BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Kleinkinder in Bayern nicht ausreichend gegen Rotaviren geimpft | BR24

© picture alliance / Bildagentur-online/Schoening

Impfpass

Per Mail sharen
Teilen

    Kleinkinder in Bayern nicht ausreichend gegen Rotaviren geimpft

    Nur gut die Hälfte der 2015 geborenen Kleinkinder in Bayern ist laut Techniker Krankenkasse (TK) gegen Rotaviren geimpft. Dabei liegt die bayerische Impfquote mit 55,7 Prozent deutlich unter der deutschlandweiten mit 68,3 Prozent.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die Landesvertretung Bayern der Techniker Krankenkasse beruft sich mit ihrer Erhebung auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Demnach weist der Landkreis Rosenheim mit 15 Prozent die schlechteste Impfquote nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland auf. In der oberfränkischen Stadt Hof sind bayernweit am meisten Kleinkinder des Geburtsjahrgangs 2015 gegen Rotaviren geimpft. Hier liegt die Impfquote bei 83,4 Prozent. Insgesamt gibt es laut der Krankenkasse aber in ganz Bayern nur dreizehn Landkreise und Städte, in denen die Impfquote 70 Prozent übersteigt. Die Landeshauptstadt München verbucht beispielsweise 63,9 Prozent Impfquote, Nürnberg 51,9 Prozent, Augsburg 58,2 Prozent und Regensburg 73,6 Prozent.

    Zum Vergleich: Die beste Impfquote aller deutschen Bundesländer erreicht Mecklenburg-Vorpommern. Dort sind 81,4 Prozent der Kleinkinder rechtzeitig und vollständig gegen eine Infektion mit Rotaviren geimpft.

    Impfempfehlung erst seit 2013

    "Dass die Impfquoten generell noch nicht allzu hoch ausfallen, könnte daran liegen, dass es eine entsprechende Empfehlung der ständigen Impfkommission erst seit dem Jahr 2013 gibt", vermutet Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern angesichts der teilweise sehr niedrigen Zahlen. Die Empfehlung gelte aber nach wie vor und dient den Bundesländern als Vorlage für deren öffentliche Impfempfehlungen. 

    Rotaviren führen zu Magen-Darm-Infektionen

    Die Rotavirus-Saison beginnt meist im Herbst und dauert bis in den März hinein. Die Viren sind die häufigste Ursache für Magen-Darm-Infektionen bei unter Fünfjährigen. Sie lösen starken, bis zu einer Woche andauernden Durchfall, Erbrechen und Fieber aus. Zwar kommt es nur selten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, wegen des hohen Wasserverlusts müssen dennoch zahlreiche Fälle stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Impfserie bis spätestens zum Alter von 12 Wochen zu beginnen. Die Immunisierung muss je nach Impfstoff bis zum Alter von 24 beziehungsweise 32 Wochen abgeschlossen sein.

    Im Jahr 2017 gab es 5.811 Rotavirus-Erkrankungsfälle in Bayern, 2.159 davon trafen Kinder bis drei Jahren, das sind 37 Prozent aller Erkrankten.