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Kindergeld, Renten, Schulden: Das ändert sich zum 1. Juli | BR24

© pa/dpa/

Das ändert sich zum 1. Juli: Mehr Kindergeld, Rentenerhöhung, Entlastung für Geringverdiener

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    Kindergeld, Renten, Schulden: Das ändert sich zum 1. Juli

    Zum 1. Juli 2019 treten wieder viele neue Gesetze und Verordnungen in Kraft. Dabei sind Verbesserungen etwa für Familien, Rentner, Geringverdiener und Schuldner. Hier eine Liste der neuen Regelungen.

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    Es gibt mehr Kindergeld

    Ab 1. Juli 2019 steigt laut Familienentlastungsgesetz das Kindergeld um zehn Euro monatlich. Das entspricht einer Erhöhung von rund fünf Prozent, das ist die höchste Aufstockung seit 2010. Für das erste und zweite Kind erhalten Familien dann 204 Euro statt bisher 194 Euro monatlich. Für das dritte Kind sind es 210 statt bisher 200 Euro und für jedes weitere 235 Euro statt 225 Euro. Kindergeldberechtigte müssen diesbezüglich nichts veranlassen, eine weitere Erhöhung des Kindergeldes ist für den 1. Januar 2021 vorgesehen.

    Kinderzuschlag für Familien mit kleinem Einkommen steigt

    Zum 1. Juli tritt auch das Starke-Familien-Gesetz in Kraft und damit die erste Stufe der Reform des Kinderzuschlags. Den bekommen zusätzlich zum Kindergeld Familien mit schwachem Einkommen, die ohne den Zuschlag auf Grundsicherung gemäß SGB II angewiesen wären. Die Geldleistung wird auf maximal 185 Euro pro Kind erhöht und zudem der Personenkreis der Berechtigten erweitert: Bisher konnte zusätzliches Einkommen der Eltern oder Kinder dazu führen, dass der Anspruch auf Kinderzuschlag komplett entfällt - nun werden von jedem mehr verdienten Euro nur noch 45 Cent Kinderzuschlag abgezogen, nicht mehr 100 Cent.

    Mehr Geld für Rentnerinnen und Rentner

    Zum 1. Juli 2019 steigen die Renten in den alten Bundesländern um 3,18 Prozent. Der Rentenwert im Westen Deutschlands, also der Wert eines Entgeltpunktes der gesetzlichen Rentenversicherung, beträgt dann 33,05 Euro. Die Standardrente, also die Bezüge eines Durchschnittsverdieners nach 45 Beitragsjahren, steigt hier um 45,83 Euro auf 1.487,18 Euro. In den ostdeutschen Ländern steigen die Renten um 3,91 Prozent. Hier liegt der Rentenwert damit bei 31,89 Euro. Das entspricht 96,5 Prozent des Westwertes. West- und Ostrenten gleichen sich damit weiter an.

    Geringverdiener werden bei Sozialbeiträgen entlastet

    Geringverdiener werden ab 1. Juli 2019 noch stärker bei den Sozialabgaben entlastet. Der sogenannte Übergangsbereich wird ausgeweitet - also das Arbeitsentgelt, ab dem Sozialbeiträge zu zahlen sind. Künftig zahlen Mini-Jobber damit bei einem Entgelt von 450 Euro bis 1.300 Euro (bisher: 850 Euro) geringere Sozialbeiträge. Gleichzeitig wird geregelt, dass die geringeren Rentenbeiträge nicht zu niedrigeren Rentenansprüchen führen.

    Schuldner dürfen mehr Geld behalten

    Schuldner können ab 1. Juli mehr Geld aus ihrem regelmäßigen Einkommen behalten. Der monatliche Grundbetrag, der nicht gepfändet werden kann, steigt von 1.139,99 Euro auf 1.178,59 Euro für Einzelpersonen, die keine weitere Unterhaltsverpflichtung haben. Dieser Betrag erhöht sich, wenn Unterhaltspflichten zu erfüllen sind. Für die erste Person um monatlich 443,57 Euro und um je 247,12 Euro monatlich für jeden weiteren Unterhaltsberechtigten.

    Ältere Energieausweise für Nichtwohngebäude werden ungültig

    Zum 1. Juli 2019 laufen die ersten Energieausweise für Nichtwohngebäude aus. Diese Ausweise wurden seit Anfang Juli 2009 für eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren ausgestellt und verlieren nun ihre Gültigkeit. Eigentümern, die in naher Zukunft ihr Gebäude verkaufen, vermieten oder verpachten wollen, müssen einen aktuellen Energieausweis vorlegen. Sie sollten daher mit Hilfe eines qualifizierten Energieberaters einen neuen, wieder zehn Jahre gültigen Energieausweis erstellen lassen, und zwar in Form eines "Bedarfsausweises", für den der Energiebedarf des Gebäudes anhand der technischen Gegebenheiten errechnet wird. Für Wohnhäuser sind die ersten Energieausweise bereits im Juli 2018 beziehungsweise zu Jahresbeginn 2019 abgelaufen.

    Porto wird teurer

    Wer in Deutschland einen Brief verschickt, muss künftig mehr Geld bezahlen. Ab 1. Juli kostet ein Standardbrief 80 Cent beim Versand in Deutschland und damit 10 Cent mehr als bisher. Auch andere Sendungsarten werden teurer - eine Postkarte kostet 60 Cent nach zuvor 45 Cent. Ein Kompaktbrief mit einem Höchstgewicht von 50 Gramm ist mit 95 Cent (bisher 85) zu frankieren und ein bis zu einem halben Kilo schwerer Großbrief mit 1,55 Euro (bislang 1,45).