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Hornhaut vermeiden Was hilft gegen Hornhaut an den Füßen?

Die warmen Temperaturen bringen ans Licht, was den ganzen Winter über in geschlossenen Schuhen verborgen war: Die Haut am Fußballen ist hart und verdickt, und rund um die Ferse sieht's nicht besser aus. Höchste Zeit, die Füße Sandalen-tauglich zu machen!

Stand: 26.04.2018

Menschen liegen im Gras und strecken ihre Füße in die Luft | Bild: colourbox.com

Eine gute Nachricht vorneweg: Die Hautpartien, die weißlich und schuppig aussehen, haben nichts mit Hornhaut zu tun - es handelt sich dabei nur um abgestorbene, getrocknete Zellen der Oberhaut, erklärt die Podologin Ruth Kouba, Vorsitzende des Landesverbands Bayern beim Deutschen Verband für Podologie (ZFD). Ein Schönheitsproblem, das man mit einem einfachen Pflegeprogramm schnell in den Griff bekommt.

Schnelles Pflegeprogramm für schöne Füße

  • Ein kurzes Fußbad (maximal 1 Minute), das nicht zu heiß ist - denn das trocknet die Haut zusätzlich aus.
  • Ein sanftes 5-Minuten-Peeling. Dazu 2 EL Olivenöl mit soviel Zucker vermengen, bis eine Breipaste entsteht. So lange einmassieren, bis sich der Zucker aufgelöst hat, danach feucht aufnehmen.
  • Die Füße mit einer reichhaltigen Fußcreme eincremen.

Wie Hornhaut entfernen?

Richtige Hornhaut dagegen ist kantig, schwielig und hart. Eine Verdickung der Oberhaut, die der Körper als Reaktion auf dauerhaften Druck - etwa durch schlecht sitzende Schuhe - und auf ständige Reibung produziert. Und das tut er übrigens umso mehr, wenn wir jetzt im Frühling wieder barfuß in unsere Sandalen und Slipper schlüpfen. Je nachdem, wie dick dieser Schutzpanzer allerdings ist, sollte man mit Selbstversuchen vorsichtig sein. Bei großen, schmerzhaften Schwielen sollte man einmal den Fachmann aufsuchen, rät Podologin Kouba und danach - etwa mit dem oben beschriebenen Programm - selbst nach- und weiterpflegen.

Ist die Hornhaut noch nicht allzu dick, können auch spezielle Hornhaut-Pflegecremes helfen, das hat die Stiftung Warentest in einem aktuellen Test festgestellt. Und dabei haben übrigens auch billige Cremes gut abgeschnitten. Auf diese Inhaltsstoffe sollten Sie beim Kauf achten: 

  • Fruchtsäuren wie etwa Zitronensäure (citric acid)
  • Harnstoff (urea)
  • Milchsäure (lactic acid)
  • Salizylsäure (salicylic acid)
  • Zitronenextrakt

Wie den Hornhauthobel oder den Bimsstein benutzen?

Auch wenn die meisten von uns ein Exemplar im Badezimmer haben, sollte man mit dem Bimsstein nur dosiert an den Füßen hantieren: Für eine kleine Hornhaut an der großen Zehe, die man vorsichtig abträgt und danach eincremt, ist er ein gutes Mittel der Wahl. Wer allerdings seine Fersenränder regelmäßig länger und intensiv bearbeitet, bewirkt genau den gegenteiligen Effekt: Der Druck und die Reibung des Bimssteins bringt die Hornhaut-Produktion so richtig in Schwung und damit "züchtet man sich die Hornhaut so richtig her", erklärt Ruth Kouba. Die gleiche Gefahr besteht ihrer Ansicht nach bei Fußpflege-Sets, wie sie etwa immer wieder von Discountern angeboten werden.

Von der Verwendung eines Hornhaut-Hobels rät die Podologin im privaten Bereich komplett ab, da die Gefahr tiefer Schnittverletzungen zu groß sei. Diese heilen bei zusätzlichen Vorerkrankungen wie Diabetes extrem schwer ab, erweisen sich aber auch bei gesunden Menschen oft als langwierig und lästig.

Wie kann ich Hornhaut vermeiden?

Besser als jede langwierige Behandlung ist es, vorzubeugen. Wichtigster Rat der Podologin ist, "dass man cremt, cremt, cremt". Und zwar das ganze Jahr über, nicht nur im Frühling und Sommer.

"Sie können das mit teuren Schuhen vergleichen: Wenn man sie nicht dauerhaft pflegt und schützt, werden sie spröde und rissig."

Ruth Kouba, 1. Vorsitzende des Landesverbands Bayern beim Deutschen Verband für Podologie (ZFD)

Hilft Listerine tatsächlich als Mittel bei der Pediküre?

Auf Pinterest kursiert schon seit einiger Zeit ein Geheimrezept für schöne Füße: Fußbäder mit (der Mundspülung) Listerine, die die Füße wunderbar weich machen sollen.

Die Rezeptur:

  • 1 Tasse Apfelessig
  • 1 Tasse Listerine
  • 2 Tassen warmes Wasser

Viele User berichten von einem angenehmen Gefühl während des 30-minütigen Fußbads. Die Füße werden danach abgerubbelt, eingecremt und seien danach babyweich. Das Rezept funktioniert tatsächlich. Warum, wird klar, wenn man die  Inhaltsstoffe und ihre Wirkung betrachtet: Fruchtsäuren wie Zitronensäure und Essig sind milde Säuren, die keratolytisch wirken, also verhornte Hautzellen ablösen.

Was tun, wenn Hornhaut zum Hühnerauge wird?

Hühneraugen sollten besser vom Fachmann, einem Podologen, entfernt werden

Druck, Reibung und dazu eine dauerhafte Fehlstellung einzelner Gelenke im Fuß - das sind die Faktoren, die zur Bildung eines Hühnerauges führen. Oft entsteht zuerst eine Blase, dann bildet sich Hornhaut. "Dann wandern Hornzellen in die Tiefe, und die treffen irgendwann mal einen Nerv", erklärt Podologin Ruth Kouba.  Der stechende Schmerz ist charakteristisch für Hühneraugen. Viele greifen dann erst mal zu Hühneraugenpflastern aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke.

Allerdings nicht immer mit Erfolg, da die Wirkung der Pflaster meist nicht tief genug für ein richtiges Hühnerauge reicht. Wird das Pflaster zudem nicht exakt über dem Hühnerauge platziert, ist die Gefahr sehr groß, dass die umliegenden, gesunden Hautbereiche durch die säurehaltigen Inhaltsstoffe des Pflasters beschädigt werden. Wer sich mögliche Leiden ersparen will, kann sich das Hühnerauge beim Fachmann entfernen lassen. Dafür sind in der Regel allerdings mehrere Behandlungen notwendig, da Hühneraugen meist sehr hartnäckig sind. Und ein Erfolg ist auch hier nicht garantiert: In schweren Fällen ist eine dauerhafte Besserung nur dann zu erwarten, wenn die Ursache, etwa eine Fehlstellung im Fuß, mit Hilfe begleitender orthopädischer Maßnahmen beseitigt wird.

Sie wollen nicht auf teure Kosmetikprodukte zurückgreifen? Dann probieren Sie doch mal dieses Lavendelpeeling für weiche Haut.


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