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Kurz vor dem Oktoberfest: Wiesnbierprobe in der Ratstrinkstube | BR24

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Bei der Wiesnbierprobe kann man unter fachlicher Anleitung der Brauer alle Wiesnbiere gleichzeitig probieren. Erstmals hat die Wiesnbierprobe in der Ratstrinkstube im Münchner Rathaus stattgefunden.

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Kurz vor dem Oktoberfest: Wiesnbierprobe in der Ratstrinkstube

Bei der Wiesnbierprobe kann man unter fachlicher Anleitung der Brauer alle Wiesnbiere gleichzeitig probieren. Erstmals hat die Wiesnbierprobe in der Ratstrinkstube im Münchner Rathaus stattgefunden.

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Mit einer Stunde Verspätung werden die sechs Wiesenbiere in kleinen 0,25 Krügen ausgeschenkt. Es ist der aktuelle Jahrgang von Augustiner, Hacker, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Alle Biere wurden mit Wasser aus der Münchner Schotterebene gebraut. Der 36-jährige Braumeister Bernd Kräußel präsentiert seinen kräftig goldgelben Löwenbräu mit markanter Hopfenblume:

"Ich glaube, wir wollen alle, dass es ein stückweit gleich schmeckt wie jedes Jahr. Aber ein bisschen schrauben wir alle rum. Was können wir noch ein bisschen besser machen? Was bekommen wir an Rückmeldung von den letzten Jahren – auch von den Wiesnwirten." Bernd Kräußel, Braumeister

Das Bier mit der meisten Stammwürze

Schon im Frühsommer tüfteln die Meister am markanten Wiesnbier. Mit 13,6 Prozent ist das Löwenbräu in diesem Jahr das Bier mit der meisten Stammwürze. "Wir fangen schon relativ früh an. Es geht auch ein bisschen was in die USA. Im Mai werden die erste Wiesnbiere gebraut. Und dann sieht man natürlich schon, wo es hingeht. Die Perfektion geht auf die Wiesn", sagt Bernd Kräußel.

Der dienstälteste Braumeister

Der dienstälteste Braumeister ist seit 30 Jahren im Wiesnbiergeschäft. Rolf Dummert vom Hofbräu hat dieses Jahr auf seinen Wiesnwirt Ricky Steinberg gehört, der wollte weniger Alkohol im Bier. Mit sechs Prozent hat das Hofbräu aber dennoch ordentlich Wumms. Es schmeckt bitter, fast hopfig und ist der Liebling der Männer bei der Wiesnbierprobe

Gut weg kommt auch das Augustiner. Andreas Brunner ist ein Neuling. Der Braumeister muss ein Bier kreieren, das noch im Holzfass auf die Wiesn gefahren wird. "Der Gast auf der Wiesn hat eine gewisse Erwartungshaltung. Und der mag auch keine Experimente. Der freut sich auf die Wiesn und freut sich auf sein Augustiner-Bier. Und dann möchte er auch das Bier trinken, das er gewohnt ist", berichtet Brunner. Mit 6,3 Prozent Alkohol ist das Augustiner Wiesnbier das stärkste der sechs Biere.

Ein Politikum

Wiesn und Bier ist natürlich auch ein Politikum. Und den Bierpreis von 11,50 Euro mag sich mancher vielleicht auch mal schön trinken. Josef Schmid, der Münchner Wiesnchef und Bürgermeister der Landeshauptstadt, ist letztes Jahr im Stadtrat gescheitert, als er eine Bierpreisbremse verordnen wollte.

"Das war ein Signal, dass wir das mal mäßigen. Ich kenne Familien, wirklich im unmittelbaren Freundeskreis, die sind früher zweimal auf die Wiesn gegangen. Die gehen jetzt nur einmal auf die Wiesn." Josef Schmid, Münchner Wiesnchef und Bürgermeister

Alle Biere schmecken im Vergleich unterschiedlich

Festzuhalten ist: Tatsächlich schmecken alle sechs Biere unterschiedlich im Vergleich. Sie haben auch unterschiedliche Farben und Schaumqualität. Auch wenn ein Festbier ja mit ähnlicher Gerste, Hopfensorten und Hefe gebraut wird. Insgesamt haben Brauer rund 2.000 Hefen, über 260 Hopfensorten und rund 40 Gerstenarten zur Auswahl. Da könnten also in den nächsten Jahren trotz Reinheitsgebot noch Experimente möglich sein.