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Strafanzeige nach Treffen des AfD-"Flügels" in Greding | BR24

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Nach dem Treffen des süddeutschen AfD-"Flügels" am Wochenende in Greding gibt es ein juristisches Nachspiel. Teilnehmer der Veranstaltung waren massiv gegen Journalisten und Beobachter der Veranstaltung vorgegangen. Es wurde Strafanzeige gestellt.

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Strafanzeige nach Treffen des AfD-"Flügels" in Greding

Nach dem Treffen des süddeutschen AfD-"Flügels" am Wochenende in Greding gibt es ein juristisches Nachspiel. Teilnehmer der Veranstaltung waren massiv gegen Journalisten und Beobachter der Veranstaltung vorgegangen. Es wurde Strafanzeige gestellt.

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Dem Aufruf des Rechtsaußen-Politikers Björn Höcke, zum "Flügel"-Treffen nach Greding zu kommen, waren AfD-Politiker sowie Anhänger von Pegida und der Identitären Bewegung gefolgt. Am Rande der Veranstaltung im Hippodrom kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Teilnehmern aus den Reihen der AfD auf der einen und Journalisten und Beobachtern auf der anderen Seite. Das hat jetzt auch strafrechtliche Konsequenzen. Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei Schwabach wegen Nötigung.

Beobachterin angegriffen

Videoaufnahmen des Treffens vom Samstag zeigen einen Veranstaltungsteilnehmer der AfD, wie er vor der Halle versucht, Beobachter und Journalisten einzuschüchtern. "Löschen Sie die Aufnahmen" – fordert er die Anwesenden auf. Als eine Aktivistin das Geschehen filmt, nimmt ihr der Mann das Handy gewaltsam aus der Hand. Erst als sie die Polizei vor Ort einschaltet, bekommt sie ihr Handy wieder zurück. Bei der Frau handelt es sich um die langjährige Rechtsextremismus-Expertin und Aktivistin Birgit Mair aus Nürnberg. "Ich habe mich dann erst mal ein bisschen gesammelt und bin dann zu dem Entschluss gekommen, dass ich Anzeige erstatten werde, was ich auch getan habe. (…) Mir ist so etwas in der Qualität, in der Bedrohungssituation noch nie passiert."

Um Abgrenzung bemüht

Auf die Zwischenfälle angesprochen, versucht sich der der bayerische AfD-Landesvorsitzende Martin Sichert von der Veranstaltung des sogenannten süddeutschen Flügels, einer extrem rechten Bewegung innerhalb der AfD, zu distanzieren. "Das war keine Veranstaltung der AfD, sondern eine Veranstaltung, die der Flügel organisiert hat. Seitens der Partei ist ja sogar untersagt worden das Logo der Partei zu verwenden, weil wir gesagt haben: Wir machen uns mit der Veranstaltung in der Form nicht gemein", äußert sich Martin Sichert.

Trotzdem sieht man vor dem Hippodrom einen großen Bus mit AfD-Logo. Außerdem sind Mandatsträger aus ganz Bayern und Baden-Württemberg zahlreich zum Flügeltreffen mit Björn Höcke erschienen. Unter ihnen die bayerische Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner und der Landtagsabgeordnete Ferdinand Mang aus dem mittelfränkischen Roth.

"Flügel"-Treffen endet mit Deutschlandlied

Zum Abschluss des Treffens im Gredinger Hippodrom werden auch die ersten beiden Strophen des Deutschlandliedes gesungen. In einem Tweet reagierte Landtagspräsidentin Ilse Aigner mit Empörung: "Wer bewusst die erste Strophe singt, verhöhnt die Opfer des Nationalsozialismus und macht sich mit den Tätern gemein." Der süddeutsche "Flügel" als Gruppierung innerhalb der AfD gilt als völkisch-nationalistisch und wird zurzeit als Verdachtsfall vom Verfassungsschutz beobachtet.

Erneutes AfD-Treffen: Gredinger Initiative plant Straßenfest

Die AfD hat sich schon oft in Greding getroffen. Bereits an diesem Freitag (10.5.2019) will sich die bayerische AfD wieder dort treffen zu einem Bockbierfest. Zu Gast diesmal: die stellvertretende Vorsitzende der AfD Bundestagsfraktion Beatrix von Storch. Das Bündnis "Greding ist bunt" will den Ort nicht einfach so preisgeben. Die Initiative plant für Freitag als Gegenveranstaltung ein Straßenfest für Toleranz und Vielfalt direkt vor dem Hippodrom. Maria Dollinger von der Initiative "Greding ist bunt" sagt: "Ich bin hier um ein friedliches Zeichen gegen die AfD zu setzen und vor allem auch um zu zeigen, dass keine Stadt zu klein ist, sich zu wehren, (…) damit die nicht einfach das Gefühl haben, sie könnten hier, sozusagen im schnöden Hinterland, treiben was sie wollen."