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Ermittlungen im Krematoriums-Skandal teilweise eingestellt | BR24

© picture-alliance/dpa

Das Krematorium auf dem Dreifaltigkeitsberg in Regensburg

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    Ermittlungen im Krematoriums-Skandal teilweise eingestellt

    Die Ermittlungen im sogenannten Regensburger Krematoriums-Skandal sind teilweise eingestellt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es ging um Störung der Totenruhe und um Bestechung.

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    Im Skandal um das Regensburger Krematorium hat die Staatsanwaltschaft Regensburg jetzt in einem Bereich die Ermittlungen teilweise eingestellt. Wie es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt, geht es konkret um den Vorwurf, dass Mitarbeiter bei der Feuerbestattung von Toten auch Gewebeproben und amputierte Körperteile anderer Menschen mit verbrannt und im Gegenzug Trinkgelder kassiert haben sollen.

    Es bestand der Verdacht der Störung der Totenruhe und der Bestechlichkeit gegen einzelne Mitarbeiter des Krematoriums sowie der Tatvorwurf der Bestechung beziehungsweise Vorteilsgewährung gegen Inhaber und Mitarbeiter einer pathologischen Gemeinschaftspraxis.

    Vereinbarungen konnten nicht geklärt werden

    Die Praxis soll seit den 1990er-Jahren und bis 2015 Gewebeproben und Körperteile ans Krematorium geschickt haben, um diese dort entsorgen zu lassen. Allerdings konnte nicht genau geklärt werden, welche Vereinbarungen tatsächlich getroffen wurden, so die Staatsanwaltschaft. Außerdem sei ein Tatnachweis gegen die meisten der beschuldigten Krematoriumsmitarbeiter nicht zu führen gewesen. Im Fall der pathologischen Praxis erwies sich die Schuld der beschuldigten Inhaber und Mitarbeiter als gering.

    Störung der Totenruhe ist vom Tisch

    Der Staatsanwaltschaft zufolge wäre es letztlich nur noch um Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme gegangen. Da im Tatzeitraum die allgemeine Rechtsauffassung bestanden habe, dass die Entsorgung von sogenannten "ethischen Abfällen" in Krematorien nicht rechtswidrig sei, die Trinkgelder nicht außergewöhnlich hoch und die Beschuldigten bei den Ermittlungen kooperativ waren, wurde das entsprechende Verfahren mit Zustimmung des Gerichts eingestellt. Auch der Vorwurf der Störung der Totenruhe ist vom Tisch, so die Staatsanwaltschaft.

    Dagegen wird bezüglich anderer Vorwürfe weiter ermittelt. Dabei geht es unter anderem um Betrug und Veruntreuung.