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Sitzen Warum wir weniger sitzen sollten

Wer lange sitzt, ist im Nachteil. Ob in der Freizeit oder im Beruf, wir sitzen viel und werden immer bequemer. Leider ist unser Körper dafür nicht geschaffen. Ein Experte erklärt, was wir tun können, um trotzdem fit zu bleiben.

Stand: 02.11.2018

Eine Frau sitzt an einem Tisch und schaut in ihren Laptop. | Bild: mauritius-images

Im Alltag sitzen wir im Durchschnitt 7,5 Stunden

Der DKV-Report 2018 "Wie gesund lebt Deutschland?" erstellt von Prof. Dr. Ingo Froböse, Dr. Bianca Biallas, Dr. Birgit Wallmann-Sperlich untersuchte im Auftrag der Deutschen Krankenversicherung bereits zum fünften Mal seit 2010, wie gesund Deutschland eigentlich ist. Der Report fand unter anderem heraus, dass Deutsche im Schnitt 7,5 Stunden im Alltag sitzen. Die häufigsten Gründe für das Sitzen sind die Arbeit und das Fernsehen. Viele Deutsche sitzen mittlerweile nicht mehr nur im Büro, auch in der Freizeit ist das Sitzen zu einem großen Bestandteil geworden. Sei es mit einem Buch auf der Couch, vor dem Fernseher oder auf das Handy starrend - wir sitzen einfach gerne. Dabei ist sitzen wirklich nicht gut für uns.

DKV-Report 2018 "Wie gesund lebt Deutschland?"

Im fünften Report seit 2010 beleuchten Prof. Dr. Ingo Froböse, Dr. Bianca Biallas, Dr. Birgit Wallmann-Sperlich gemeinsam mit der DKV Deutsche Krankenversicherung, wie gesund Deutschland wirklich ist. Untersucht wurden körperliche Aktivitäten, Stressverhalten, Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchen und Sitzen. 2018 wurden zum ersten Mal auch die Faktoren Einsamkeit, Umgang mit Lärm und Einsamkeit in den Report mitaufgenommen.

Der Mensch ist nicht für das Sitzen geschaffen

Der menschliche Körper ist nicht für das Sitzen geschaffen. Das liegt vor allem daran, dass die Muskulatur beim Sitzen weniger aktiviert wird als zum Beispiel beim Stehen, so Professor Martin Halle, ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München. Wenn wir länger sitzen, steigen die Blutzuckerwerte, da die Muskeln wenig bis gar nicht agieren müssen. Wer mehr steht und sich bewegt, beugt unter anderem einer Diabetes-Erkrankung vor und nicht nur das, wer häufiger in Bewegung ist, fördert auch die Konzentration.

"Langes Sitzen begünstigt unter anderem Diabetes, Herzerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Vorhofflimmern, ebenso Krebserkrankungen wie Brust-, Darm- und Prostatakrebs sowie Demenz."

Prof. Martin Halle

Warum sitzen wir so gerne, wenn es für uns so schädlich ist?

Wir sind bequem geworden und können viele Dinge mittlerweile auch im Sitzen erledigen. Zudem hat unser Körper Angst, dass er zu wenig Energie haben könnte. Das steckt tatsächlich noch aus der Urzeit in unseren Genen als es noch zu wenig zu Essen gab und der Mensch instinktiv seinen Energieverbrauch herunterfuhr.

Viele von uns kommen im Alltag nicht um das Sitzen herum. Sei es auf dem Arbeitsweg in Bus, Bahn, dem Auto oder später am Arbeitsplatz. Professor Martin Halle hat ein paar einfache Tipps, um dem Körper Bewegung zu verschaffen und dem dauerhaften Sitzen entgegen zu wirken.

Tipps für den Alltag

Ein zügiger Spaziergang in der Mittagspause. Wer kann, sollte täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren. Oder eine U-Bahn- oder Bus-Station früher aussteigen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Abends noch einmal eine Runde um den Block gehen.

Das zügige Spazieren setzt Botenstoffe aus der Muskulatur und den Knochen frei. Diese führen dazu, dass positive gesundheitliche Reaktionen an Herz, Leber und Gehirn ausgelöst werden.
Wer zudem noch Sport treibt, tut sich und seinem Körper was Gutes. So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO an fünf Tagen der Woche mindestens 30 Minuten mäßige Bewegung oder an drei Tagen intensive Betätigung für mindestens 20 Minuten.

Sie sitzen viel in der Arbeit? So können Sie das ausgleichen:

So sieht laut Professor Martin Halle der perfekte Bewegungsalltag aus:
Pro Stunde fünf Minuten mehrmals am Tag folgende Übungen durchführen:

  • Einbeinstand
  • Liegestütze an der Wand
  • Hampelmann

In der Mittagspause und Abends einen 15 minütigen, zügigen Spaziergang machen.

Am Wochenende einen langen Spaziergang, eine Berg- oder Radltour oder eine lange Nordic Walking-Einheit von circa 60 Minuten einlegen.

Und manchmal muss man sich eben einfach auch mal hinsetzen. Eine Faustregel, wie lange man am Tag sitzen darf, gibt es nicht, aber wer zwischendurch auch mal die Treppen nutzt oder den längeren Weg zur Kaffeeküche wählt, der tut seinem Körper schon mal was Gutes. Von dort ist es nur noch eine kleine Überwindung, die Tipps von Professor Martin Halle anzuwenden.


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