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Der weiße Piepmatz Der Schneefink

Er ist ein eher unscheinbarer Bewohner des Hochgebirges: Der Schneefink, oder besser gesagt: Schneesperling. Der Vogel ist nämlich eng verwandt mit dem Spatz, allerdings nicht so frech wie der Hausspatz oder die Alpendohle, aber ein wahrer Überlebenskünstler und echter "Gebirgler".

Stand: 07.02.2020

Der Schneefink | Bild: Jochen Fünfstück

Eigentlich sehen sie aus wie Stare, sagt Jochen Fünfstück vom Landesbund für Vogelschutz, und daher sind die Schneesperlinge auch gut im Flug zu erkennen, wenn man denn überhaupt welche sieht …!

Jochen Fünfstück beobachtet Vögel

An der Gipfelstation auf dem Osterfelderkopf oberhalb von Garmisch in rund 2.000 Meter Höhe sucht der Vogelexperte mit dem Fernglas aufmerksam die steile Nordwand der Alpspitze ab, denn hier sammeln sich die Tiere und übernachten in Felsspalten, in denen sogar Plusgrade herrschen.

Dohlen wollten wir nicht sehen

Ein paar Dohlen fliegen hinüber zur Wand. Aber so angestrengt Jochen Fünfstück auch die Felswand absucht, von den Schneesperlingen ist nichts zu sehen. Sie sind aber da, hin und wieder jedenfalls, sagt Andrew, der Wirt des Gipfelrestaurants auf dem Osterfelderkopf. Ab und zu bevölkern sie auch die Terrasse des Restaurants und hoffen, dass irgendwo ein paar Krümel für sie abfallen.

Da haben wir den Schneesperling

Schneesperlinge mögen es generell hoch, sehr hoch sogar. Sie bleiben das ganze Jahr über im Hochgebirge, auch im tiefsten Winter. Deshalb ist das Wettersteingebirge das ideale Revier für sie. Auch in den Berchtesgadener Bergen und in den Allgäuer Alpen fühlen sie sich wohl und sind im Kleinwalsertal zum Beispiel vermehrt auch an der Bergstation der Ifen-Sesselbahn anzutreffen. Auch eine Lawine kann Grasflächen frei legen und den Tieren auf diese Weise den Tisch decken. Wenn es mal kräftig schneit und wenig zu holen ist, dann machen sich die Vögel wie Nomaden auf den Weg dorthin, wo es Futter gibt. Wer fliegen kann, ist eben im Vorteil!

Das verwaiste Futterhaus der Schneefinken am Osterfeldkopf

In Frühlingsstimmung sind die Schneesperlinge jetzt noch nicht. Dazu ist es noch zu früh. Gebrütet wird erst im Juni. Geschätzte 250 Brutpaare gibt es in den bayerischen Alpen, und wenn die Klimaerwärmung so weiter geht, dann, so befürchtet Jochen Fünfstück, werden die eh schon raren Schneesperlinge bald noch seltener werden, denn sie mögen es lieber kalt.


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