BR Fernsehen - Wir in Bayern


12

Ernährung Honig – das süße Gold der Bienen

Honig erfreut sich bei uns großer Beliebtheit. Wir haben in Deutschland den weltweit höchsten Honigverbrauch. Für diesen hohen Bedarf reicht die heimische Honigernte nicht aus, deshalb wird ein Großteil importiert. Honigfans haben die Qual der Wahl und können sich zwischen 100 Sorten entscheiden. Doch was unterscheidet die einzelnen Sorten voneinander? Und was sollten wir bei der Lagerung beachten? Ernährungsexpertin Jutta Löbert gibt Tipps, worauf wir achten sollten, wenn wir Honig kaufen.

Published at: 10-11-2022

In Deutschland werden über 100 verschiedene Honigsorten angeboten, die sich unter anderem hinsichtlich Konsistenz, Farbe und Geschmack unterscheiden.

Inhaltsstoffe in Honig

  • 80 Prozent Zucker
  • 17 Prozent Wasser
  • 3 Prozent Vitamine (wie Vitamin C), Mineralstoffe (wie Kalium, Magnesium), Spurenelemente (wie Eisen, Zink), Enzyme, Proteine, Aminosäuren

Ist Honig gesünder als Zucker?

Honig enthält etwas mehr Fructose als Glucose. Da Fructose süßer schmeckt als Glucose, schmecken 10 g Honig süßer als 10 g Zucker. Wer die gleiche Süße erreichen möchte, muss also weniger Honig verwenden und erspart sich so die Einnahme einiger Gramm Kohlenhydrate. Ebenfalls gilt für Honig, dass er den Blutzuckerspiegel langsamer erhöht als Zucker.
Letztlich erreicht allerdings auch Honig sehr hohe Kohlenhydratwerte: Normaler Haushaltszucker bringt es auf 380 Kalorien, Honig enthält in 100 Gramm bis zu 340 Kalorien. Daher kann auch Honig Zahnschäden verursachen, die Bauchspeicheldrüse belasten und den Darm schädigen. Honig sollte deshalb, genau wie Zucker, nur sparsam verwendet werden.

Kein Honig für Babys!

In Honig können sich zudem Bakterien befinden, das sogenannte Clostridium Botulinum. Für Erwachsene sind diese Bakterien unbedenklich, bei Babys können sie im schlimmsten Fall zu einer Darminfektion mit Atemlähmungen führen. Deshalb sollte Babys im ersten Lebensjahr kein Honig gegeben werden.
Säuglinge haben im ersten Lebensjahr noch ein empfindliches Darmsystem. Das Milieu im Darmsystem (insbesondere im Magen) von Säuglingen ist noch nicht so sauer wie bei Kindern und Erwachsenen. Im sauren Milieu kann das Bakterium nicht aktiv werden, allerdings im Darm von Säuglingen. Wird das Bakterium im Darm von Säuglingen aktiv, so wird auch das Toxin gebildet.

Honigsorten

Zunächst können zwei Hauptkategorien unterschieden werden: Blüten- und Waldhonig (Honigtauhonig)

  • Blütenhonig: Er wird von Bienen aus dem Nektar und den Blütenpollen produziert, beispielsweise Rapshonig aus Rapsblütennektar.
  • Waldhonig: Er wird von Bienen aus Honigtau produziert. Das ist ein Sekret, das pflanzensaugende Insekten ausscheiden, beispielsweise Tannenhonig aus Honigtau von der Weißtanne.
  • Beide Arten können aber auch gemischt vorkommen, beispielsweise Lindenhonig aus dem Blütennektar und dem Honigtau der Linde.

Gut zu wissen

Nur wenn der gesammelte Honig zu mindestens 60 Prozent aus einer bestimmten Blütensorte stammt, darf er die entsprechende botanische Bezeichnung tragen. Wurden verschiedene Blüten gesammelt, heißt der Honig nur Blütenhonig.

Je nachdem, welche Blüten oder welcher Honigtau von den Bienen gesammelt wurden, unterscheidet sich Honig in Farbe, Konsistenz (Viskosität) und Aroma.

