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Intelligenz & Instinkt Der Rabe

Ein „Rabe“ kann vieles sein, zum Beispiel eine römische Enterbrücke oder ein Asteroid, ebenso ein Sternbild im Frühlingshimmel und ein Märchen der Gebrüder Grimm. Uns aber geht es um die Vogelart.

Stand: 20.03.2015

Rabe | Bild: picture-alliance/dpa

Zur Gattung „Corvus“ gehören immerhin 42 verschiedene Arten, vom Schildraben über die Glanz- und Nebelkrähe bis zum Kolkraben.

Der gilt der Wissenschaft zu Folge als intelligentester Vogel überhaupt und schreckt auch nicht davor zurück, schon mal einem Wolf die Beute zu stibitzen. Im Gebirge hat es der Kolkrabe dann eher auf die Brotzeit der Bergsteiger abgesehen.

Im Karwendel, aber auch im Ammergebirge, lassen sich die Kolkraben mit ihrem klobigen schwarzen Schnabel gut beobachten. Im Ammergebirge verteilen sich 10 Brutpaare auf 280 Quadratkilometer Fläche. Und hier wie anderswo verteidigen die Kolkrabenpaare konsequent ihre Reviere, erklärt der Wildbiologie und Karwendel-Gebietsbetreuer Michael Schödel, auch gegen eindringende Steinadler, die gegen die Attacken der wendigen Raben kaum eine Chance haben!

Im 19. Jahrhundert wurde der einstige „Göttervogel“ als vermeintlicher Jagd-Konkurrent des Menschen fast ausgerottet, doch in unzugänglichen Gebirgstälern haben die Kolkraben überlebt. sie sind nicht nur pfeilschnell, sondern auch blitzgescheit, merken sich Nahrungsverstecke, setzen auch Werkzeuge ein, um an Leckerbissen zu kommen und ähneln in ihrer Intelligenz den Schimpansen.

Kolkraben leben monogam, die Paare bleiben in der Regel bis zum Tod zusammen – ein paar „Seitenflüge“ allerdings eingerechnet - und halten schon mal an die 20 Jahre einem Revier die Treue. Der spektakuläre Rückenflug während der Balzzeit ist jedoch nur eine Schau der nicht brütenden Paare – die Balz der brutwilligen Raben-Paare spielt sich eher am Boden ab und begnügt sich mit dem Aufstellend er Nackenfedern und sonstigem Imponiergehabe. Drei bis sechs Eier legt ein Kolkraben-Weibchen. Drei Wochen lang werden die Eier bebrütet, die Nestlingszeit dauert an die sechs Wochen, die Fütterungsphase insgesamt acht Wochen, bis dann Anfang Mai der Nachwuchs flügge ist.


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