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EKD-Synode in Bonn

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    Evangelische Kirche will Lehren aus Luther-Jubiläum ziehen

    Von heute an tagt in Bonn das höchste Gremium der Evangelischen Kirche in Deutschland, die EKD Synode. Nach den Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation lautet das Schwerpunktthema "Zukunft auf gutem Grund“. Von Tilmann Kleinjung

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    Wann gibt es das schon mal, dass in einer Kirche die Sitzplätze ausgehen? Und zwar nicht an Weihnachten. Am Reformationstag, der in diesem Jahr arbeitsfreier Feiertag war, platzten viele Kirchen aus allen Nähten. Für die evangelische Kirche ein versöhnlicher Schlusspunkt des Reformationsjubiläums , wo ja nicht alle Angebote gleich gut angenommen wurden.

    Evangelische Kirche will Lehren aus Luther-Jubiläum ziehen

    Bei ihrer Tagung in Bonn will die EKD Synode Lehren aus dem Reformationsjubiläum ziehen. Was können wir in Zukunft anders, besser machen? Die Vorsitzende des Kirchenparlaments, Irmgard Schwaetzer: "Immer dann, wenn neue Formate an überraschenden Orten gemacht worden sind, haben wir Menschen getroffen, die wir sonst nicht treffen."

    Pop-Oratorium "Luther" ein voller Erfolg

    Beim Pop-Oratorium „Luther“ beispielsweise durften nicht nur Profis mitsingen. Tausende haben in großen Stadthallen die Songs mitgeschmettert, die so ganz anders klangen, als das, was man sonntags in der Kirche hört. Aus solchen Highlights will die evangelische Kraft schöpfen.

    Zahl der Mitglieder in der evangelischen Kirche sinkt

    Denn die nackten Zahlen sind ernüchternd. 190.000 Menschen sind auch im vergangenen Jahr aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Nur noch 21,9 Millionen Deutsche sind Protestanten. 1990 waren es noch 29,4 Millionen. Der Ratsvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm forderte bereits in seiner Predigt zum Reformationstag: Hört auf, in die Krise verliebt zu sein. Bei einer Veranstaltung in Passau präzisierte der bayerische Landesbischof in dieser Woche, was das für seine Kirche bedeutet: "Wir müssen deutlich machen, welche Kraft in dieser Botschaft steckt. Wenn wir selber nicht begeistert sind, wie sollen wir andere begeistern. Wir müssen ausstrahlen, wovon wir sprechen, das ist der Weg!"

    Große Kirchen suchen immer noch nach Gemeinsamkeiten in der Religion

    Da sitzen beide großen Kirchen in Deutschland im gleichen Boot. Heute spricht der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki vor der evangelischen Synode. Seine Rede wird mit Spannung erwartet, weil Woelki eher skeptisch ist, was ökumenische Fortschritte betrifft. In einem Aufsatz zum Ende des Reformationsjahres hat er dezidiert die Auffassung vertreten, dass ein gemeinsames Abendmahl derzeit nicht möglich sei.