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Nach dem Asylstreit: Seehofer will twittern | BR24

© dpa-Bildfunk/Armin Weigel

Seehofer im Bierzelt von Töging

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    Nach dem Asylstreit: Seehofer will twittern

    Seehofers erstes Bierzelt seit der Regierungskrise: In Töging am Inn gibt er sich kämpferisch und findet die Fehler bei anderen, denen er Angriffe unter der Gürtellinie attestiert. Bald will Seehofer selbst twittern - so wie Trump, aber doch anders.

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    Mit beißender Ironie und markigen Worten teilt Horst Seehofer bei seinem Bierzeltauftritt in Töging am Inn in Oberbayern gegen seine Kritiker aus: "Jetzt steht also der böse Seehofer vor ihnen, der Mörder, Rassist, Terrorist. Genau diejenigen, die jeden Tag dafür eintreten, dass man in der Politik Anstand und Stil zu bewahren hat, überschütten mich mit Wörtern und Eigenschaften, die weit unter der Gürtellinie liegen."

    Applaus von CSU-Anhängern für Seehofer

    Für seine erste Rede in Bayern nach dem Asylstreit Anfang Juni erntet der Bundesinnenminister von den CSU-Anhängern Applaus. Mehrere Hundert sind ins Bierzelt nach Töging gekommen. Man merkt, dass Seehofer die Kritik der vergangenen Wochen nicht kalt gelassen hat: "Wenn wir als Rechtsstaat ein Verbot aussprechen, es aber in der Praxis nicht durchsetzen können, dann sage ich: Gute Nacht Rechtsstaat."

    Seehofer und die 69 abgeschobenen Flüchtlinge

    Auch auf seine Äußerung zu den 69 abgeschobenen Flüchtlingen an seinem Geburtstag kommt der CSU-Parteivorsitzende zu sprechen: "Wenn ich unseren vorletzten Afghanistanflug anschaue, das waren zehn Personen ausschließlich Gefährder und Straftäter, darunter Vergewaltigung. Ich sage jetzt in aller Öffentlichkeit, ich kann als Politiker keine Empathie für einen Vergewaltiger aufbringen."

    Seehofer will selber twittern - aber anders als US-Präsident Trump

    Bundesinnenminister und CSU-Chef Seehofer will in Zukunft voraussichtlich selbst twittern. "Ich fange wahrscheinlich Ende August selbst das Twittern an", sagte er am Donnerstagabend. "Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil manche Wahrheiten ich sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme", sagte er zur Erklärung und fügte schmunzelnd hinzu, der Landtagswahlkampf in Bayern werde nun "noch etwas bereichert". Immerhin schränkte der 69-Jährige ein, er werde den Kurznachrichtendienst zwar nutzen, aber vielleicht "in einem anderen Stil" als US-Präsident Donald Trump. Dieser macht über Twitter Politik und ist für seine Twitter-Tiraden berüchtigt.

    Am Rande von Seehofers Wahlkampfbesuch haben 40 Demonstranten mit Trillerpfeifen und Plakaten gegen die Asylpolitik des CSU-Chefs protestiert.

    Von Johannes Reichart