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Tipps fürs Homestudying Studieren daheim – wie kann das gut klappen?

Die Hochschulen sind geschlossen, Vorlesungen und Seminare finden online statt. Die Coronakrise verlagert das Lernen und Lehren nach Hause. Diese Tipps helfen beim Studieren in den eigenen vier Wänden.

Von: Sabine Pusch, Martin Moser und Florian Falzeder

Stand: 16.05.2020

Wie viel Struktur der reguläre Uni-Betrieb liefert, bemerkt man erst, wenn diese auf einmal wegfällt. Statt Vorlesungssaal, Seminarraum, Mensa und Bibliothek heißt es jetzt: Schreibtisch, Schreibtisch, Küche, Schreibtisch. In der Krise sind die Studierenden gefordert, ihren Alltag selbst zu strukturieren und sich einen Zeitplan zu erstellen. Neben positiven Routinen und Bewegung gibt es noch ein paar weitere Dinge, die dabei helfen können, das Lernen daheim zu erleichtern.

Radikales Monotasking

Klar, es ist verlockend: Neben der Vorlesung schnell die Blumen gießen, essen oder schon mal Literatur für die Hausarbeit recherchieren. Doch wer etwas mitbekommen möchte, sollte nicht nur pünktlich sein und sich Notizen machen, sondern vor allem aufs Monotasking setzen – also aufs Zuhören. Denn Forscher sind sich einig: Multitasking ist ein Mythos. Unser Gehirn bearbeitet Aufgaben nacheinander – nicht parallel. Wer sich ständig selbst unterbricht und erneut beginnt, stresst sich, ist unkonzentriert und raubt sich Nerven. Durch das Herumspringen fehlen ausgleichende Ruhephasen, die unser Hirn dringend benötigt. Mit dem Ergebnis, dass man am Ende einer Vorlesung gar nichts behalten hat.

Erfahrungen nutzen

Für die meisten Studierenden und Lehrenden ist das reine Online-Lernen und -Lehren etwas recht Neues. Andere Studis und Bildungseinrichtungen sind da sehr erfahren – und von ihnen kann man lernen. Zum Beispiel von der Berliner Kiron University bzw. Kiron Open Higher Education. Dort können Geflüchtete seit 2015 mit Hilfe von MOOCs, Massive Open Online Courses, studieren. Ein Kurs wird den neuen Studierenden besonders empfohlen: How to Become an Online Learner. Es geht darin unter anderem um den Unterschied zwischen Online- und Offline-Lernen, um körperliche und geistige Gesundheit und um Zeitmanagement-Techniken. Profitieren können davon nicht nur die Kiron-Studis. Denn den Kurs und viele weitere kann jede und jeder nach dem kostenlosen Registrieren absolvieren.

Auch für die Lehrenden gibt es online Schulungsvideos. Hier geht es um Fragen wie: Wie kann ich meine Online-Präsenz verbessern? Wie erreicht man mehr aktive Beteiligung bei den Studierenden?

Kontakte halten

Quatschen vor der Vorlesung, gemeinsame Kaffee-Pause, Mittagessen in der Mensa: All das online zu ersetzen, ist schwierig. Wichtig ist, es trotzdem zu versuchen und sich zu verabreden. Slack, Zoom, Whatsapp, Facetime und simple Telefonate können dabei helfen. Viele Unis haben für ihre Studierenden Lizenzen für Videokonferenz-Tools gekauft. Das erleichtert etwa Gruppenarbeiten – und auch die ein oder andere Online-WG-Party.

Lernmethoden testen

Lernmethoden wie die Pomodoro-Technik können gegen Durchhänger beim Lernen helfen und steigern die Effizienz. Bei der in den 1980er Jahren entwickelten Methode des Zeitmanagements werden die Aufgaben in Einheiten von je 25 Minuten eingeteilt. Denn so lange kann man sich auf jeden Fall konzentrieren. 25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause, 25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause. Nach vier Arbeitseinheiten folgt eine halbe Stunde Pause – und dann geht es wieder von vorne los.


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