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"Mia Insomnia": die neue Hörspielreihe der ARD

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"Mia Insomnia": die neue Mystery-Hörspielserie in der ARD

Mystery trifft auf Gesellschaftskritik, Horror und Hörspielnostalgie der 80er-Jahre. Die zehnteilige Hörspielserie "Mia Insomnia" erzählt von einer geheimnisvollen Kassette und der Reise in eine andere Welt. Bastian Pastewka ist der Hörspielheld.

Mia Johannsson ist Podcasterin und interviewt hauptberuflich Menschen, die sich mit den Krisen der Welt auseinandersetzen. Doch nach ihrem letzten Interview ist nichts mehr wie es war: Sie traf einen Helden ihrer Kindheit, den Moderator und Sprecher Karlo Bode (Bastian Pastewka). Der war in der Hörspielreihe "Geisterjagd", die Mia als Kind immer zum Einschlafen hörte, der Detektiv Boris Pyka. Mia spricht ihn auf eine besonders gruselige Folge an, die sie bis heute beschäftigt: "Insomnia". Aber Karlo Bode kennt sie nicht. Es stellt sich heraus, dass auch die Produzentin der Hörspielreihe und andere "Geisterjagd"-Fans sich nicht an diese Folge erinnern.

Mias Welt gerät aus den Fugen: Soll sie alles nur fantasiert haben? Sie macht sich auf die Suche. Alte Kinderfotos führen sie in ein Bergdorf, wo sie als Kind mit ihrem Vater Urlaub machte. "Auch unwahrscheinliche Dinge müssen manchmal passieren, sonst wären sie unmöglich" – dieser Ausspruch von Detektiv Boris in "Geisterjagd" wird zur Vorhersage für "Mia Insomnia". Was ab dann passiert, ist mehr als unwahrscheinlich.

Alle Episoden von Mia Insomnia exklusiv in der ARD Audiothek.

"Geisterjagd" – Das Hörspiel im Hörspiel

Das Hörspiel im Hörspiel, "Geisterjagd", erinnert nicht zufällig an die Detektiv-Hörspiele, die viele Kinder und Jugendliche ab den 80er-Jahren täglich begleitet haben – und das teilweise bis ins Erwachsenenleben tun. Journalist und Autor Gregor Schmalzried war selbst schon als Kind Hörspielfan. Über sein Mystery-Hörspiel sagt er: "Mia Insomnia ist inspiriert von den Geschichten unserer Kindheit, von den Abenteuern, auf die wir uns im Kinderzimmer begeben haben, und die uns bis heute nicht loslassen.“

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"Mia Insomnia"-Autor Gregor Schmalzried

Die drei Detektive aus "Geisterjagd" werden in jeder Folge mit einem übernatürlichem Phänomen konfrontiert, das sich aber am Ende immer rational erklären lässt. In "Insomnia“ treffen die drei auf ihre bösen Doppelgänger. Die Folge endet düster und die rationale Erklärung bleibt aus.

Bastian Pastewka als Hörspielheld in "Mia Insomnia"

Am Anfang von "Mia Insomnia" steht also "Geisterjagd", eine erfundene Detektivhörspielreihe, die von starken Sprechern lebt. Den Hörspielhelden Karlo Bode spricht in "Mia Insomnia" der Schauspieler Bastian Pastewka. Pastewka ist so etwas wie Deutschlands größter Krimi-Hörspiel-Influencer. "Meine Generation ist mit den ersten kommerziellen Kinderhörspielen aufgewachsen, die damals auf Schallplatten und Kassetten angeboten wurden", sagt er. "Als die Macher/innen von 'Mia Insomnia' mich fragten ob ich die Figur eines Kassetten-Hörspielhelden spielen wollte, habe ich nicht gezögert."

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"Mia Insomnia"-Team: Julia Gruber, Bastian Pastewka, Gregor Schmalzried, Veronika Schmalzried, Maresa Sedlmeier und Sebastian Kempf (v.l.)

"Fans der 'Drei ???' oder ähnlicher Serien erkennen heute noch die beteiligten Schauspieler/innen, wenn diese irgendwo zu sehen oder zu hören sind", sagt Pastewka. Das war dann auch Pastewkas Zugang zu "Mia Insomnia" und seiner Rolle als Sprecher des Detektivs Boris: "Die meisten kommerziellen Hörspiele, die heute angeboten werden, werben weniger mit einer gut gemachten Geschichte, sondern mit der Besetzung: Das Publikum freut sich in erster Linie über vertraute Stimmen.“

Was macht die Faszination von Detektivhörspielen aus? Das radioFeature auf der Suche nach dem Geheimnis hinter dem Erfolg der Drei ???

Welt ohne Krisen: zu schön, um wahr zu sein?

Schmalzried knüpft bei der Detektivhörspielbegeisterung an, "Mia Insomnia" nimmt aber schnell eine sehr gruselige Wendung. Die Folge "Insomnia" entpuppt sich als Kassette aus einer Parallelwelt.

Während es in Mias Welt Klimakrise, Pandemie und Krieg gibt, scheinen diese Krisen in der Parallelwelt nicht zu existieren. Der Wunsch nach einem Ende der gesellschaftlichen Probleme begleitet Mia schon immer und in ihrem Podcast diskutiert sie Lösungsansätze und kritische Perspektiven. Eine friedliche und heile Welt erscheint ihr natürlich erst einmal wie ein Traum. Aber Spoiler: Der Schein trügt.

Hinter den Kulissen von Mia Insomnia - ein Hörspiel in Podcastform

"Mia Insomnia" nutzt die Erzählmethode des Found Footage, das heißt, alles, was zu hören ist, hat Podcasterin Mia mit ihrem Aufnahmegerät selbst aufgezeichnet. Der Sound: entsprechend rough. Weil der Ton ins Stocken gerät, wenn Mia erschrickt oder weil die Hauptfigur ihre Gedanken teilt, sind die Hörerinnen und Hörer besonders nah dran am Geschehen – eine Herausforderung in der Produktion. "Wo brauchen wir tontechnische Perfektion – und wo spricht Mia in ein kleines Handaufnahmegerät, das brummt, rauscht und knackst?", fragte sich Regisseur Lorenz Schuster. Mia wird gespielt von Schauspielerin Julia Gruber. Auch für sie waren die Aufnahmen eine ganz neue Erfahrung: "Ich durfte teilweise auf dem Boden rumkriechen, auf der Toilette gegen Türen schlagen, unter Tischen sitzen, in alten Papieren kramen – und das alles während ich ins Mikrofon sprach. Ein wirklich tolles Erlebnis für mich", sagt Gruber.

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"Mia Insomnia", Mystery Hörspiel

"Mia Insomnia" - das sind die Mitwirkenden

Neben Julia Gruber als Mia und Bastian Pastewka als Hörspielheld spielen unter anderem auch Enea Boschen, Johanna Eiworth, Marget Flach, Aylin Doğan, Ferdinand Dörfler, Anna Hörtnagl, Jakob Tögel und Franziska Schlattner sowie Maresa Sedlmeir und Pirmin Sedlmeir bei "Mia Insomnia" mit. Produziert wurde die Hörspielreihe von Lorenz Schuster bei "storyblond" im Auftrag des BR. Ton und Technik lieferten Alex Hartl, Tobias Schröckenbauer und Lorenz Schuster.

Alle Episoden von Mia Insomnia ab 15. Januar 2023 exklusiv in der ARD Audiothek.

Am 21. Januar, 28. Januar und 04. Februar werden die Episoden jeweils ab 15.05 Uhr auf Bayern 2 gesendet.

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