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Unterwasserpflanzen Wie gefährlich sind Schlingpflanzen im See?

Schon die Vorstellung gruselt: Beim Schwimmen im See schlingt sich eine Unterwasserpflanze um Ihr Bein und hindert Sie am Weiterschwimmen. Was tun? Und: Sind die Pflanzen wirklich eine Gefahr für Schwimmer?

Stand: 07.08.2020

Wasserpflanzen | Bild: mauritius-images

Sind Unterwasserpflanzen für Schwimmer gefährlich?

"Grundsätzlich kann ich sagen, dass Wasserpflanzen nichts gefährliches sind", sagt Horst Auer von der DLRG. In den bayerischen Seen gibt es keine Pflanzen, die Schwimmer aktiv unter Wasser ziehen. Gefährlich wird es dann, wenn sich Schwimmer in den Pflanzen verheddern und dann in Panik geraten.

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"In solch einer Situation raten wir Ihnen Ruhe zu bewahren, die Pflanzen vom Bein oder von den Armen einfach abzustreifen", rät Horst Auer. Wer wild um sich schlägt oder mit den Beinen strampelt, verfängt sich womöglich noch mehr in der Pflanze.

Nachdem Sie sich von der Pflanze befreit haben, sollten Sie sich möglichst flach aufs Wasser legen und mit leichten Paddelbewegungen aus dem Bereich schwimmen - so verhindern Sie, dass Sie sich erneut verfangen.

Wenn das Abstreifen aus eigener Kraft nicht möglich ist, sollten Schwimmer laut um Hilfe rufen und andere Badegäste oder Rettungsschwimmer auf sich aufmerksam machen. Und: Machen Sie sich klar, dass die Pflanze an sich nicht gefährlich oder giftig ist.

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Ja. Durch die gestiegenen Temperaturen in Folge des Klimawandels breiten sich laut Horst Auer auch in bayerischen Seen die Unterwasserpflanzen aus. Bilden sich zu viele Pflanzen im See, gehen örtliche Behörden meist dagegen vor. "Die Behörden ordnen dann an – wie schon im Altmühlsee oder im Brombachsee geschehen – mit speziellen Mähbooten diese Pflanzen zu entfernen", so Auer. Allerdings gehe es bei solchen Maßnahmen nicht in erster Linie um die Schwimmer, sondern um den Schutz der Fischwelt.

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