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Augenheilkunde Alterssichtigkeit

Sind Ihre Arme manchmal nicht lang genug, um die Zeitung so weit wegzuhalten, damit Sie die Schrift erkennen? Dann kommen Sie an einer Lesebrille nicht vorbei. Aber genügt bei Alterssichtigkeit eine günstige Brille aus dem Discounter? Lohnt sich eine Laser-Operation? Und nutzt ein Augentraining? Augenärztin Dr. Alexandra Király-Bösl klärt auf.

Stand: 23.03.2020 | Archiv

Alterssichtigkeit | Bild: BR

Früher oder später trifft die Alterssichtigkeit, die sogenannte "Presbyopie", jeden - meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Ursache für Alterssichtigkeit

Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse an Elastizität und kann sich nicht mehr so gut an verschiedene Entfernungen anpassen (abnehmende Akkommodationsfähigkeit des Auges). Die Betroffenen können im Nahbereich nicht mehr scharf sehen.

Je weiter die Alterssichtigkeit fortschreitet, desto größer wird der Nahbereich, in dem das Scharfsehen nicht mehr möglich ist.

Behandlung von Alterssichtigkeit

Lesebrille

Alterssichtigkeit kann weder geheilt noch aufgehalten werden. Die Sehschwäche kann jedoch mit einer Lesebrille korrigiert werden. Es muss keine teure Brille vom Optiker sein. Für kurzes Lesen genügt eine Brille vom Discounter, vorausgesetzt, es liegt keine Augenerkrankung vor und beide Augen benötigen in etwa die gleiche Sehstärke. Deshalb sollten Sie sich zunächst von einem Augenarzt untersuchen lassen.

Übrigens:

Dass man den Kauf der ersten Lesebrille möglichst lange herauszögern soll, da die Augen sonst faul werden, ist Quatsch. Und andersherum schadet man seinen Augen auch nicht, wenn man keine Brille gegen Alterssichtigkeit trägt. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem man ohne Brille einfach nichts mehr lesen kann.

Augentraining

Immer wieder wird behauptet, Altersweitsichtigkeit durch spezielles Augentraining beheben zu können. Das funktioniert leider nicht.

Laser-Operation

Bei Alterssichtigkeit ist eine Augenlaser-Operation nicht möglich, nur das Einsetzen einer Multifokallinse ins Auge. Andere Verfahren sind derzeit nicht erfolgsversprechend.

Altersweitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit

Viele glauben, dass sich Altersweitsichtigkeit und bestehende Kurzsichtigkeit aufheben. Das ist leider nicht der Fall. Bei Kurzsichtigen macht die Altersweitsichtigkeit zwar in der Regel später Probleme als bei Normalsichtigen. Dann stehen die Betroffenen jedoch vor dem Problem, Altersweitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit korrigieren zu müssen. Dabei haben sie die Wahl zwischen:

  • 2 Brillen: eine Lesebrille und eine Brille für die Ferne
  • Gleitsichtbrille: die Gläser für die Nah- und Fernsicht gehen ineinander über. Der obere Teil des Glases ist für die Ferne, der untere für die Nähe (zum Lesen).
  • Kontaktlinsen (gegen Kurzsichtigkeit) in Kombination mit einer Lesebrille.
  • Gleitsichtkontaktlinsen (Mehrstärkenkontaktlinsen)

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