Beispiele

  • Rapshonig (aus Rapsblütennektar): cremiger, heller Honig mit mildem Aroma
  • Akazienhonig (aus Robiniennektar und -honigtau = Scheinakazie): heller, klarer Honig mit mildem, blumigen Aroma, der lange flüssig bleibt
  • Löwenzahnhonig (von Löwenzahnblüten): gelber, aromatischer, sehr süßer Honig
  • Lindenhonig(aus Blütennektar und Honigtau der Linde): grünlicher Honig mit leichtem Minzaroma
  • Tannenhonig (aus Honigtau von der Weißtanne): rotbrauner, dickflüssiger Honig mit intensivem, herben Geschmack
  • Sonnenblumenhonig (aus dem Nektar von Sonnenblumen): gelber, cremiger Honig mit mildem Geschmack

Faustregel:

Helle Honigsorten sind meist mild und süß, dunkle haben eher einen kräftigeren, weniger süßen Geschmack

Bezeichnungen/Beschriftung:

  • "Auslese" oder "Auswahl": Dieser Honig zeichnet sich durch überdurchschnittliche, äußere Eigenschaften wie Farbe, Aussehen, Konsistenz und Geschmack aus.
  • Die Bezeichnungen "mit natürlichem Fermentgehalt", "wabenecht", "feinste" oder "beste" dürfen nur bei besonders sorgfältiger Gewinnung, Lagerung und Abfüllung verwendet werden.
  • "kaltgeschleudert" beschreibt eine Selbstverständlichkeit, da seit der Erfindung der Honigschleuder im Jahr 1865 das Erwärmen des Honigs nicht mehr notwendig ist. Der Honig wird bei Zimmertemperatur - ohne zusätzliche Erwärmung - geschleudert.
  • grüner Gewährverschluss (Etikett): Honig unter der Gütekontrolle des Deutschen Imkerbundes (DIB). Die Anforderungen liegen über den gesetzlich vorgeschriebenen Normen (insbesondere hinsichtlich Naturbelassenheit und Reife).

Honig - eines der am häufigsten gefälschten Lebensmittel

Honig gehört zu den am meisten gefälschten Produkten auf der Welt. International wird er zwar als reines Naturprodukt eingestuft, im Labor sieht die Sache jedoch oftmals anders aus: Dem Honig wurde beispielsweise fremder Zucker (wie Rohrzucker oder Zuckerrübensirup) untergemischt. Auch kommt es vor, dass ein bestimmter Honig als angeblich regional produziert ausgegeben wird oder einem sortenreinen Honig werden Farbstoffe und Fremdpollen hinzugefügt.
Ob es sich um einen gepanschten Honig handelt, ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Verbraucher können sich am besten vor Honigfälschungen schützen, indem sie auf Kennzeichnungen wie "Echter deutscher Honig" achten, da für deutschen Honig Qualitätskriterien gelten. Steht jedoch auf dem Etikett, dass der Honig aus EU- oder Nicht EU-Ländern ist, lässt sich nicht nachvollziehen, aus welchem Land der Honig stammt.

Tipp: Honig direkt vom Imker

Die einfachste Art, hochwertigen Honig zu beziehen, ist beim Imker Ihres Vertrauens. Adressen der Imker in Ihrer Region finden Sie über die Imkervereine. Beim Erzeuger können Verbraucher direkt alle Fragen zum angebotenen Honig stellen. deutscherimkerbund.de/258-Honigmarkt

Tipps zur Lagerung von Honig:

  • Das Honigglas immer gut verschließen, da Honig schnell Feuchtigkeit und Fremdgerüche annimmt
  • Immer trocken, kühl und dunkel lagern - cremigen Honig am besten bei 10-12 Grad, flüssigen Honig bei 18-20 Grad
  • Aufgrund des geringen Wasser- und hohen Zuckeranteils hält sich Honig bei richtiger Aufbewahrung jahrelang.
  • Jeder Honig ist bei der Ernte klar und flüssig. Über kurz oder lang kristallisiert aber der enthaltene Traubenzucker aus, das heißt er "kandiert". Die Bildung von Traubenzuckerkristallen in Honig ist ein natürlicher Vorgang, der die Qualität nicht beeinflusst. Je nach Sorte kandiert Honig früher oder später. Raps- und Löwenzahnhonig kandieren beispielsweise schon wenige Tage nach der Schleuderung. Akazien-, Edelkastanienhonig und die meisten Honigtauhonige (Waldhonige) hingegen kandieren sehr langsam.

Tipp:

Wenn Sie auskristallisierten Honig im Wasserbad erwärmen, wird er wieder flüssig. Achten Sie aber darauf, dass er nicht zu heiß wird, da bei einer Temperatur über 40 Grad wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden.

Rezept-Tipp: Ingwerhonig zur Stärkung der Abwehrkräfte

Zutaten:

  • 2 EL frischer Ingwer
  • 5 EL flüssiger Honig
  • etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Ingwer reiben, mit Honig und Zitronensaft vermischt in ein Glas geben und etwa 2 bis 3 Wochen ziehen lassen

Wirkung:

Ingwerhonig stärkt die Abwehrkräfte und beugt so Erkältungen vor.

Anwendung:

Täglich 3 Teelöffel einnehmen

Viel Erfolg mit den Tipps wünschen Jutta Löbert und "Wir in Bayern"!


12