Holzkreuze, Grablichter und Blumen an der sogenannten "Baumkurve"
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Holzkreuze, Grablichter und Blumen an der sogenannten "Baumkurve" – hier kommt es immer wieder zu schweren Unfällen.

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Tod in "Baumkurve": Gemeinde will Unfallschwerpunkt entschärfen

Die sogenannte "Baumkurve" im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hat seit Jahren einen schlechten Ruf: Hier kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Ende Juni starben hier zwei 16-Jährige. Jetzt will die Gemeinde gegensteuern.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Es sind nur ein paar Hundert Meter vom Ortsausgang Gutenstetten zum Unfallschwerpunkt. Hier - in Richtung Münchsteinach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim - liegt die sogenannte "Baumkurve". Vor gut 20 Jahren ist der Baum, der dieser Kurve ihren Namen gab, gefällt worden. Heute stapeln sich hier Blumen, Kerzen und Geschenke am Straßenrand – sie erinnern an die beiden 16-jährigen Motorradfahrer, die vor wenigen Wochen an dieser Stelle starben.

Unfall war ein Schock

"Das ist natürlich ein großer Schock. Wir hatten ja schon vor gut drei Jahren einen schweren Unfall in der gleichen Kurve", sagt Gerhard Eichner, Bürgermeister der Gemeinde Gutenstetten. "Und im Laufe der letzten Jahrzehnte fast 20 Unfälle – teilweise mit Leichtverletzten, aber auch mit Schwerverletzten. Dazu kommen die ganzen Unfälle, bei denen schnell mit einem Traktor das Auto wieder aus dem Acker rausgezogen wurde und die gar nicht in der Statistik auftauchen – da gibt es einige."

Jürgen Riedel, Bürgermeister der Gemeinde Münchsteinach: "Die Tatsache, dass es wieder so junge Leute waren, macht schon sehr betroffen. Ja, die Gedanken sind da eben gerade bei den Opfern und den Hinterbliebenen – aber auch bei den eigenen Kindern." Seine Tochter sei 15 Jahre alt, hängt er noch an, und damit ein bisschen jünger als die beiden verunglückten Motorradfahrer.

Kurvenradius wird immer enger

So gefährlich sieht die "Baumkurve" gar nicht aus. Das Tückische daran: Im Scheitelpunkt, an dem die beiden Motorradfahrer zusammengeprallt sind, wird der Kurvenradius immer enger. Die Folge: Es muss nachgesteuert werden. Dabei trägt es manche Fahrzeuge über die Fahrbahnmitte hinaus. Im jüngsten Fall mit tödlichem Ausgang.

"Ich habe mich mit verschiedenen Fachleuten schon unterhalten", sagt Bürgermeister Riedel. "Die sind der Meinung, man müsste einfach den Scheitel der Kurve, also da, wo die Kurve am schärfsten ist, den müsste man nach Südosten etwas drücken. Dann könnte man den Radius entsprechend entschärfen." Eine Begradigung und damit eine Rennstrecke wollen die beiden Kommunal-Chefs nicht.

Unfallkommission will beraten

Nach dem vorausgegangenen tödlichen Unfall wurde die Geschwindigkeit bereits auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert und es wurden Kurven-Richtungstafeln installiert. Das reicht offenbar noch nicht. Dafür reicht es den beiden Bürgermeistern: In einem offenen Brief an das zuständige Staatliche Bauamt in Ansbach, den Innenminister und den Landrat fordern sie den Umbau der Straße, so dass die Kurve gefahrlos befahren werden kann.

Laut Bauamt werde jetzt die Unfallkommission - bestehend aus Bauamt, Polizei und Verkehrsbehörden - über die berüchtigte Kurve beraten. Ausgang: ungewiss – und zu spät für die beiden verunglückten Motorradfahrer.

Unfallort Baumkurve mit Blumen und Kerzen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.
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Unfallschwerpunkt "Baumkurve"

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