Bayern 1


39

Wie lange hält Sonnencreme Alles, was Sie über Sonnenschutz wissen müssen

Sonnencreme vom Vorjahr eingepackt? Das reicht leider nicht. Diese fünf Fehler sollten Sie beim Eincremen unbedingt vermeiden, wenn Sie sich gegen einen Sonnenbrand schützen wollen.

Stand: 05.08.2019

Eine junge Frau cremt sich am Strand mit Sonnenschutz ein. | Bild: mauritius-images

1. Die Menge

Der angegebene Lichtschutzfaktor wird im Labor bei zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter erreicht – in der Praxis lässt sich diese Menge kaum auftragen. Deshalb rät Dermatologe Dr. Thomas Herzinger: "Den Lichtschutzfaktor im Kopf halbieren – das ist realistisch." Und beim Eincremen nicht zu sparsam sein.

2. Das Alter

Ist die Sonnencreme zu alt: ersetzen! Nach dem Urlaub am Strand und Tagen in der prallen Sonne ist der Schutz der Creme vom vergangenen Jahr nicht mehr der alte. Unbedingt auf das aufgedruckte Haltbarkeits-Symbol achten und im Zweifel lieber ersetzen. Der Rat des Experten: "Am Ende der Saison entsorgen."

3. Die Auswahl

Ein bisschen hier, ein bisschen da - das schützt Sie leider nicht. Die Sonnencreme sollte überall hin. Das gilt übrigens auch für nicht mehr ganz so stark behaarte Köpfe, die Ohren und den Nacken. Dermatologe Dr. Herzinger: "Wenn die Haut für die Augen sichtbar ist, erreicht die Sonne sie auch."

4. Der Zeitpunkt

Ab in die pralle Sonne, ausziehen, hinlegen und eincremen. Da ist es leider schon zu spät. Zwar wirkt der Lichtschutzfaktor sofort, viele Menschen vergessen aber, dass sie auch auf dem Weg zum Strand oder zum See in der Sonne sind.

5. Der Rhythmus

Nicht nur die Menge, auch die Wiederholung macht's. Der Sonnenschutz muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden –  besonders nach dem Schwimmen und Abtrocknen oder wenn man geschwitzt hat. Das gilt leider auch für "wasserfeste" Cremes - die halten zwar besser, nach dem Abstrocknen lässt aber auch ihr Schutz nach.

Informationen: Dr. Thomas Herzinger, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie.

Welcher Sonnenschutz ist der beste: Gel, Creme, Lotion oder Spray?

Vorsicht beim Auftragen von Sonnenschutz-Spray im Freien

Wer eher fettige Haut hat, sollte ein ölfreies Produkt wie etwa ein Sonnenschutz-Gel verwenden. Sonst kann es leicht Pickel geben. "Für Jugendliche mit Akne oder auch ältere Menschen, die eine fettige Haut haben, ist Gel ideal", empfiehlt Dermatologe Dr. Christoph Liebich. Sonnencreme ist eher geeignet für Menschen mit normaler bis trockener Haut. Sonnenschutzlotionen sind meist nicht so fett wie Cremes, haben meist zudem einen kühlenden Effekt. Sie sind geeignet für Menschen mit normaler bis eher fettiger Haut.

Beim Auftragen von Sonnenschutz-Spray sollten Sie einen Fehler unbedingt vermeiden: Wenn Sie sich im Freien eincremen wollen, sprühen Sie nicht die Creme direkt auf Ihre Haut. Schnell verbläst der Wind den Sprühstoß und es landet nicht genug Creme für einen effektiven Sonnenschutz auf Ihrer Haut. Besser: "Creme in die Hand sprühen und damit dann die Haut eincremen, sonst trägt man zu wenig auf", rät Dermatologe Liebich, denn: "Beim Sonnenschutz ist mehr mehr."

Egal, für welche Art von Sonnenschutz Sie sich entscheiden - gut zu wissen:

"Ob Gel, Lotion, Creme oder Spray - die Schutzwirkung ist bei allen Produkten gleich; es ist nur eine andere Anwendung."

Dermatologe Dr. Christoph Liebich, München


39