt befinden, in ein realitätsnahes, 3-dimensionales Settings zu integrieren, so dass die Person mit anderen Teilnehmenden synchron in diesen VR-Welten kommunizieren und interagieren können. Dabei werden sie durch standardisierte oder personalisierte Avatare in dem jeweiligen VR-Setting repräsentiert. Wie in der Real-Welt, stehen ihnen Notebooks, Tablets, Beamer, das Internet sowie in aller erster Linie die direkte 360-Grad-Surround Audio-Kommunikation mit den weiteren Teilnehmenden zur Verfügung."

Prof. Dr. Heribert Nacken, Rektoratsbeauftragter Blended Learning und Exploratory Teaching Space, RWTH Aachen

Hier geht’s zum Festival:

App zum University:Future Festival

Über die App zum University:Future Festival sind die Themen für den Conference:Day und den Workshop:Day mit speziellen Tags leicht zu finden. Sie orientieren sich an den Herausforderungen für die Bildungssysteme und die digitale Gesellschaft:

Future:Learn (Lehre in der Anwendung)
Future:Skills (Kompetenzen)
Future:Tech (Technologie und KI)
Future:Lead (Strategie)
Future:Gov (politische und rechtliche Rahmenbedingungen)
Future:Space (Lernräume/Lernarchitekturen)
Future:Vision (Utopien, Visionen für innovatives Lernen)
Future:Exam (Prüfung und Anerkennung)

Hochschulforum Digitalisierung (HFD)

Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) ist zentraler Ansprechpartner beim Diskurs zur Hochschulbildung im digitalen Zeitalter. Als Impulsgeber informiert, berät und vernetzt es Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das 2014 gegründete HFD ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.


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