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Pollenflug Wann fliegen welche Pollen?

Der Pollenflug geht gefühlt jedes Jahr früher los, dabei kann man eigentlich jedes Jahr zur gleichen Zeit mit ungefähr den gleichen Pollen rechnen. Wann fliegen die Pollen von Brennnessel, Erle und Birke? Ein Pollenflugkalender.

Stand: 22.06.2020

Eine Frau muss wegen Pollenflugs niesen. | Bild: mauritius-images

Laut der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland des Robert Koch-Instituts wird bei ca. 15 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens Heuschnupfen diagnostiziert. Dabei sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer. Auch bei Kindern nimmt das Leiden an Heuschnupfen zu. Laut Robert-Koch-Institut leiden 9 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen an Heuschnupfen. Auch hier leiden Mädchen häufiger an der Allergie.

Tatsächlich hat die Anzahl der Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, in den vergangenen Jahren zugenommen. Häufig entwickeln Menschen im fortgeschrittenen Alter eine Allergie gegen Pollen. Die European Centre for Allergy Research Foundation ging im April 2018 davon aus, dass rund 12 Millionen Menschen in Deutschland unter Heuschnupfen leiden.

ePIN - das elektronische Polleninformationsnetzwerk Bayern

Seit Mai 2019 sind die Daten der automatisierten Pollenzählung und -charakterisierung für Bayern abrufbar. Somit kann der Pollenflug beinahe in Echtzeit abgebildet werden. Alle drei Stunden werden die Daten des Pollenflugs aktualisiert. Langfristiges Ziel ist, dass jeder Betroffene den aktuellen Pollenflug auf seinem Handy an jedem Ort in Bayern nachverfolgen kann.

Hier finden Sie den aktuellen Pollenflug des elektronischen Polleninformationsnetzwerks Bayern.

Was ist Heuschnupfen?

Als Heuschnupfen wurde ursprünglich die allergische Reaktion auf Heu bezeichnet. Heute wird unter dem Begriff aber auch die Reaktion auf Pollen von Frühblühern verstanden. Der Fachausdruck ist allergische Rhinitis. Sie bezeichnet eine Allergie, die zum Typ 1, also einem Soforttyp unter den Allergien gehört. Typ 1, das bedeutet, dass es direkt nach Kontakt mit dem Allergen, in diesem Fall also den Pollen, zu einer Reaktion kommt – wie die Leidtragenden bestens wissen.

Wann fliegt was?

Bereits im Januar kann es zum Flug von Hasel und Erle kommen. Sobald die Temperaturen über 5 Grad steigen, ist mit den ersten Pollen zu rechnen, so der Allergieinformationsdienst. So kann es also auch sein, dass je nach Temperaturlage auch schon im Dezember Pollen unterwegs sind. Der Mythos, im Winter flögen keine Pollen, wird dadurch also widerlegt.

Im Februar fliegen zusätzlich zu Hasel und Erle, die in dieser Zeit mäßig bis stark unterwegs sind, auch Esche, Birke, Pappel, Hainbuche und Weide.

Der März kann für Allergiker zu einer härteren Prüfung werden. Ab jetzt nimmt der Pollenflug stetig zu. Zu Erle, Hasel, Esche, Pappel, Hainbuche, Birke und Weide kommen Kiefer, Eiche sowie die Buche und erste Gräser hinzu.

Auch im April fliegen Erle und Hasel noch durch die Luft, legen Esche, Pappel, Weide, Birke, Hainbuche und Buche nochmal eine Schippe drauf und fliegen stark bis mäßig durch die Frühlingsluft. Eiche, Kiefer, Roggen, Gräser, Brennnessel und Spitzwegerich nehmen im April langsam Fahrt auf und sind möglicherweise schon schwach zu spüren.

Im Mai fliegen noch Hasel, Erle, Esche, Pappel, Weide und Hainbuche mit mäßiger bis schwacher Pollenzahl durch die Luft. In diesem Monat haben Kiefer, Birke, Eiche, Brennnessel, Buche und Eiche Hochkonjunktur. Während Ampfer, Roggen, Gräser, Beifuß und Spitzwegerich kontinuierlich zunehmen.

Welche Pollen fliegen im Sommer?

Esche, Erle, Weide, Birke, Hainbuche, Eiche, Buche können im Juni noch leicht zu spüren sein. In diesem Monat können Kiefer und Brennnessel mäßig zu spüren sein. Starker bis mäßiger Pollenflug ist hingegen bei Ampfer, Roggen, Gräsern und dem Spitzwegerich zu verzeichnen.

Pollenflug im Jahresüberblick

Der Juli birgt mit mäßig bis schwachem Flug der Pollen des Roggens, der Kiefer, der Birke, der Eiche für manche Allergiker Entwarnung. Für diejenigen, die auf Brennnessel und Gräser reagieren, kann der Juni zur Belastung werden, denn hier ist starker bis mäßiger Pollenflug möglich. Ambrosia und Beifuß nehmen jetzt auch verstärkt am Pollenflug teil.

Es ist Sommer – der August beschert Allergikern schwachen Pollenflug von Roggen und Kiefer. Indes sind Brennnessel- und Beifußpollen noch stark bis mäßig zu spüren. Und auch der Pollenflug von Ambrosia, Gräsern und Spitzwegerich können Heuschnupfen-Ausbrüche auslösen.

Der September verspricht langsame Beruhigung. Roggen, Gräser und Spitzwegerich können noch schwach unterwegs sein. Starker bis mäßiger Pollenflug kann jetzt noch vom Taubenkraut ausgehen. Brennnessel, Beifuß und Ambrosia sind mäßig bis schwach zu fühlen.

Welche Pollen fliegen im Herbst?

Mit dem Oktober verschwinden die Pollen langsam. In diesem Monat ist noch schwach mit Brennnesseln, Beifuß, Gräsern, Spitzwegerich und Ambrosia zu rechnen.

Im November wird es ruhig in der Luft. Wie eingangs bereits erwähnt, sind jedoch Betroffene auch im Winter nicht vor Pollenflug gefeit. So kann es auch im Dezember zu Pollenflug kommen. Erle und Hasel können auch in diesem Monat schwach vorkommen.

Die Angaben basieren auf der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst der Berliner Charité.

Sie leiden unter Heuschnupfen? Mit diesen Tipps kommen Sie besser durch die Saison: Heuschnupfen-Tipps


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