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Frühlingsgefühle Das Murmeltier

Keine Frage – es ist Frühling, auch wenn der Winter weiter oben in den Bergen in den vergangenen Tagen ein spätes Gastspiel gegeben und stellenweise bis zu 80 Zentimeter Neuschnee gebracht hat. Trotzdem müsste unser letzter Beitrag in der Rucksackradio-Serie "Alpenwildtiere im Winter" jetzt eher "Alpenwildtiere im Frühling" heißen, denn auch die Murmeltiere bekommen nun Frühlingsgefühle.

Stand: 29.03.2014

Murmeltier | Bild: colourbox/Christophe Rolland

Aus ist’s mit dem Winterschlaf, die alpinen Nager werden allmählich putzmunter und da geht es dann auch so richtig zur Sache …!

Zum einen ist „marmota marmota“, so der zoologische Fachbegriff, ein echtes Kuscheltier, denn vor allem die Jungtiere brauchen zum Überleben des harten alpinen Winters möglichst viele ältere Tiere im Bau, an die sie sich drücken können. Zum anderen betreiben die Murmeltiere eine echte Vielmännerei, wenn es um die Fortpflanzung geht. Weil die nämlich meist auch tief drin im Bau stattfindet, war lange nicht bekannt, dass der Vater mit dem Sohne oder besser gesagt zusammen mit den Söhnen völlig konkurrenzlos das ein- und selbe Weibchen begattet.

Forscher des Max-Planck-Instituts in Seewiesen haben dem Murmeltier jahrelang unter die Bettdecke geschaut und dabei eben diese Merkwürdigkeiten entdeckt. Bis zu 20 halbstarke Murmeltiermänner kuscheln den Winter über im Bau und werden dann von der Aussicht auf ein fröhliches Frühlingstreiben wach … und der Murmelsex mit der Mama ist definitiv kein Jägerlatein! Auf der Alm gibt’s halt keine Sünd‘, zumindest bei den Murmeltieren nicht - Grummeln und Quieken inklusive.


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