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Deutsche Bank zahlt trotz Verlusts Boni in Milliardenhöhe | BR24

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    Deutsche Bank zahlt trotz Verlusts Boni in Milliardenhöhe

    Anfang Februar teilte die Deutsche Bank ihr vorläufiges Jahresergebnis mit. Heute hat sie ihren Geschäftsbericht für das vergangene Jahr veröffentlicht. Demzufolge ist der Verlust noch größer als bislang berichtet.Von Yvonne Unger

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    Diesmal liegt das Minus bei 735 Millionen Euro. Anfang Februar war auf vorläufiger Basis noch von 500 Millionen die Rede. Die Bank schreibt den dritten Jahresverlust in Folge. Das ist aber kein Grund für all zu große Zurückhaltung der Mitarbeiter. Als Gründe für die Verluste nennt die Deutsche Bank Steueransprüche in Großbritannien, die inzwischen berücksichtigt wurden. Hinzu kommt die US-Steuerreform. Die hat für die Bank unterm Strich rote Zahlen zur Folge. Vor Steuern hat das Kreditinstitut im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro verdient.

    Investmentbanker profitieren von Bonuszahlungen

    Die Mitarbeiter der Bank erhalten insgesamt knapp 2,3 Milliarden Euro an variabler Vergütung - davon geht der größte Teil an die Investmentbanker. Das ist fast soviel wie die 2,4 Milliarden Euro für 2015. Im Jahr 2016 waren es 546 Millionen Euro.

    Im Geschäftsbericht heißt es, 705 Mitarbeiter hätten für 2017 eine Gesamtvergütung von einer Million Euro bekommen - nach nur 316 Mitarbeitern im Jahr 2016. Dabei sind die Unterschiede sehr groß: Drei der 705 Angestellten bekamen demnach insgesamt mehr als sieben Millionen Euro, vier von ihnen mehr als sechs Millionen Euro, weitere vier mehr als fünf Millionen Euro für 2017.

    Vorstandschef John Cryan gehört nicht dazu: Seine Gesamtvergütung beträgt laut Deutsche Bank 3,4 Millionen Euro für 2017, das sind 400.000 Euro weniger als 2016. Das Top-Management bekommt wegen des Verlusts keine Boni. Die Aktionäre sollen 11 Cent Dividende je Anteilsschein erhalten. Im vergangenen Jahr zahlte die Bank 19 Cent je Aktie. Vorstands-Chef Cryan bekräftigte das Ziel, dass die Deutsche Bank in diesem Jahr unterm Strich wieder Gewinne schreibt und den Aktionären eine höhere Dividende zahlt. Mit konkreten Prognosen hielt er sich aber zurück.