Bayern 1


9

Maulwurf Deshalb ist der Maulwurf so nützlich

Nur ganz selten kann man einen Maulwurf bei der Arbeit beobachten. Sichtbar sind oft nur seine Erdhügel auf dem Rasen. Lesen Sie hier, wie viel Kraft in den kleinen Buddlern steckt und warum sie für Gärtner nützlich sind.

Stand: 01.04.2021

Maulwurf in der Erde | Bild: mauritius-images

Weltweit gibt es über 35 verschiedene Maulwurfswarten, doch in Mitteleuropa lebt nur einer: Der Europäische Maulwurf Talpa europaea.  Die kleinen Säugetiere werden bis zu 17 Zentimeter lang und bis zu 120 Gramm schwer. Mit seinem drei Zentimeter langen Schwanz, dem kurzen, dichten, dunkelgrauen Fell und den schaufelförmigen Händen passt sich der Maulwurf perfekt den Gegebenheiten unter der Erde an. Er ist ein Einzelgänger und kann drei bis sechs Jahre alt werden.

Der Name Maulwurf stammt von dem althochdeutschen Wort Moltewurf ab. Molte bedeutet Erde. Deshalb kann man das Wort Maulwurf mit "Erdwerfer" übersetzen.

Wo ein Maulwurf ist, gibt es gute Erde

Maulwürfe buddeln nur in guter und gesunder Erde. Maulwurfshügel im Rasen zeugen also von gutem Boden. Durch das Graben ihrer Gänge lockern die Tiere den Boden auf und bringen die gute Erde ans Tageslicht. Diese frische, krümelige, unkrautfreie Erde der Maulwurfshügel ist bei Gärtnern sehr beliebt, als Aussaat- und Pflanzerde.

Maulwürfe fressen Schädlinge

Maulwürfe fressen Schädlinge und sind deshalb sehr nützlich.

Der Maulwurf ernährt sich ausschließlich von tierischer Nahrung, wie Engerlingen, Schnakenlarven, Schnecken und Regenwürmern. Diese findet er vor allem beim Graben unter der Erde. Pro Jahr kann ein Maulwurf bis zu 25 Kilogramm Regenwürmer verspeisen. Damit ist der Maulwurf ein tatkräftiger Helfer für Gärtner. Wer einen Maulwurf im Garten hat, muss sich keine Gedanken über Schnecken im Gemüsebeet machen.

Wurzeln bleiben vom Maulwurf vollkommen unangetastet. Nur ganz selten kann es sein, dass er aus Versehen beim Buddeln eine Pflanzenwurzel verletzt oder Gemüsesetzlinge aus dem Beet hebt.

Die Superkräfte der Maulwürfe

Wussten Sie, dass ein Maulwurf in einer Nacht bis zu 75 Meter weit unter der Erde graben kann? Das unterirdische Labyrinth eines einzigen Maulwurfs kann bis zu 6.000 Quadratmeter groß sein. Darin sind Schlafkammern, Kinderzimmer, Vorratskammern. Und das, obwohl der Maulwurf fast blind ist und nur hell und dunkel unterscheiden kann. Um sich zu orientieren, hat der Maulwurf Tastsinneszellen und Tasthaare an der Schnauze. Sie helfen ihm auch bei der Nahrungssuche. Um unter der Erde atmen zu können, haben Maulwürfe extra große Lungen. Sie nehmen ein Fünftel des Maulwurfskörpers ein. Zudem hat der Maulwurf viel Hämoglobin im Blut, um mehr Sauerstoff speichern zu können.

Was tun gegen Maulwurfshügel?

Mit Knoblauch und leeren Flaschen lassen sich Maulwürfe schnell vertreiben.

Natürlich sind die Hügel der kleinen Buddler nicht gerne gesehen. Denn meistens bleibt es nicht bei einem. Zudem nutzen Wühlmäuse die Gänge der Maulwürfe oft, um unterirdische Pflanzenwurzeln anzuknabbern. Wenn also ein Maulwurfshügel in Ihrem Garten auftaucht, dann reagieren Sie schnell. Es ist leichter, einen Maulwurf zu vertreiben, wenn er noch nicht fest angesiedelt ist.

Aber Vorsicht: Maulwürfe stehen seit 1988 unter Naturschutz. Sie dürfen nicht gejagt, gefangen oder getötet werden. Die Deutsche Wildtierstiftung hatte den Maulwurf sogar zum Tier des Jahres 2020 gekürt. Grund dafür: Der Maulwurf hat eine wichtige ökologische Funktion. Dank seiner Eigenschaften und Fähigkeit kann er sich optimal an seinen Lebensraum anpassen.

Auch wenn das Töten von Maulwürfen natürlich und zu Recht streng verboten ist, dürfen Sie sie friedlich vertreiben. Maulwürfe reagieren sehr empfindlich auf Geräusche oder Gerüche. Gequetschte Knoblauchzehen in die Gangeingänge gelegt, können ihn vertreiben. Der NABU nennt als "Störmaßnahme" einen Holzpfahl, den man in den Boden treibt und gegen den dann immer wieder geschlagen wird. Auch spielende Kinder können auf Dauer dabei helfen, einen Maulwurf zu vertreiben. In der Wirkung umstritten: Leere Glasflaschen mit der Öffnung nach oben so in die Hügel stecken, dass der Wind über die Öffnung bläst und unter der Erde einen Ton verursacht.


9