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Höttges

Mit einem flammenden Appell hat der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, Politik und Unternehmen zu schnellem Handeln beim Internet der Dinge (IoT) aufgefordert. "IoT does not mean island of things" - IoT bedeutet nicht "Insel der Dinge" -, sagte Höttges bei der "Digital Life Design"-Konferenz (DLD) in München.

Deutsche Unternehmen sollen sich öffnen 

Die Aussage spielt darauf an, dass deutsche Unternehmen ihre Entwicklungen und Produkte etwa beim vernetzten Auto, der Logistik, der Industrie 4.0 oder bei der Heimautomatisierung gern als geschlossene technische Systeme in sehr spezifischen Nischen konzipierten. Vielmehr sei es aber nötig, offen für Partnerschaften zu sein, auch für internationale Partnerschaften.

Weniger Datenschutz für bessere Geschäfte? 

Das betreffe einerseits den Austausch von Daten: "Wir müssen Daten teilen", so Höttges. Da dies vor allem mit Blick auf einen Datenaustausch mit US- oder chinesischen Unternehmen oft an den deutschen und europäischen Datenschutzregeln scheitert, darf Höttges‘ Rede auch als Appell an die Politik verstanden werden, auf Deregulierung zu setzen. Im Klartext kann man es nur so verstehen: Damit die deutsche Digitalwirtschaft Chancen im internationalen Wettbewerb hat, braucht es auch Chancengleichheit beim Datenschutz - am liebsten nach den strengen europäischen Regeln. Allerdings dürfte es schwierig werden, mit den Amerikanern und den Chinesen darüber zu verhandeln. Da müsste schon die EU streng regulierend eingreifen.

Offene Standards als Brücke für Partnerschaften

Außerdem sei es wichtig, offene Standards zu nutzen – meint: Übertragungs-Protokolle für den Datenaustausch zwischen Maschinen sowie zwischen Maschinen und der Cloud. Für das World Wide Web etwa - also für Webseiten und Apps - übernimmt diese Aufgabe das http-Protokoll. Im Internet der Dinge wird zwar längst an entsprechenden technischen Lösungen gearbeitet, etwa das MQTT-5-Protokoll wäre ein aussichtsreicher Kandidat. Doch kein IoT-Standard ist bislang einheitlich international anerkannt.

Bei B2C habe Deutschland den Zug "für immer" verpasst 

Bei den B2C-Plattformen - gemeint sind Onlinehandels-Plattformen wie Amazon oder Webservices wie die Googlesuche oder soziale Netzwerke wie Facebook - habe ganz Europa den Zug verpasst, "für immer". Dies solle laut Höttges beim Internet der Dinge nicht ein weiteres Mal passieren.