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Arbeitsplatz Mit dem Hund ins Büro

Nehmen SIe Ihren Hund im neuen Jahr doch öfter mit ins Büro. Ein Hund reduziert Stress nämlich und kann sogar vor einem Burn-out schützen. Erfahren Sie, wie gut uns die Tiere im Arbeitsalltag tun.

Stand: 21.06.2019

Ein Hund döst auf dem Büroboden. | Bild: mauritius-images

In einer Studie der Banford-Tierklinik unter rund 1.000 Angestellten gaben 88 Prozent an, ein Hund im Büro würde die Arbeitsmoral erhöhen. Die Teilnehmer der Umfrage stimmten außerdem Aussagen zu, dass sich der Stresslevel durch die Anwesenheit der Tiere reduziere und sich das allgemeine Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessere.

"Ein Hund im Büro unterbricht den Automatismus der Arbeit."

Markus Beyer, Vorsitzender des Bundesverbands Bürohund e.V.

Einer der Gründe dafür ist das Hormon Oxytocin. Das "Kuschelhormon" wird auch durch Körperkontakt von Eltern und ihren Kindern ausgeschüttet. Stillt zum Beispiel eine Mutter ihr Baby, steigt der Oxytocin-Spiegel bei beiden an, was wiederum die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol bremst. Schwedische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass auch der Kontakt zwischen Mensch und Hund einen ähnlichen Effekt hat.

Der Hund senkt das Risiko an einem Burn-out zu erkranken

Wer also während der Arbeit einen Hund streichelt oder anguckt, ist weniger gestresst. "Ein Hund im Büro unterbricht den Automatismus der Arbeit", sagt Markus Beyer, Vorsitzender des Bundesverbands "Bürohund e.V.". Der Hundetrainer und seine Mitstreiter setzen sich dafür ein, dass mehr Unternehmen Hunde am Arbeitsplatz erlauben. Das würde den allgemeinen Stresslevel senken und der Entstehung von Krankheiten durch chronischen Stress entgegenwirken.

Auch den Hunden tut die Gesellschaft gut. "Hunde sind soziale Wesen, die darunter leiden acht oder neun Stunden alleine zuhause zu sein", sagt Beyer. Der tägliche Gang zur Arbeit macht so auch die Tiere glücklich. Dass sich insbesondere Hunde als Bürotiere eignen, liegt auch an ihrem Sozialverhalten. Zwar können auch Katzen eine entspannende Wirkung auf ihre Besitzer haben, für sie ist die Fahrt ins Büro und die tägliche Gesellschaft unter Umständen aber anstrengender.

Vorteil für Mitarbeiter und Konzerne

Kommen die Mitarbeiter gerne zur Arbeit und leiden weniger unter Stress, nutzt das langfristig auch dem Unternehmen. "Wenn der Krankenstand sinkt, hat das wirtschaftlich positive Auswirkungen für eine Firma", sagt Beyer. Wichtig sei allerdings, dass die Hunde darauf trainiert werden, dass die Zeit im Büro für sie Entspannungszeit ist. "Ein Bürohund liegt die meiste Zeit unter dem Schreibtisch und schläft oder döst", sagt Hundetrainer Beyer. Ab und zu ein Blick zum Besitzer oder eine kurze Streicheleinheit und beiden gehe es gut.

Rahmenbedingungen für Tiere im Büro

Doch den Hund mit ins Büro bringen - das geht nicht an jedem Arbeitsplatz. In Bäckereien, Handwerksbetrieben oder gar Laboren wäre die Anwesenheit von Tieren gefährlich oder aus hygienischen Gründen verboten. "In der Verwaltung oder bei klassischen Bürojobs spricht aber nichts dagegen", sagt Beyer. Rechtlich sind Mitarbeiter und Unternehmen Vetragspartner, die klären, ob Tiere grundsätzlich erlaubt sind.

Die Voraussetzung ist aber immer die Einbindung aller Mitarbeiter. Allergien oder große Angst vor Hunden müssen vorher abgeklärt werden und sind im Zweifelsfall ein Hinderungsgrund. Ist die Entscheidung für die Zulassung von Hunden im Büro gefallen, empfiehlt die "Bürohunde"-Initiative einen Rahmenvertrag, in dem die genaue Ausgestaltung geregelt wird: Wie viele Hunde dürfen gleichzeitig im Büro sein? Wie muss sich ein Hund verhalten, damit er ein "Bürohund" sein darf. Und natürlich wer für einen Schaden haftet, wenn der Hund mal etwas anknabbert.


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