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Kriegsende 1945 | Befreiung Bayerns (3) Nürnberg - Amerikaner knacken "Schrein des Nazitums"

Die Einnahme Nürnbergs hatte für die Amerikaner größte Symbolkraft: Damit eroberten sie die Stadt, in der die Nazis die Rassengesetze erlassen hatten. Am 20. April 1945 - an Hitlers 56. Geburtstag - hissten die US-Truppen ihre Flagge am Reichsparteitagsgelände.

Von: Ernst Eisenbichler

Stand: 07.04.2015 | Archiv

20. April 1945: Soldaten der 7. US-Armee schwenken auf dem Reichsparteitagsgelände US-Fahnen | Bild: SZ Photo/Süddeutsche Zeitung Photo

Bei der Niederwerfung deutscher Städte war Nürnberg für die Amerikaner besonders wichtig: Sie knackten damit den "Schrein des Nazitums". In Nürnberg hatten die Nationalsozialisten 1935 die Rassengesetze erlassen. Nach den Bombenangriffen vom Januar 1945 war die Stadt zwar schon zu 90 Prozent zerstört, die 7. US-Armee stieß auf ihrem Vormarsch in Nürnberg trotzdem noch auf Widerstand. Mehrere hundert Scharfschützen hatten sich in den Ruinen verschanzt.

Letzter schwerer Kampf in Süddeutschland

Kurz vor Kriegsende: Massiver Bombenangriff auf Nürnberg

Laut "Führerbefehl" war die Stadt der Reichsparteitage "bis zum letzten Mann" zu verteidigen. In Gauleiter Karl Holz hatte Hitler einen Gefolgsmann, der solche Anweisungen wörtlich nahm und persönlich Stoßtrupps gegen US-Panzer anführte. Es nützte nichts: Am 20. April 1945 hisste die 45. Infanterie-Division nach viertägigen Gefechten die US-Flagge im ehemaligen "Schatzkästlein des Reichs". Es war der letzte schwere Kampf im süddeutschen Raum.

Parade auf dem Gelände der Reichsparteitage

Zerstörung in Farbe: Im Januar 1945 war Nürnberg zu 90 Prozent zerbombt.

Die Sieger ließen es sich nicht nehmen, dort zu paradieren, wo die Nazis ihre monströsen Selbstbeweihräucherungen aufführten: auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Während des Krieges hatten es die Amerikaner weitgehend von Bombardierungen verschont und sich für die spätere Triumph-Parade aufgehoben. Nach der Machtübernahme sprengten die Amerikaner symbolträchtig das riesige Hakenkreuz vom Dach herunter.

Inszenierung des Triumphs

In keiner anderen besiegten deutschen Stadt inszenierten die Amerikaner ihren Triumph über die Nazis so ausführlich wie in Nürnberg. Fotografen und Kameraleute einer eigenen Einheit, des 497. Signal Corps, produzierten Bild- und Filmmaterial in Farbe für Zeitungen und Kinos in den USA.


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