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Jahrtausende altes Heilmittel Honig – gut als Massage und fürs Immunsystem

Honig wird seit Jahrtausenden als Heilmittel bei Krankheiten verwendet. Er regt körpereigene Enzyme an, die abgestorbenes Wundgewebe abbauen. Bei Knieschmerzen kann eine Honigmassage helfen. Was schafft Honig noch? Und wie entsteht er eigentlich?

Von: Agnieszka Schneider

Stand: 12.09.2022

Honig ist eines der ältesten Heilmittel der Welt. Das flüssige Gold wurde bereits im alten Ägypten sowie in Indien und China zu medizinischen Zwecken angewendet. Und auch heute wird er noch verwendet, insbesondere bei der Wundbehandlung und Infekten. Honig ist zwar kein Allheilmittel, aber er wirkt zum Beispiel der Magenübersäuerung entgegen und verbessert die Durchblutung der Verdauungsorgane.

Doch Vorsicht: Honig ist ein Naturprodukt und kann schädliche Stoffe enthalten. Deshalb darf man ihn Babys nicht geben. Auch Allergiker sollten vorsichtig sein. Im Großen und Ganzen sind Honigsorten wie Wald-, Blüten- oder Thymianhonig aber sehr gesund.

Tipp: So stärkt Honig das Immunsystem!

Honig kann auch das Immunsystem stärken. Ein Tipp: Einfach ein Daumen großes Stück Ingwer in kleine Scheiben schneiden, für 20 Minuten in einem Liter Wasser auskochen und abkühlen lassen. Anschließend Honig und ausgepresste Zitrone dazugeben und alles in eine Thermoskanne füllen. Über den Tag verteilt immer wieder eine Tasse trinken. So kommt man ganz leicht ins Schwitzen. Erkrankungsfaktoren werden ausgeleitet. 

Massage: Honig nimmt Giftstoffe aus Bindegeweberaum auf

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Mehrere Bienen krabbeln auf einer Wabe. | Bild: stock.adobe.com/rupbilder zum Artikel Ernährung Honigkunde

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Matthias Kunth hat sich der "Bienenmedizin" verschrieben. In seine Praxis kommen Patienten, die auf dieses vielseitige Naturheilmittel setzen. Bei einer alten traditionellen Honigmassage werden Verspannungen gelöst.

Denn Honig ist sehr komplex: Er hat sehr unterschiedliche lange Zuckerketten, eine Vielzahl an Mineralen, Spurenelemente, Enzymen, Vitaminen. Dadurch besitzt er die Fähigkeit, Schadstoffe, Giftstoffe aus dem Unterhautgewebe und Bindegeweberaum aufzunehmen.

In seiner Praxis hat Matthias Kunth auch einen Patienten mit einer mit Keimen infizierte Wunde am Fuß mit einem medizinischen Honig behandelt. Mit Erfolg.

"Der Honig wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern regt körpereigene Enzyme an, die abgestorbenes Wundgewebe abbauen. Er regt an den Wundrändern das Wachstum gesunder Hautzellen an. Und bereits nach sechs Wochen kann man sehen, ist die Wunde komplett geschlossen, aber ohne Narbenbildung."

Prof. Matthias Kunth, Arzt, Pfaffenhofen

Eine Patientin wird mit Honig am Knie behandelt. Birgit Zaby ist im Alltag stark eingeschränkt. Mit einer Pump- und Zupftechnik wird ihr Knie mit dem erwärmten Honig bearbeitet.

"Ich habe Schmerzen im Knie – das kommt dadurch, dass das andere Knie verletzt war und ich wahrscheinlich eine Fehlhaltung habe."

Birgit Zaby, Patientin

Je länger der Honig drauf ist, desto mehr tut es ihr weh. Wie kann das sein?

Im Gelenk selbst werden laut Matthias Kunth der Gelenkstoffwechsel, die Durchblutung, der ganze Dehn- und Bandapparat und Gelenkstrukturen aufgelöst. Dadurch wird letztlich das Nervensystem ein bisschen gereizt. Das ist das, was den Schmerz auslöst – es ist gewollt.

So wird Honig geerntet

Ein Imker prüft eine Bienenwabe.

Wo kommt der Honig denn eigentlich her? Profis wie Siegfried Back und sein Vater Dietmar wissen das. Beide imkern für ihr Leben gern. Bis August/September bringen Bienen Nektar in den Bienenstock. Um Honig zu ernten, müssen als Erstes die Bienen von den Waben abgeschüttelt werden – händisch oder maschinell. Die abgefegten Bienen kommen danach in den Stock oder fliegen raus, um weiter Nektar zu sammeln. Bis zu 70.000 Bienen sind in einem Stock enthalten – so kommt viel Nektar zusammen.

Nun wird der Honig in der Wabe unter die Lupe genommen. Der Wassergehalt sollte unter einem Wert von 18 sein. Ist dies der Fall, kann die Wabe entnommen und geschleudert werden. Doch bevor das passiert, muss noch das Wachs entfernt werden. Dieses Wachs in den vielen kleinen Deckeln könnte man sogar essen. Nach dem Schleudern wird der Honig noch durch ein feines Sieb gefiltert. Dann ist er fertig zum Verzehr.

Waldhonig oder Blütenhonig: Welcher ist am gesündesten?

Thymianhonig tut den Schleimhäuten und Atemwegen gut.

Doch welcher Honig ist das nun überhaupt? Und welcher ist am gesündesten? Der Imker weiß, zu welcher Zeit, welche Pflanzen blühen. So kann er schon eine Grundbestimmung machen, was seine Bienen vermutlich heimtragen: zum Beispiel heller Rapshonig oder dunklerer, feinwürziger Waldhonig. Der Blütenhonig ist vergleichsweise sehr süß, hat aber für Heuschnupfengeplagte den Vorteil, dass man den regionalen Blütenhonig zum Desensibilisieren hernehmen kann.

Blütenhonig zeichnet sich dadurch aus, dass er für den Energiehaushalt optimal ist. Der Thymianhonig ist besser, wenn es um die Schleimhäute und die Atemwege geht. Der Waldhonig ist gut zur Entzündungsbekämpfung. Es hängt also immer davon ab, was der Honig jeweils bewirken soll. Und eine Imkerweisheit besagt: Der beste Honig ist immer noch der, der einem am besten schmeckt!


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