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Analoger Klassiker unter den Radiowellen

Published at: 28-8-2023

Sender Würzburg/Frankenwarte  | Bild: BR/Wenzel

Vor 100 Jahren ging die erste öffentliche Radiosendung am 29. Oktober 1923 in Berlin über den "Äther". Die terrestrische Verbreitung war die erste Möglichkeit, um Rundfunksignale zu übertragen und zu empfangen. Auch heute noch liegt der drahtlose Radioempfang in der Gunst der Hörer an erster Stelle. Zunehmend mehr Menschen in Deutschland hören inzwischen digital.

Am Anfang war die Mittelwelle

In Bayern begann das Rundfunkzeitalter am 30. März 1924: Aus dem Verkehrsministerium in München, das sich gegenüber des heutigen BR-Funkhauses befand, wurde eine Festansprache und Musik in den Audimax der Universität München übertragen. Dort lauschten 600 geladene Gäste dem neuen Medium. Vom Ministerium war ein Draht zum Hauptbahnhof gespannt - die erste Mittelwellen-Sendeantenne. Es gab 155 angemeldete Rundfunkhörer. Ein exklusives Erlebnis war das seinerzeit!
Auch wenn viele Jahre später die BR-Mittelwelle auf den Frequenzen 729 und 801 kHz am 30.September 2015 endgültig eingestellt wurde, war diese Technik doch der Grundstein für das Massenmedium Radio und der Beginn eines neues Zeitalter der Kommunikation.

Erfolgsstory UKW

Der allererste UKW-Sender in Europa ging am 28. Februar 1949 in München auf Sendung – nur wenige Tage nach der Gründung des Bayerischen Rundfunks. Die neue Technologie war der Ausweg aus einer unbefriedigenden Situation, denn Deutschland waren nach Kriegsende auf der Kopenhagener Wellenkonferenz nur noch „schlechte“ Mittelwellenfrequenzen zugeteilt worden. Die Versorgung der Bevölkerung über Mittelwelle war nicht mehr umfassend gewährleistet. Bei UKW fand man dagegen eine grüne Wiese vor und die Möglichkeit, eine Grundversorgung für alle aufzubauen.

Das UKW-System mit seinen gegenüber der Mittelwelle erheblichen Verbesserungen in punkto Empfangs- und Klangqualität hat im Laufe des 20. Jahrhunderts eine regelrechte Erfolgsstory erlebt und sich zum meist genutzten Radiosystem entwickelt.

Digitalradio auf dem Vormarsch

Analoge Techniken entsprechen heute immer weniger den Anforderungen an ein modernes Medium. Auch das lange so beliebte UKW-System ist kaum noch entwicklungs- oder ausbaufähig und bald 75 Jahre auf Sendung. Es bietet nicht den Platz für viele neue Programm- und Zusatzangebote und ist viel störanfälliger als eine digitale Verbreitung.

Das Ziel, sich als würdiges Nachfolgesystem für UKW zu etablieren, hat Digitalradio mit DAB+ seit 2011 in Deutschland angetreten. Es ermöglicht dem Hörfunk über Antenne eine digitale Zukunft und ist parallel zu UKW verfügbar. Die digitalen Sendernetze sind heute hervorragend ausgebaut. Dadurch wird DAB+ immer selbstverständlicher und beliebter. Noch gibt es keinen Termin für die Abschaltung von UKW in Deutschland, die Diskussion darüber ist im Gange.


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