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Wie werde ich schlagfertig Schlagfertigkeit kann man üben

Sprachlos nach der fiesen Bemerkung vom Chef? Das passiert Ihnen nicht mehr, denn Schlagfertigkeit ist trainierbar. Die besten Tipps von "Schlagfertigkeitsqueen" Nicole Staudinger, die bei Thorsten Otto auf der Blauen Couch zu Gast war.

Stand: 12.06.2019 | Archiv

Frau zuckt die Achseln | Bild: mauritius images

Schlagfertigkeitsqueen Nicole Staudinger lehrt, wie wir schlagfertiger durchs Leben gehen können und für uns selbst einstehen. Sie sagt: "Meiner Meinung nach ist Schlagfertigkeit viel mehr als nur lockere Sprüche klopfen. Es ist eine Lebenseinstellung, die auch eine gewisse Gelassenheit mit einschließt." Da gehört das richtige Selbstbild dazu, die Fähigkeit, sich nicht jeden Schuh anzuziehen, der uns nicht passt und nicht immer gleich zu überlegen, wo war mein Fehler.

Das sind die Tipps von Nicole Staudinger:

1. Keine Zeit verschwenden

Wir haben genau drei Sekunden Zeit, auf einen blöden Spruch zu reagieren. Reagieren wir erst danach, rechnet der andere nicht mehr mit einer Antwort und wir stehen als begriffsstutzig da. Also: Keine Zeit verlieren und schnell antworten - zur Not mit einer fixen Notfallantwort aus zwei Silben:

2. Zwei Silben-Antworten sind besser als keine Antwort

"Wenn so ein blöder Spruch kommt, locker flockig durch die Hose atmen und was raushauen", rät Nicole Staudinger.

Es geht darum, dem Gegenüber zu signalisieren, dass uns die Unverschämtheit überhaupt nicht interessiert. Damit wahren wir unsere Souveränität. Manchmal reicht es auch, eine Augenbraue hochzuziehen.

Zwei längere Varianten, die fast immer passen: "Wenn mir der passende Spruch einfällt, komm ich auf dich zurück." Wenn der andere zum Beispiel eine Unhöflichkeit sagt wie "Die Hose steht dir nicht." "Du kennst das, oder? Glashaus? Steine?" Wichtig bei allen Antworten: "Der Ton macht die Musik. Wir können im richtigen Ton alles sagen und im falschen hinterlassen wir nur verbrannte Erde", sagt Staudinger.

3. Weniger denken, weniger deuten

Frauen denken immer mit, was bei dem vom Gegenüber Gesagten gemeint sein könnte. Männer reagieren meist nur auf das tatsächlich Gesagte. Deswegen sollten auch Frauen das Deuten sein lassen. Beispiel von Nicole Staudinger: "Wenn dann zum Beispiel die Kollegin in der Kaffeeküche sagt: 'Ach, bei uns werden die Positionen ja anscheinend nach der Rocklänge vergeben.' Die spricht dich aber nicht an, sondern sagt das nur so in die Runde. Wenn du dann nicht mehr viel denkst und interpretierst, dann guckst du die einfach an und sagst: 'Das ist nicht dein Ersnt. Wer denn?'"

Gute Übung von Nicole Staudinger: Denken Sie sich ein Schutzschild, an dem blöde Bemerkungen und Gemeinheiten abprallen. Resultat ist eine andere, aufrechtere Körperhaltung und ein selbstbewussterer Gesichtsausdruck. Beim Gespräch mit dem Chef das Schutzschild nur in Gedanken ausfahren.

4. Negatives positiv umdeuten

Eine gute Technik lässt sich auch antrainieren: Wir deuten negative Bemerkungen in Positives um. Beispiel von Nicole Staudinger: "Sie arbeiten aber langsam, Frau Müller", sagt die Chefin. Frau Müller entgegnet schlagfertig: "Wenn Sie unter 'langsam' verstehen, dass ich immer sorgsam und gewissenhaft arbeite, gebe ich Ihnen recht." Der Vorteil dieser Strategie: Sie geben ihrem Gegenüber recht, ohne sich selbst rechtfertigen zu müssen.

5. Richtiger Stand - richtige Botschaft

Vor der Antwort machen wir uns groß, achten auf sicheren Stand, stehen mit hüftbreit geöffneten Beinen, die Fußspitzen nach außen, und nehmen Blickkontakt auf. So kommen wir selbstbewusst und souverän rüber. Nach unserer Antwort wenden wir den Blick komplett ab, um zu signalisieren, dass die Sache damit für uns abgeschlossen ist. Wenn wir den Blickkontakt nach unserer Antwort noch halten, denkt unser Gesprächspartner, wir würden auf eine Antwort von ihm warten.

Hören Sie auch das Interview mit Nicole Staudinger auf der Blauen Couch mit Thorsten Otto.