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Augsburger Medienpreis für den BR Doku und Webserie gewinnen

Am vergangenen Freitag fand die Preisverleihung für den Augsburger Medienpreis statt. Ausgezeichnet wurden Filmemacher Michael Kalb u. a. für die BR-Koproduktion "Die letzten Zeitzeugen" sowie Julia Pösl, Beate Mangold, Anna Klein und Johannes Hofelich für ihre fünfteilige Dokumentationsreihe #wasserlebt.

Von: Anna Klein, BR-Studio Schwaben, Martin Kowalczyk, BR Fernsehen/Dokumentarfilm

Stand: 29.07.2020 | Archiv

Preisverleihung in Zeiten von Corona | Bild: Stefan Mayr, Lighthouse Fotografie

Das Augsburger Medienforum e.V. vergibt die Preise in den Kategorien Mut, Haltung und Perspektive. Für Haltung geehrt wurden Michael Kalb und sein Co-Regisseur Timian Hopf, der Perspektive-Preis ging an das #wasserlebt-Team. Die Auszeichnungen wurden wegen Corona dieses Jahr ohne Publikum und Party verliehen, aber dennoch mit angemessener Zeremonie, und gesendet als Live-Stream.

Den Menschen eine Stimme geben, bevor es zu spät ist ...

Christoph Lang (wiss. Begleitung), Michael Kalb, Timian Hopf - (v.l.n.r.)

... das war die Prämisse von Michael Kalb, als er sich aufmachte, Menschen aus dem Landkreis Augsburg zu befragen, die alle bis Anfang der 1930er Jahre geboren sind. Er ließ sie erzählen über die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg, solange sie noch hier sind und berichten können über diese Epoche und den Nationalsozialismus.

Entstanden sind bei diesem Vorhaben ein filmisches Archivprojekt, ein umfassendes Buch und mit Timian Hopf das Herzstück, der Dokumentarfilm "Die letzten Zeitzeugen", in Zusammenarbeit mit der Redaktion Dokumentarfilm des BR.

Berührender Dokumentarfilm

Darin kommen nicht nur die Zeitzeugen zu Wort, die mit ihren Erinnerungen ein einmaliges, mosaikartiges Bild des Lebens im Landkreis Augsburg von etwa 1930 bis 1950 zeichnen. Die Filmemacher begleiten auch ein hochbetagtes Brüderpaar auf ihrer letzten Reise in ihre alte Heimat in Polen.

Aus der Laudatio

"Geschaffen haben die beiden ein digitales Gedächtnis für die Region Augsburg. Sie erinnern an die zerstörerischen Folgen von Nationalismus und Hass - ein Warnzeichen für die heutigen Generationen. Sie lassen ihre Zeitzeugen aber auch die kleinen, menschlichen Geschichten aus dieser dunklen Zeit erzählen. Michael Kalb zeigt mit diesem Augsburger Projekt in beeindruckender Weise Mut und Haltung. Und er führt uns zu einer Perspektive, die auch den Letzten verstehen lässt: Nie wieder!"

Laudator Jürgen Marks bei der Preisverleihung

Die Ausstrahlung von "Die letzten Zeitzeugen" ist geplant für Herbst 2020 auf "DoX – Der Dokumentarfilm im BR".

Die Entstehung von #wasserlebt

"Wie häufig kommt es vor, dass eure Heimatstadt die Chance hat, Welterbe zu werden?", war die Frage, die das #wasserlebt-Team von der ersten Konzept-Idee bis zur letzten Farbkorrektur motiviert hatte.

(von links): Johannes Hofelich, Beate Mangold, Julia Pösl und Anna Klein.

Hinter der fünfteiligen Webserie stehen vier waschechte Augsburger: Anna Klein und Beate Mangold entwickelten das Konzept, Julia Pösl stand hinter der Kamera und Johannes Hofelich verantwortete den Schnitt – und das alles in einem Zeitraum von wenigen Wochen, parallel zum Countdown der finalen Entscheidung über den Welterbe-Status für das historische Wassermanagement der Stadt Augsburg.

"Ein Element ist für uns Menschen, Tiere und Pflanzen lebenswichtig. Es bildet das Fundament für Wohlstand, Freude am Leben, Entspannung der Seele und verändert manchmal den Lauf der Geschichte: das Wasser."

Andreas Renner, Steinbeis Institute for Effective Management (IFEM), in seiner Laudatio

Welterbe, erfrischend anders

Unter dem Motto #wasserlebt ging das Team auf Spurensuche: Wo das Wasser lebt in Augsburg und was sich damit erleben lässt. Als Moderatorin wurde Anna Klein ins Kanu gesetzt und die Olympia-Kanustrecke hinuntergeschickt, kletterte die historischen Wassertürme hinauf, verfolgte eine Flaschenpost durch die Lechkanäle, erkundete ein verwunschenes Wasserkraftwerk und feierte schlussendlich die Welterbe-Entscheidung.

#wasserlebt war nicht nur für das Team eine erlebnisreiche Entdeckungsreise, auch die Augsburger hätten mit der Webserie neue Perspektiven auf ihr Welterbe gewinnen können, heißt es in der Begründung der Jury. Dafür erhielten die vier Teammitglieder den Augsburger Medienpreis in der Kategorie Perspektive.


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