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Kräuter Tipps gegen trockene Hände

Haben Sie zurzeit auch so trockene und raue Hände? Aufgrund des Coronavirus müssen wir uns alle seit Wochen besonders häufig und lange die Hände waschen. Das ist wichtig, beschädigt aber die natürliche Schutzschicht der Haut. Auch die trockene Heizungsluft macht den Händen noch sehr zu schaffen. Kräuterexpertin Daniela Wattenbach verrät Tipps, wie Sie ihren Händen etwas Gutes tun können.

Stand: 08.04.2020 13:18 Uhr | Archiv

Ein Mann wäscht sich die Hände. | Bild: BR/Julia Müller

Vor allem unsere Hände stehen gerade vor einer Herausforderung: Häufiges und langes Händewaschen, Desinfektionsmittel, trockene Heizungsluft - all das macht der Haut schwer zu schaffen. Doch mit ein paar Rezepten aus natürlichen Zutaten können Sie Ihren Händen etwas Gutes tun.

Tipp

Waschen Sie Ihre Hände am besten mit einer ph-neutralen Seife. Diese ist hautschonender.

Vorbehandlung

Kaffeesatz-Peeling, um raue Hautstellen zu entfernen

Zur Vorbehandlung empfiehlt Daniela Wattenbach ein etwas ungewöhnliches Hausmittel: Kaffeesatz, der vom morgendlichen Kaffeekochen übrigbleibt. Er eignet sich ganz hervorragend als mildes Peeling. Es ist natürlich, ohne Mikroplastik und (fast) kostenlos.

Das brauchen Sie:

  • 1 EL Kaffeesatz
  • 1 EL Öl

Herstellung und Anwendung:

  • Das Öl mit dem Kaffeesatz mischen und zwischen den Handflächen sanft reiben.
  • Kurz einwirken lassen und anschließend mit lauwarmem Wasser gut abspülen.

Sollten Sie keinen Kaffee trinken, verwenden Sie als "Handpeeling" ganz einfach etwas leicht kristallisierten Honig. Diesen auf den Händen verreiben. Das hilft auch bei verschmutzten Gartenhänden!  

Hauptbehandlung

Pflegendes Handbad aus Buttermilch und Kamillentee

Dieses Handbad ist nach dem Peeling eine Wohltat für die Hände. Es macht sie "butterweich". Die Milchsäure klärt, erfrischt und nährt die Haut.  

Das brauchen Sie:

  • 500 ml Buttermilch
  • 500 ml starken Kamillentee
  • Schüssel für das Handbad

Herstellung und Anwendung:

  • Die Buttermilch und den Kamillentee erwärmen.
  • Die Hände für mindestens 10 Minuten darin baden.

Olivenöl-Massage gegen Risse an der Nagelhaut

Gegen kleine Risse an der Nagelhaut empfiehlt es sich, Olivenöl auf die Nägel zu massieren. Olivenöl spendet viel Feuchtigkeit und kurbelt die Regeneration der Zellen an. Es ist reich an Antioxidantien, was die Zellen vor weiteren Schäden schützt.

Nachbehandlung

Selbstgemachte Ringelblumen-Handsalbe

In diesem Schritt heißt es: einfetten!

Die Basis für eine Ringelblumen-Handsalbe ist ein Öl, in dem Ringelblumen ausgezogen wurden.

Das brauchen Sie:

  • Falls vorhanden, frische Ringelblumen oder 5 g getrocknete Ringelblumenblüten
  • 200 ml kaltgepresstes Bio-Sonnenblumenöl (alternativ: Rapsöl, Distelöl oder Olivenöl)
  • 2 unterschiedlich große Töpfe für ein Warmwasserbad
  • Sieb

Herstellung Warmauszug (Basis):

  • Den großen Topf mit etwas lauwarmem Wasser füllen.
  • Den kleinen Topf so in den größeren Topf stellen (Wasserbad), dass er im Wasser steht, aber kein Wasser durch unachtsame Bewegungen hineinschwappen kann.
  • Die Blütenblätter und das Öl (so viel, dass die Blüten bedeckt sind) in den kleinen Topf geben und umrühren.
  • Das Gemisch bei geringer Wärme ca. 30 Minuten durchziehen lassen. (Das Öl verliert bei über 30 Grad einige seiner positiven Eigenschaften, daher sollten Sie es wirklich nur schwach erhitzen.)
  • Anschließend alles durch ein Sieb abfiltern.

Nach der Herstellung der Basis können wir uns der eigentlichen Herstellung der Salbe zuwenden:

Das brauchen Sie (für ca. 30 g Wund- und Heilsalbe):

  • 60 g Ringelblumen-Auszugsöl
  • 50 g Lanolin (auch Wollfett genannt), alternativ geht auch Kokosfett
  • 12 g Bienenwachs (im Bioladen oder online erhältlich)
  • 1 größerer Topf für ein Warmwasserbad
  • 2 saubere Gläser zum Schmelzen der Zutaten, z. B. leere Marmeladengläser
  • 1-2 kleine Gläschen mit Twist-off-Deckel oder besser Salbentiegel zum Aufbewahren

Herstellung:

  • Topf zu 2/3 mit warmem Wasser füllen.
  • Lanolin und Bienenwachs in eines der Gläser geben und im Wasserbad bei langsamer Wärmezufuhr schmelzen lassen. (Lanolin schmilzt schneller, Wachs erst bei ca. 65 Grad!)
  • Hin und wieder umrühren, bis alles geschmolzen ist.
  • Das Ringelblumenöl separat im zweiten Glas im Wasserbad auf ca. 30 Grad erwärmen. 
  • Die geschmolzene Lanolin-Wachs-Mischung dann unter ständigem Rühren dem erwärmten Ringelblumenöl zufügen.
  • Die fertige Mischung (diesmal ohne Wasserbad) so lange rühren, bis eine homogene, salbenartige Masse entstanden ist.
  • Die Ringelblumensalbe in saubere Gläser oder Salbentiegel füllen, vollständig auskühlen lassen und anschließend gut verschließen.

Haltbarkeit: ca. 1 Monat (braucht nicht kühl gelagert werden)

Anwendung:

  • Am besten tragen Sie diese Salbe vor dem Schlafengehen sehr üppig auf und lassen sie mit Stoffhandschuhen über Nacht einziehen. Die Haut wird sich das Fett holen, das sie braucht.
  • Am nächsten Tag das überschüssige Fett nochmals verreiben und anschließend mit einem Handtuch abnehmen.
  • Es handelt sich hierbei nicht um eine Handcreme, die man ständig aufträgt, sondern um eine Heilsalbe, die nur so lange aufgetragen wird, bis die Hände keine Risse und Verletzungen mehr haben.

Extra-Tipp: Ausreichend trinken! 

Denken Sie auch daran, viel zu trinken (mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag), da genügend Flüssigkeit im Körper auch für die Haut gut ist.


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