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Analoger Klassiker unter den Radiowellen

Stand: 14.12.2015

Sender Würzburg/Frankenwarte  | Bild: BR/Wenzel

Vor über 90 Jahren ging die erste öffentliche Radiosendung am 29. Oktober 1923 in Berlin über den "Äther". Die terrestrische Verbreitung war die erste Möglichkeit, um Rundfunksignale zu übertragen und zu empfangen. Auch heute noch liegt der drahtlose Radioempfang in der Gunst der Hörer an erster Stelle. Zunehmend mehr Menschen in Deutschland hören inzwischen digital.

Am Anfang war die Mittelwelle

In Bayern begann das Rundfunkzeitalter am 30. März 1924: Aus dem Verkehrsministerium in München, das sich gegenüber des heutigen BR-Funkhauses befand, wurde eine Festansprache und Musik in den Audimax der Universität München übertragen. Dort lauschten 600 geladene Gäste dem neuen Medium. Vom Ministerium war ein Draht zum Hauptbahnhof gespannt - die erste Mittelwellen-Sendeantenne. Es gab 155 angemeldete Rundfunkhörer.

Erfolgsstory UKW

Der allererste UKW-Sender in Europa ging am 28. Februar 1949 in München auf Sendung – nur wenige Tage nach der Gründung des Bayerischen Rundfunks. Die neue Technologie war der Ausweg aus einer unbefriedigenden Situation, denn Deutschland waren nach Kriegsende auf der Kopenhagener Wellenkonferenz nur noch „schlechte“ Mittelwellenfrequenzen zugeteilt worden. Die Versorgung der Bevölkerung über Mittelwelle war nicht mehr umfassend gewährleistet.

Das UKW-System mit seinen gegenüber der Mittelwelle erheblichen Verbesserungen in punkto Empfangs- und Klangqualität hat im Laufe der Jahrzehnte eine regelrechte Erfolgsstory erlebt und sich zum meist genutzten Radiosystem entwickelt.

Digitalradio auf dem Vormarsch

Inzwischen sind die analogen Übertragungstechniken in die Jahre gekommen. So sind auch die Tage für die Mittelwelle gezählt: Immer mehr Programmanbieter in Deutschland haben sich von dieser Art der Übertragung verabschiedet. Auch beim BR ist die Mittelwelle seit 30.9.2015 inzwischen Geschichte. Hörinnen und Hörer von Bayern plus, das in den letzten Jahren noch über 801 kHz und 729 kHz zu empfangen war, können die BR-Schlagerwelle auf allen digitalen Empfangswegen (Digitalradio DAB+, Satellit, Digitalkabel, Internet) empfangen.

Doch auch das beliebte UKW-System ist kaum noch entwicklungs- und ausbaufähig und bereits seit über 65 Jahren auf Sendung. Es bietet nicht den Platz für viele neue Programm- und Zusatzangebote und ist viel störanfälliger als eine digitale Verbreitung.

Die besten Chancen sich als digitales UKW-Nachfolgesystem zu etablieren, hat Digitalradio DAB+, das auch dem Hörfunk über Antenne eine digitale Zukunft ermöglicht und parallel zu UKW verfügbar ist. Die digitalen Sendernetze und die Versorgung verbessern sich laufend und seit 2011 verzeichnet DAB+ einen klaren Aufwärtstrend bei den Konsumenten. Noch gibt es keinen Termin für die Abschaltung von UKW in Deutschland, die Diskussion darüber aber hat begonnen.


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