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CO2-Steuer Das Klima schützen und Kosten sparen

Die CO2-Bepreisung für den Klimaschutz, oft CO2-Steuer genannt, steigt zum 1. Januar 2022 wieder. Das heißt, fossile Brennstoffe wie Benzin, Erdgas und Heizöl werden teurer. Womit Verbraucherinnen und Verbraucher rechnen müssen.

Stand: 16.12.2021 09:47 Uhr | Archiv

Frau füllt an einer Tankstelle Kraftstoff in ihr Auto. | Bild: mauritius images

CO2-Steuer 2022 für fossile Brennstoffe

Die von vielen CO2-Steuer genannte Abgabe ist eigentlich eine Bepreisung von klimaschädlichem CO2. Mit dem Ziel, die Klimaschutzziele in Zukunft zu erreichen. Dahinter steht der Ansatz: Je mehr es kostet, CO2 in die Umwelt zu schicken, desto größer der Ansporn, andere Lösungen zu suchen. Die Abgabe wurde 2021 eingeführt und soll jährlich steigen - von anfangs 25 Euro je Tonne Kohlendioxid auf 55 Euro je Tonne im Jahr 2025.

Tanken und Heizen wird deswegen für viele auch 2022 teurer. Die CO2-Abgabe für fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl, Gas und Flüssiggas wird im zweiten Schritt der CO2-Bepreisung weiter angehoben. Allerdings steigt die CO2-Abgabe nicht so sehr wie bei der ersten Runde vom 1.1.2021.

CO2-Steuer - das kostet Heizen und Tanken mehr 2022

Der Liter Benzin verteuert sich durch die CO2-Abgabe ab 1. Januar 2022 um weitere 1,5 Cent im Vergleich zum Vorjahr. Seit Jahresanfang 2021 beträgt die Abgabe 7 Cent je Liter, nun kommen 1,5 Cent dazu.
Der Liter Diesel, der seit Januar 2021 mit acht Cent CO2-Abgabe belegt ist, wird um 1,6 Cent teurer ebenso wie der Liter Heizöl.  Für die CO2-Preise der Kraftstoffe gilt: Die Mineralölkonzerne geben diese Abgabenerhöhung an die Kunden und Kundinnen der Tankstellen 1:1 weiter. Der CO2-Preis für Erdgas steigt um 1 Cent pro 10 Kilowattstunden (kWh) im Vergleich zu 2021 auf dann insgesamt 6,5 Cent pro 10 kWh.

CO2-Steuer: Pendlerpauschale angehoben

Um alle Berufspendler, die auf ihren Pkw angewiesen sind, zu entlasten, wurde die Pendlerpauschale erhöht - und zwar von bislang 30 Cent je Kilometer auf 35 Cent - ab dem 21. Kilometer. Wer nur eine Wegstrecke von unter 20 Kilometern zur Arbeit mit dem Auto zurücklegt, für den bleibt es bei den 30 Cent/Kilometer. Die gestiegene Kilometer-Pauschale wird bei der Steuererklärung für das Jahr 2021 dann berücksichtigt.

Mobilität - CO2-Steuer sparen

Umstieg aufs Fahrrad oder die Bahn für den Weg zur Arbeit - erspart die Mehrkosten fürs Tanken, so die Verbraucherzentrale. Das ist aber nicht für jeden und jede möglich. Auch der Umstieg auf ein E-Auto wäre dann eine Überlegung wert.

CO2-Steuer 2022 - Heizen mit Heizöl und Erdgas

Heizen mit Heizöl wird in den kommenden Jahren nach und nach teurer durch die CO2-Bepreisung. 2025 wird die CO2-Abgabe dann zu Mehrkosten von 350 Euro im Jahr führen, so die Verbraucherzentrale, wenn man einen Heizölverbrauch von 2.000 Litern im Jahr zugrundelegt. Langfristig empfiehlt sich der Umstieg auf andere Heizungsarten, wenn man, zum Beispiel als Eigenheimbesitzer, die Möglichkeit dazu hat: "Wärmepumpen, Holzpelletheizungen und Solarthermieanlagen nutzen erneuerbare Energien. Für sie fällt die neue CO2-Abgabe nicht an und ihr Einbau wird staatlich stark gefördert. Auch für Wärmedämmung, die den Verbrauch spürbar senkt, gibt es Zuschüsse", rät das Team der Verbraucherzentrale.

Auch das Heizen mit Erdgas wird teurer. Die Verbraucherzentrale hat ein Beispiel ausgerechnet und geht von einem älteren Einfamilienhaus und einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Erdgas aus sowie von der Tatsache, dass eine Gasheizung pro Kilowattstunde um die 202 Gramm CO2 ausstößt: "Im Jahr 2021 fallen dafür Mehrkosten von rund 120 Euro an (25 Euro + 19 Prozent MwSt./t für 4,04 t), 2025 sind es dann rund 264 Euro (55 Euro + 19 Prozent MwSt./t für 4,04 t)."

CO2-Steuer Mieter und Mieterinnen

Mieter und Mieterinnen trifft die CO2-Abgabe derzeit noch zu 100 Prozent, obwohl sie keinen Einfluss darauf haben, mit welcher Art Heizung ihr Wohnraum geheizt wird oder ob ihr Vermieter in Wärmedämmung investiert.
Pläne, die Mehrkosten bei der Heizung durch die CO2-Bepreisung zwischen Mietern und Vermietern aufzuteilen, scheiterten im Sommer 2021 am Widerstand von CDU/CSU. Die jetzige Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag eine Änderung und eine "faire Teilung" zum 1. Juni in Aussicht gestellt. "Dafür will die Ampel bis Mitte 2022 ein Stufenmodell nach Gebäudeenergieklassen erarbeiten - schafft die Politik das nicht rechtzeitig, wird ab 1. Juni hälftig geteilt", so die Deutsche Presseagentur (dpa).

Die stufenweise Anhebung der CO2-Bepreisung ist nicht das Einzige, das sich im täglichen Leben auswirkt. 2022 bringt einige Neuerungen: Was ändert sich 2022. Auch interessant: Heizkosten - richtig heizen.


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